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Innovationsminister Pinkwart prämiert die Preisträger der Wettbewerbe "patente Erfinder" und "patente Stu

24.09.2008 - (idw) Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie NRW

Erfindungen aus Hochschulen mit besonderem Marktpotential ausgezeichnet Innovationsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart hat heute vier nordrhein-westfälische Forscherteams mit dem Preis "patente Erfinder" und vier Studententeams mit dem Preis "patente Studierende" ausgezeichnet. Die mit insgesamt 41.000 Euro dotierten Preise für "patente Erfinder" aus Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen werden für Erfindungen mit hohem Innovations- und Marktpotenzial verliehen. Über 119 Erfinder und Forschergruppen aus allen Fachrichtungen nahmen an dem vom Innovationsministerium und der Patentvermarktungsgesellschaft Provendis ausgeschriebenen Wettbewerb teil. Die Gewinner erhalten die finanzielle Unterstützung für den Bau von Funktionsmustern und Prototypen. Ebenfalls überreicht wurden die mit insgesamt 10.000 Euro dotierten Preise für "patente Studierende". Acht Studententeams hatten sich mit ihrem selbst entwickelten Home-Roboter für den von der Initiative "Sachen machen" des VDI ausgeschriebenen Wettbewerb beworben.

Pinkwart sagte: "Wir zeichnen heute Zukunftsmacher aus den Hochschulen für ihre innovativen Ideen und Produkte aus. Innovationen sind in einer modernen Gesellschaft das Fundament für wirtschaftlichen Erfolg und zukunftsfähige Arbeitsplätze. Sie sind der Motor schlechthin - für Wachstum, Wohlstand und Lebensqualität." Provendis-Geschäftsführer Alfred Schillert sagte: "Seit 2004 hat sich die Qualität der Erfindungsmeldungen deutlich gesteigert." Folglich sei auch die Anzahl der Patentanmeldungen aus den Hochschulen des Landes NRW gestiegen. "Diese Steigerung ist nicht zuletzt auf intensive Information, Beratung und Qualifizierungsmaßnahmen an den Hochschulen zurückzuführen", so Schillert.

"Bundesweit haben wir derzeit über 95.000 offene Ingenieurstellen, davon 20.000 in Nordrhein-Westfalen. Viele davon können nicht besetzt werden", erklärte VDI-Direktor Dr.-Ing. Willi Fuchs die Relevanz solcher Wettbewerbe.

Hinweis für die Printmedien: Fotos von der Preisverleihung können auf Nachfrage elektronisch zur Verfügung gestellt werden.

Die Preisträger des Wettbewerbs "patente Erfinder" sind:

1. Preis: Prof. Dr. Peter Proksch, Prof. Dr. Horst Weber und Dr. Sofia Ortlepp, Universität Düsseldorf: Biogener Wirkstoff BIANTS

Den mit 15.000 Euro dotierten 1. Preis erhalten Prof. Dr. Peter Proksch und Dr. Sofia Ortlepp vom Institut für Pharmazeutische Biologie und Biotechnologie an der Universität Düsseldorf sowie Prof. Dr. Horst Weber, Emeritus der Universität Düsseldorf, und drei weitere Wissenschaftler aus Schottland und Schweden für den biogenen Wirkstoff BIANTS. Der einem Peptid des Elefantenohrschwamms nachempfundene Naturstoff schützt Schiffe vor Seepocken- und Muschel-Bewuchs. Durch den auch als Biofouling bezeichneten Befall mit Pocken und Muscheln erhöht sich der Strömungswiderstand von Schiffen, als Folge wird bis zu 50 Prozent mehr Treibstoff verbraucht. Jahrzehntelang begegnete man dem Problem mit kostenaufwändigen Reinigungen im Dock oder hochgiftigen, Umwelt belastenden Antifouling-Unterwasseranstrichen. Da die giftigen Anstriche jetzt verboten sind, treffen die Erfinder mit dem einfach herzustellenden Schwamm-Peptid auf eine Marktlücke.

2. Preis: Prof. Dr. Siegfried Waldvogel, Dr. Jürgen Lörgen und Daniel Lubczyk, Universität Bonn/Prof. Dr. Klaus Müllen und Dr. Roland Baur, MPI Mainz: Detektor aus Hochfrequenzschwingquarzen

Mit dem zweiten Preis in Höhe von 10.000 Euro wurden Prof. Dr. Siegfried Waldvogel, Dr. Jürgen Lörgen und Daniel Lubczyk von der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität Bonn und deren Kollegen Prof. Dr. Klaus Müllen und Dr. Roland Baur vom Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz ausgezeichnet. Die Chemiker haben einen Detektor aus Hochfrequenzschwingquarzen entwickelt, der bei kleinsten Mengen des Sprengstoffs TATP Alarm schlägt. Das handliche Gerät ist obendrein leicht zu bedienen und preiswert herzustellen. Damit eignet es sich für die Personen- und Gepäckkontrolle z.B. im Flughafen.

3. Preis: Prof. Dr. Bernhard Blümich, Dr. Federico Casanova und Dr. Juan Perlo, RWTH Aachen: Profile-NMR-MOUSE

Der dritte Preis im Wert von 8.000 Euro geht an Prof. Dr. Bernhard Blümich, Dr. Federico Casanova und Dr. Juan Perlo vom Institut für Technische und Makromolekulare Chemie (ITMC) der RWTH Aachen für die Entwicklung der Profile-NMR-MOUSE. Das Kontrollgerät erkennt über einen Magnetresonanz-Sensor verschiedenste chemische Stoffe, und zwar auch in geschlossenen Gefäßen. Klein, handlich und leicht zu bedienen eignet sich die NMR-MOUSE etwa für die Qualitätskontrolle in der Produktion, für die Materialanalyse in der verarbeitenden Industrie oder die praktische Stoffcharakterisierung im Labor.

Sonderpreis: Prof. Dr. Hilmar Franke und Christian
Technologietransfer: Schneider, Dr. Arwed Wagner, Universität Duisburg-Essen: Fotobioreaktor mit neuartigem Beleuchtungskonzept

Mit dem Sonderpreis Technologietransfer werden Physiker von der Universität Duisburg-Essen belohnt. Prof. Dr. Hilmar Franke und Christian Schneider haben gemeinsam mit Dr. Arwed Wagner einen kompakten, effektiven und preisgünstigen Fotobioreaktor mit neuartigem Beleuchtungskonzept erfunden, der bereits in Nordrhein-Westfalen und Österreich in der Testphase ist. Adressaten für den Reaktor, der mit Algen und Licht den Klimakiller Kohlenstoffdioxid (CO2) in Sauerstoff und Biomasse umwandelt, sind zum Beispiel Kraftwerkbetreiber. Refinanzieren können sie den CO2-Wandler, indem sie die unbeanspruchten Emissionsrechte und die bei der Reaktion erzeugte Biomasse verkaufen. Weitere Einsatzfelder des Fotobioreaktors sind Kläranlagen, Räuchereien oder auch der Gasabbau bei der Tierhaltung.

Die Preisträger des Wettbewerbs "patente Studierende" sind:

1. Preis: 2-er-Team "Saibertronics": Christian Berberich, 27, und Simon Hoher, Universität Stuttgart, Studiengang Technische Kybernetik
für Bluzzi 08 - Der intelligente Serviceroboter

Bluzzi soll in den Bereichen Komfort, Security und Safety das Leben der Menschen bereichern. Beleuchtungsmanagement, Infotainment und Multimedia, Wettervorhersage, Babyphone, Klimaanlage, Haustelefon mit Freisprechanlage und ein Gegenstandfindeservice sind nur einige der vielen Komfortfunktionen von Bluzzi. Im Bereich Security fungiert der kleine Helfer als Schutz vor Diebstahl, erkennt frühzeitig Einbrüche, schreckt Verbrecher ab und überwacht die heimischen vier Wände. Zu den Safety-Funktionen gehört neben einem Rauchmelder auch ein Warnsystem vor Explosionen und Vergiftungen, ein Rettungs- und Leitwegeassistent sowie ein Modul zur Seniorenbetreuung. Vernetzte Funktionen, drahtlose Kommunikation, Sensoren und die Verwendung von Signalen sorgen für eine leichte Bedienbarkeit, das alltägliche Handeln der Menschen wird wenig beeinflusst. Außerdem kann der Bluzzi auf individuelle Bedürfnisse eingestellt werden. Dadurch soll der Roboter das Leben der Menschen in vielen Bereichen erleichtern.

2. Preis: Torsten Siedel, 26, Humboldt Universität Berlin, Studiengang Allgemeiner Maschinenbau für das Projekt Mechanische Hand

Die mechanische Hand wurde nach biologischen Prinzipien entwickelt. Die Idee bestand darin, die Fähigkeit des Menschen, Gegenstände schnell und zuverlässig mit der Hand zu greifen, auf einen künstlichen Greifer zu übertragen. Eines der Hauptziele war es, dass das Steuern des Greifers durch den Menschen intuitiv geschehen kann. Die Bewegungen der menschlichen Hand müssen auf die mechanische eins zu eins übertragen werden. Diese Aufgabe übernimmt ein Datenhandschuh, welcher die Winkelwerte der einzelnen Finger misst und als Spannungswert ausgibt.

3. Preis: 3-er-Team "aborTUM", Leiter Heiko Panzer, 24, Technische Universität München, Studiengang Maschinenwesen für den Kloboter - Mobiler Roboter zur Reinigung von (Großraum-) Toiletten

Der Name ist beim "Kloboter" Programm: Er ist ein mobiler Roboter zur Reinigung von Toiletten, insbesondere Großraumtoiletten. Er ist in der Lage, über einen möglichst langen Zeitraum die Pflege einer öffentlichen Toilette, beispielsweise am Bahnhof oder am Flughafen, zu übernehmen. Dabei agiert der kleine Helfer völlig autark und autonom. In regelmäßigen Abständen verlässt er seine Ruheposition und reinigt die vorab einprogrammierten Toiletten. Endziel des Projektes ist es, dass nur noch zur Wartung des "Kloboters" der Einsatz von Personal nötig ist.

Sonderpreis: Philipp Wehner, 20, Ruhr-Universität Bochum, Studiengang Elektrotechnik und Informationstechnik für Project II ? Roboterplattform - Hilfe bei der Haus- und Objektüberwachung

Der Roboter ist in verschiedenen Ebenen aufgebaut, von denen sich einzelne Module demontieren lassen. So ist er in unterschiedlichsten Aufgabenbereichen einsetzbar. Dabei soll der Roboter reproduzierbar sein (d.h. alle Teile sind leicht nachzubestellen), indoor- und beschränkt outdoor-tauglich sein, eine hohe Rechenleistung haben, genügend Platz für Erweiterungen bereit stellen, leicht bedienbar und umprogrammierbar sein, genügend Akku-Kapazität besitzen sowie leise und netzwerkfähig sein. Bislang besteht der Roboter aus drei separaten Teilen: Fahrwerk, Aufnahmevorrichtung für Akkumulatoren und Elektronik-Ebene. Das Fahrwerk kann als Grundplattform für neue Systeme dienen. Orientieren kann sich der Roboter mit Ultraschall-Modulen, einem Kompass und Infrarot-Scanner. Über ein Client-Programm können fertige Anwendungen per WLAN auf den Roboter übertragen und gestartet werden. Das besondere an diesem Home-Roboter ist sein Design, welches so konzipiert ist, dass Erweiterungen in jeder Form ohne großen Aufwand implementiert werden können. Daher steckt ein hohes Zukunftspotential in diesem Projekt.

Weitere Informationen: http://www.patente-studierende.de und www.provendis.info
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