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Von der Stadt zur Metropolregion: Luxemburg finanziert Lehrstuhl für Stadtforschung

12.09.2008 - (idw) Universität Luxemburg - Université du Luxembourg

Die Hauptstadt des Großherzogtums Luxemburg finanziert mit rund 750000 Euro einen Lehrstuhl für Stadtforschung an der Universität Luxemburg. Geleitet wird der Lehrstuhl von dem deutschen Geographen und Stadtforscher Prof. Dr. Markus Hesse. Die Professur ist in der Arbeitsgruppe Geographie und Raumplanung der Fakultät für Humanwissenschaften angesiedelt. Ihre Schwerpunkte liegen auf mehreren Themenfeldern der theoretischen und empirischen Stadt- und Raumforschung: Zum einen werden Grundsatzfragen der Stadtentwicklung bearbeitet, insbesondere Art und Umfang neuer Urbanisierungsprozesse, städtische Lebensweisen und Milieus, die Konstitution von Metropolregionen (von großen und kleinen).

Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der Europäischen Stadtentwicklung und politik; dabei geht es nicht nur um die vergleichende Analyse der Entwicklung europäischer Städte, sondern auch um die Entstehung eines neuen Politikfeldes der Europäischen Union. Schließlich wird der Bedeutung der großräumigen Vernetzung und Erreichbarkeit der Stadtregionen im Kontext der Globalisierung nachgegangen.

In methodischer Hinsicht liegen Schwerpunkte auf vergleichenden Forschungsansätzen sowie dem Einsatz qualitativer Verfahren der Geographie und Raumforschung. Diskurs- und Politikanalysen tragen dazu bei, nicht nur Stadtentwicklung "an sich" zu untersuchen, sondern auch die verschiedenen "Bilder" (Images) und Vorstellungen von Stadt, die zur Identitätsbildung beitragen bzw. im gesellschaftlichen Raum zirkulieren. Auch werden die Strategien von Stadtpolitik und -planung zum Umgang mit aktuellen Herausforderungen untersucht (Governance). Regionale Schwerpunkte der Forschung liegen insbesondere in Mitteleuropa und Nordamerika.

Nicht zuletzt weil die neue Professur über einen Zeitraum von fünf Jahren durch die Stadt Luxemburg finanziert wird, stehen Probleme und Fragestellungen mit Bezug zu Luxemburg und zur Großregion auch im Mittelpunkt der Forschung. Das dynamische Wachstum der "Mikro-Metropole", ihre ausgeprägte Internationalität oder der Bau des neuen Universitätsstandortes Esch-Belval bieten hierzu eine hochinteressante Kulisse. Gegenstand der Forschung können auch kontrovers diskutierte Fragen wie z. B. das aktuelle Konzept der Landesplanung oder die Forderung nach mehr regionaler Kooperation der Gemeinden sein. Zudem soll die Professur zum Wissensaustausch in Fragen der Stadtpolitik unter den verschiedensten Akteuren beitragen. Dazu wurde u. a. die Cellule nationale d'information pour la politique urbaine (CIPU) eingerichtet, an der sich das Großherzogtum, die Stadt Luxemburg, die Stadt Esch/Alzette sowie die "Nordstad" finanziell beteiligen.

Prof. Dr. Markus Hesse, gebürtig aus Arnsberg/Westfalen, studierte Geographie an der Westf. Wilhelms-Universität Münster und promovierte im Jahr 1997 an der Fakultät Raumplanung der Universität Dortmund. Im Jahr 2004 folgte die Habilitation am Fachbereich Geowissenschaften der Freien Universität Berlin zum Thema Gütertransport und Logistik im Urbanisierungsprozess. Hesse war unter anderem als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektleiter am Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung, Erkner bei Berlin sowie als Oberassistent und Privatdozent am Areitsbereich Stadtforschung des Instituts für Geographische Wissenschaften der Freien Universität Berlin tätig. Hesse wurde nun zum Professor für Stadtforschung an der Universität Luxemburg berufen.


Kontakt: Prof. Dr. Markus Hesse, Universität Luxemburg, Unité de Recherche IPSE, Laboratoire de Géographie et Aménagement du Territoire, T. +352 46 66 44-9627, markus.hesse@uni.lu
Weitere Informationen: http://www.geo.ipse.lu - Homepage der Forschungsgruppe http://www.uni.lu - Homeopage der Universität Luxemburg
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