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Wenn Zellen Signale falsch verstehen

17.09.2008 - (idw) Goethe-Universität Frankfurt am Main

Gastvortrag von Anthony Pawson über die Biochemie der Signaltransduktion bei Krebs FRANKFURT. Jeder äußere Reiz, der auf eine Zelle einwirkt, sei es eine Wärme, Kälte, Licht oder die Signale von Hormonen oder Neurotransmittern, ruft innerhalb der Zelle eine biochemische Reaktion hervor. Die sogenannte Signaltransduktion verläuft im gesunden Organismus in geregelten Bahnen. Wird die Zelle jedoch mit einem unbekannten Signal konfrontiert oder sind die Signalwege defekt, kann es zu fehlgesteuerten Reaktionen kommen, die zu einer Erkrankung führen. Anthony Pawson, ein international anerkannter Spezialist für biochemische Vorgänge bei der Signaltransduktion, berichtet am 24. September im Rahmen der Aventis Perspective Lectures an der Goethe-Universität über seine Forschungen.

Hapert es mit der Signalübertragung in das Zellinnere, ist der Körper anfälliger für Krebs. Dies ist ein klassischer Fall, in dem eine Zelle irrtümlicherweise auf ein abweichendes Signal reagiert und in Folge dessen unkontrolliert zu wachsen beginnt. Auslöser kann eine Genmutation sein, die sich auf diejenigen Signaltransduktions-Proteine auswirkt, die die Zellteilung steuern. "Pawson hat mit seinen bahnbrechenden Arbeiten die Grundlage für einige unserer laufenden Forschungsprojekte, hier an der Goethe-Universität gelegt", freut sich Vizepräsident Prof. Werner Müller-Esterl über den Besuch des Gastprofessors aus Canada.

Tony Pawson beschäftigt sich seit 25 Jahren mit der Frage, wie Zellen wachsen und miteinander kommunizieren. Er fand heraus, welche spezifischen Protein-Wechselwirkungen die Signaltransduktion kontrollieren. Darüber hinaus erkannte er die Bedeutung von Tyrosin-Kinasen. Diese Botenstoffe übermitteln Befehle an Hormone, die die Zellteilung und den Stoffwechsel regulieren. Seine Entdeckungen ermöglichten die Entwicklung neuer Medikamente, die Tyrosin Kinasen blockieren und damit der Verbreitung bestimmter Typen von Krebszellen Einhalt gebieten. Pawsons Arbeiten haben aber nicht nur großen Einfluss auf die Krebsforschung, sondern auch auf die Immunologie. Er gehört zu den am häufigsten zitierten Forschern in diesem Feld.

Anthony Pawson studierte Biochemie an der Universität Cambridge, England, bei dem späteren Nobelpreisträger Tim Hunt. Bereits während seiner Doktorarbeit am Imperial Cancer Research Fund in London beschäftigte er sich mit Krebsforschung. Als Postdoktorand an der University of California in Berkely, wo er von 1976 bis 1980 arbeitete, erwachte sein Interesse an Tyrosin Kinasen. 1981 wurde er Assistant Professor an der University of British Columbia in Vancouver. In Kanada lebt Pawson auch noch heute. Seit 1985 arbeitet er am Samuel Lunenfeld Research Institute des Mount Sinai Hospital in Toronto.

Die Aventis Foundation ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main und dient der Förderung von Kultur, gesellschaftlichen Projekten mit dem Schwerpunkt Gesundheitswesen sowie der Wissenschaft, Forschung und Lehre. Die Aventis Foundation wurde 1996 als Hoechst Foundation gegründet, im Jahr 2000 wurde die Stiftung in Aventis Foundation umbenannt.

Was?
Aventis Perspective Lecture Anthony Pawson

Wann?
Mittwoch, 24. September 2008
SH2 domains and tyrosine kinases - back to the future
18:15 Uhr

Wo?
Klinikum der Goethe-Uni, Theodor-Stern-Kai 7, Neues Hörsaalgebäude, Hörsaal 22-1

Weitere Informationen:
Prof. Werner Müller-Esterl, Tel: 069/6301-5652, office@biochem2.de, Institut für Biochemie II, Campus Niederrad.

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt am Main. Vor 94 Jahren von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht derzeit für rund 600 Millionen Euro der schönste Campus Deutschlands. Mit 45 eingeworbenen Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Uni den deutschen Spitzenplatz ein. In drei Forschungsrankings des CHE in Folge und in der Exzellenzinitiative zeigt sich die Goethe-Universität als eine der forschungsstärksten Hochschulen Deutschlands.


Herausgeber: Der Präsident
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Redaktion: Dr. Anne Hardy, Referentin für Wissenschaftskommunikation
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