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Preis der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik an Ulmer Forscher

11.09.2008 - (idw) Universitätsklinikum Ulm

Die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Physik (DGMP) ehrt am 13.9. den Ulmer Medizinphysiker Prof. Dr. Gerhard Glatting für seine Forschungen zur gezielten Bestrahlung von Tumorgewebe mit radioaktiv markierten Antikörpern bei Krebspatienten. "Als Anerkennung für herausragende wissenschaftliche Leistungen", wie es von Seiten der DGMP heißt, erhält der 46-jährige Spitzenforscher, der an der Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Ulm arbeitet, am Samstag, 13. September, im niedersächsischen Oldenburg den bedeutenden Wissenschaftspreis der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik. "Ich bin natürlich sehr glücklich über die Anerkennung meiner Forschungsarbeit und freue mich insbesondere, dass der DGMP-Preis auf ein noch relativ junges Teilgebiet der Medizinischen Physik aufmerksam macht, das heute an der Schnittstelle zwischen Medizin und Physik, in der Forschung und Entwicklung, einen mehr und mehr unverzichtbaren Baustein in der Gesundheitsfürsorge darstellt", sagte Professor Glatting, nachdem er von der bevorstehenden Preisverleihung durch Frau PD Dr. Sibylle Ziegler, Präsidentin der DGMP, erfahren hatte.
Die individuelle Abstimmung auf jeden einzelnen Patienten und somit die Gabe der optimalen Menge unmarkierter und radioaktiv markierter Antikörper zur Bekämpfung des Krebses sowie die Bestimmung des idealen Zeitpunkts der Behandlung ist ein ganz zentraler Ansatz in der Forschungsarbeit des 46-Jährigen: Jeder Mensch reagiert anders auf radioaktiv markierte Antikörper. Die genaue Verteilung im Körper, in den Organen und Blutbahnen, ist individuell sehr verschieden und lässt sich mittels ausgefeilter bildgebender Verfahren darstellen. Das bessere Erkennen und Verstehen von Wirkungsweisen im Rahmen dieser so genannten Radioimmuntherapie trägt nicht zuletzt dazu bei, Normalgewebe zu schonen, da Tumorgewebe in der Folge sehr selektiv behandelt werden kann.
"Meine Forschungsarbeit bedeutet im Prinzip eine gut abgestimmte Modellierung der Leukämietherapie jedes einzelnen Patienten, die im Ergebnis deutlich genauer angewendet werden kann. Schon jetzt sprechen viele Indikatoren dafür, dass diese Therapie auch erfolgreicher anschlägt", erläutert Professor Glatting dazu. Der Medizinphysiker führt seine Arbeiten in einem interdisziplinären Team in der Klinik für Nuklearmedizin (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. S.N. Reske) und in Kooperation mit Ärzten der Klinik für Innere Medizin III des Universitätsklinikums Ulm durch. Die Arbeiten am Universitätsklinikum Ulm zur Entwicklung und Verbesserung der Leukämie-Therapie mittels Radioimmuntherapie wurden und werden von der Deutschen Krebshilfe, der Deutschen José Carreras Leukämie-Stiftung, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm gefördert.

Ergänzende Informationen:
Die Medizinische Physik ist die Anwendung von physikalischen Methoden in der Medizin und Biologie. Der Medizinphysiker übt seine Tätigkeit in Kliniken, Forschungs- und Ausbildungszentren sowie in Behörden und Industriebetrieben aus. Die wachsende Bedeutung und Spezialisierung der Medizinischen Physik führte in der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1969 zur Gründung einer eigenen wissenschaftlichen Gesellschaft - der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik, abgekürzt DGMP. Sie versteht sich als Standesorganisation der Medizinphysiker und vereinigt Forscher, Entwickler und Anwender. Aufgabe dieser Gesellschaft, die inzwischen auf über 1.200 Mitglieder angewachsen ist, war und ist der Erfahrungsaustausch der Medizinphysiker untereinander, die Präsentation und Diskussion wissenschaftlicher Ergebnisse und die Weiterbildung der in der Medizin tätigen Physiker.


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