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Technik, Nachhaltigkeit und Hockey im Aalener Jugenddreieck

29.09.2008 - (idw) Hochschule Aalen

Die Synergie zwischen Technik und Nachhaltigkeit nutzen, die Faszination des Sports integrieren und das ganze erlebnisorientiert aufbereiten - das ist das Konzept des "Aalener Jugenddreiecks". Die Hochschule Aalen kooperiert dazu mit der Lokalen Agenda 21 und dem Aalener Hockey Club Suebia.
Ein erster Probelauf hat gezeigt: ein ganzheitliches Erlebniskonzept kann Jugendliche für alle drei Bereiche begeistern. Um das Interesse für Technik, Sport und Nachhaltigkeit zu wecken, wurde an der Hochschule Aalen ein Konzept entwickelt, das auf Effekten der Synergie und Erlebnis¬orientierung beruht. Im Aalener Jugenddreieck sollen Jugendliche durch ihr Interesse an Sport, Technik oder nachhaltiger Entwicklung aktiviert und in einem gemeinsamen erlebnis¬orientierten Programm auch für die jeweils anderen Bereiche gewonnen werden.

Hochschule Aalen aktiv in Bildung für Nachhaltige Entwicklung:
Die Hochschule Aalen ist nicht nur an mehreren Projekten der UNESCO-Dekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung" beteiligt, sie unterstützt auch die Lokale Agenda 21 in Aalen unter anderem durch Konzeptentwicklung und studentische Projekte. Im vergangen Semester wurde die in Projekten von Prof. Holzbaur konzipierte Reihe "Aalen nachhaltig(er)leben" durch Befragungen evaluiert. Dabei stellte sich der Wunsch nach "Nachhaltigkeit zum Anfassen" als ein zentraler Punkt heraus. Ein aktuell entwickeltes Projekt ist das "Aalener Jugenddreieck".

Synergien und Erlebnisorientierung nutzen:
Wie kann man Kinder und Jugendliche für das Thema Nachhaltigkeit erreichen? Das ist eine der Kernfragen, die sich aus der studentischen Analyse des Aalener Agenda-Prozesses ergab.
Wie kann man Kinder und Jugendliche für die Technik begeistern? Das fragt sich nicht nur die Hochschule, sondern auch die Industrie, die unter dem Mangel an Fachkräften leidet?
Wie kann man Kinder und Jugendliche für den aktiven Sport begeistern? In Zeiten zunehmenden Fernsehkonsums und virtueller Gemeinschaften stellt sich diese Frage vielen Vereinen.

Eine Lösung liegt im Konzept der Synergie und der Erlebnisorientierung. Der Ansatz von Prof. Dr. Ulrich Holzbaur von der Hochschule Aalen ist, diese drei Bereiche zu einem Erlebnis verschmelzen zu lassen: "Erlebnisorientierung bedeutet, eine Veranstaltung so zu gestalten, dass die Teilnehmer integriert werden und das intensiv Erlebte nachwirkt. Das Interesse an Sport, Nachhaltigkeit und Technik kann man nicht durch trockene Vorträge wecken, da müssen die Telnehmer unmittelbar involviert werden." In Prorektor Prof. Dr. Holger Held und Umweltamtschef Rudolf Kaufmann fand Holzbaur zwei sportbegeisterte Unterstützer. Auch Vorstand und Mitglieder des Hockey-Clubs Suebia waren sofort dabei. Agendabüro, Schulamt und Sportamt der Stadt Aalen unterstützten das Projekt.

Das "Aalener Jugenddreieck" ist ein Beispiel für das an der Aalener Hochschule entwickelte Konzept der "Syn-Events": Gemeinsame Events für gemeinsame Zielgruppen erhöhen die Effizient der Kommunikation. Langfristig soll das Konzept so umgesetzt werden, dass die Teilnehmer am "Aalener Jugenddreieck" durch einen Verein, die Lokale Agenda und die Hochschule geleitet und in den drei Bereichen Technik, Sport und Nachhaltigkeit aktiv werden. Holzbaur "die Schwerpunkt jedes einzelnen werden dann in die eine oder andere Richtung gehen, aber durch die Kooperation gibt es kein hartes entweder - oder." Mit dem Fortschreiten des Projekts werden auch andere Sportarten eingebunden.
Ausgearbeitet wurde die Planung durch ein studentisches Team von Wirtschafts¬ingenieuren mit dem Teamleiter Stefan Komenda.

Die Umsetzung fand statt in Kooperation mit Dipl.-Phys. Maria Tschuschke, die an der Hochschule für die naturwissenschaftliche Bildung und Motivation von Schülern sorgen soll, und mit Michael Hafner, der nicht nur Mitglied im Hockey-Club Suebia ist, sondern als Meister im Studiengang Fertigungstechnik die Labore der Hochschule genau kennt. Aus einer Idee wurde erlebnisreicher Nachmittag.

Zwei 4. Klassen aus Aalen stellten die meisten Teilnehmer. Daneben waren einige SchülerInnen als Aalen dem Aufruf gefolgt. Bei der Begrüßung äußerte Prorektor Prof. Dr. Holger Held die Hoffnung, dass die Schüler sich für Technik und Nachhaltigkeit begeistern lassen. "Ich würde mich freuen, wenn ihr später wieder an die Fachhochschule kommt - am besten im Bereich Technik" so Held.

In drei Stunden durch fünf Programmpunkte:
Geführt wurden die SchülerInnen in drei Gruppen von Mitarbeiterinnen der Hochschule. Programmpunkte waren:
o Im Gießereilabor erläuterte Gießereileiter Dipl.-Ing. Alexander Baesgen die Sandgießtechnik, und den Weg vom Modell über Formherstellung zum fertigen Sandgussteil. Als Anschauungsobjekt war eine Form aus Nassgusssand vorbereitet. Dipl.-Ing. Thomas Weidler erklärte die Fertigungstechnik Druckguss und deren Anwendung und führe den Guß praktisch vor. Wie viele unterschiedliche Anforderungen an die Teile durch die Verfahren und die unterschiedlichen Metalle erfüllt werden, konnten die Kinder hautnah erleben, anfassen und in Form druckgegossenen Flaschenöffnern und Modellautos mit nach Hause nehmen.
o Eintauchen in Virtuelle Realitäten war dann im Labor von Bernd Röth angesagt. Großen Anklang fand der Roboter, der Wörter bis zu 6 Buchstaben schreiben kann. Ausrufe wie: "Der kann ja meinen Namen schreiben" waren an der Tagesordnung und über das Internet wird der eine oder andere das sicherlich noch mal testen. Auch dass der Roboter selbst das Licht ausknipst, war ein überraschender Effekt.
o Was ist Nachhaltigkeit? Dieser Frage ging Prof. Holzbaur in einem Gespräch mit den Schülern nach. Was bedeutet denn nun Generationen oder Lebenswertes Leben? Mit kreativen Antworten entwickelten sich interessante Theorien. Handfeste Beispiele zur Ökologie des Waldes, zur Energiebilanz einer Dampfmaschine und zur Simulation des "Spiels des Lebens" ergänzten das Ganze.
o Im Keller führte Dipl.-Ing. Stefan Zorniger vor, wie aus Wasserkraft elektrische Energie wird. Die Turbine, die man normalerweise nicht in Aktion sehen kann, wurde von einem kräftigen Wasserstrahl angetrieben. Mit Hilfe eines Stroboskops konnte Zorniger die Turbine quasi im vollen Lauf einfrieren, damit die Kinder genau sehen konnten, was passiert.
o In der Gymnastikhalle konnten die Kinder bei den TrainerInnen Ina Fürst und Andrea Enssle und Michael Hafner vom Hockeyclub Suebia Aalen lernen, was Feldhockey bedeutet und wie die Regeln sind. Dass das was ganz anderes ist als Eishockey war ganz schnell klar. Den Abschluss bildete ein Übungsspiel, in dem die Kinder das Gelernt umsetzten
o Zum Abschluss konnten die Kinder im Foyer der Hochschule noch zwei Dampfmaschinen vergleichen: ein mit Esbit befeuertes Modell und eine reale im Eingangsbereich der Aalener Hochschule.

Auf die abschließende Frage an die Gruppe: Was hat euch besonders gut gefallen? war die Antwort: "ALLES!! Alles gleich gut." Typische Aussagen waren "Ich habe mir darunter etwas anderes vorgestellt. Ich bin froh dabei gewesen zu sein und komme wieder. Das hat sehr viel Spaß gemacht.".


Erlebnisorientierung für Bildung und Sport als ein Baustein:
Auf die Dauer soll das Konzept so umgesetzt werden, dass die Aalener Kinder in den drei Bereichen Technik, Sport und Nachhaltigkeit aktiv werden. Die Nachmittage an der Hochschule können ein Einstieg sein, um Kinder und Jugendliche für das Gesamtevent zu begeistern und auch die Vernetzungen zwischen den Bereichen Wissenschaft, Nachhaltigkeit und Sport aufzugeigen.
Weitere Informationen: http://www.htw-aalen.de
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