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Die Renaissance und der Dialog zwischen Wissenschaft, Kunst und Literatur - Tagung an der Herzog August Bibliothek

30.09.2008 - (idw) Herzog August Bibliothek

Die Jahrestagung des Wolfenbütteler Arbeitskreises für Renaissanceforschung, die vom 6. bis 8. Oktober an der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel stattfindet, wird 2008 gemeinsam mit dem European Thematic Network ACUME 2: Interfacing Sciences, Literature and Humanities veranstaltet und widmet sich dementsprechend in einer interdisziplinären und internationalen Perspektive dem Dialog zwischen den Wissenschaften, den Künsten und der Literatur und Dichtung in der europäischen
Renaissance. Leitung: Prof. Dr. Manfred Pfister (Berlin) und Prof. Dr. Dr. Klaus Bergdolt (Köln)

In der Schwellenperiode der Renaissance waren artes und scientiae noch nicht klar geschieden: Die Wissenschaften im modernen Sinn begannen sich in ihr erst von älteren Wissensformationen zu lösen, und eine Trennung von Two Cultures im Sinne C.P. Snows schien schon noch undenkbar. Gerade in einer solchen Schwellenperiode wurden jedoch die Reibungsflächen und Spielräume zwischen diesen verschiedenen Modi des Wissens und deren unterschiedlichen diskursiven, poetischen, visuellen und performativen Repräsentationsformen zu privilegierten Orten für die Emergenz des Neuen.

Galilei war auch Künstler, Michelangelo auch Ingenieur und da Vinci auch Erfinder; Vesalius' anatomische Tafeln bestachen durch ihre Schönheit, und Sektionen wurden nicht selten als ästhetisch-makabre 'Events' inszeniert. Fracastoro erntete als Arzt und Dichter Ruhm, und der literarische Essayist Montaigne war auch Philosoph und Ethnologe. Maler und Architekten des 15. Jahrhunderts wie Alberti, Ghiberti oder Piero della Francesca beschäftigten sich zunehmend mit theoretisch-wissenschaftlichen Aspekten ihrer Kunst. Die Dramen Shakespeares und die Dichtungen eines John Donne reagierten beunruhigt auf die New Philosophy der Astronomie und Anatomie; Reiseberichte aus der Neuen Welt trugen entscheidend zum Fortschritt der Kartographie bei und stellten nicht selten eine Art von Proto-Anthropologie dar, die ihren Niederschlag auch in der politischen Theorie der Zeit fand.

Anhand solcher Beispiele werden die Beiträge zu dieser Tagung die außerordentliche Vielfalt und besondere Produktivkraft des Dialogs zwischen den Wissenschaften, den Künsten und der Literatur in der europäischen Renaissance herausarbeiten.
Weitere Informationen: http://www.hab.de/kalender/wissveranst/Renaissance%20und%20Dialog.pdf - zum detaillierten Programm. http://www.hab.de
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