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Herzschrittmacher: Erfolgsstory seit 50 Jahren

02.10.2008 - (idw) Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Trends zu noch intelligenterer Technik (Frankfurt am Main, 2. Oktober 2008) Premiere war am 8. Oktober 1958. An diesem Tag vor 50 Jahren bekam der Schwede Arne Larrson als erster Mensch einen Herzschrittmacher in die Brust verpflanzt. Seitdem haben die künstlichen Taktgeber bei Millionen von Menschen einen zuvor gestörten Herzschlag wieder in die richtige Bahn gelenkt und damit oft ihr Leben gerettet. Gleichzeitig machte die Herzschrittmachertherapie immer wieder eindrucksvolle Fortschritte und wird ständig verbessert, um Patienten mit Herzrhythmusstörungen ein weitestgehend normales Leben zu ermöglichen.

In Deutschland werden pro Jahr bereits mehr als 65 000 Schrittmacher neu eingesetzt, Tendenz steigend. Meist ist der Einsatz nötig, weil das Herz zu langsam schlägt oder der Herzschlag immer wieder aussetzt und der Patient dadurch in seinem täglichen Leben beeinträchtigt ist - mit typischen Anzeichen wie Schwäche, Schwindel oder gar kurzen Phasen von Bewusstlosigkeit. Hier schafft der Schrittmacher Abhilfe, indem er den Herzschlag über mit dem Herzmuskel verbundene Elektroden ständig kontrolliert und bei Bedarf - vom Patienten meist unbemerkt - die notwendigen elektrischen Impulse setzt, die für einen gesunden, regelmäßigen Herzrhythmus gebraucht werden.

Herzfrequenz wird den jeweiligen Bedürfnissen angepasst

"Zweifellos zählt die Behandlung mit dem Herzschrittmacher zu den erfolgreichsten Therapien der Herzmedizin überhaupt", sagt Prof. Dr. med. Hans-Joachim Trappe, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung. Meilensteine in der Schrittmacher-Geschichte waren etwa die Einführung so genannter Zweikammersysteme, die durch gleichzeitige Stimulierung von Herzkammer und -vorhof für einen verbesserten Blutfluss im Herz sorgen, oder die Entwicklung der frequenzadaptiven Schrittmacher, welche die Herzschlagfrequenz jederzeit an eine veränderte Körperaktivität (wie zum Beispiel beim Treppensteigen) anpassen. Ein ebenso großer Fortschritt ist die seit rund zehn Jahren bestehende "Resynchronisationstherapie" mittels Dreikammer-Schrittmacher, mit Elektroden im rechten Vorhof und beiden Kammern: Sie hilft Patienten mit fortgeschrittener Herzschwäche, bei denen das Zusammenspiel beider Herzkammern gestört ist, die Pumpleistung des Herzens wieder zu verbessern.

Im Vordergrund: Verbesserung der Lebensqualität

Aktuelle Trends gehen in Richtung noch kleinerer und intelligenterer Geräte sowie einer längeren Batterie-Haltbarkeit. Der kleinste Schrittmacher für Erwachsene ist derzeit bereits nur noch so groß wie eine Zwei-Euro-Münze (für Kinder sogar nur wie ein Ein-Euro-Stück), die Batterien halten zwischen fünf und zehn Jahren. "Wichtigstes Ziel auch künftiger Schrittmacher-Forschung ist es aber, den Patienten ein Leben ohne Einschränkungen zu ermöglichen", betont Prof. Trappe. So messen moderne Geräte durch geeignete Sensoren verschiedenste physiologische Parameter im Organismus, um sich binnen Sekunden auf die jeweilige Körpersituation einzustellen. Hinzu kommen die wachsenden Möglichkeiten der Telemedizin. Dabei können vom Schrittmacher erfasste Daten zur Herzsituation des Patienten - bei Bedarf sogar automatisch - über Mobilfunk an den behandelnden Kardiologen weitergeleitet werden, um die Schrittmachertherapie überwachen zu lassen oder bei Beschwerden schnell eine ärztliche Einschätzung zu erhalten. "Die Telemedizin kann natürlich nicht den persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt ersetzen", so Prof. Trappe. "Sie hilft jedoch, den Patienten Zeit und Wege zu ersparen, die Betreuung und Nachsorge durch die behandelnden Ärzte zu verbessern, und sie könnte dadurch langfristig geringere Kosten für das Gesundheitswesen bedeuten."

Ausführliche Informationen zum Thema Herzrhythmusstörungen und Herzschrittmacher enthält die Broschüre "Herzrhythmusstörungen heute" der Deutschen Herzstiftung, die gegen Einsendung von drei Euro in Briefmarken erhältlich ist bei: Deutsche Herzstiftung e.V., Vogtstr. 50, 60322 Frankfurt am Main.


16/2008
Informationen:
Deutsche Herzstiftung e.V.
Pressestelle
Dr. Klaus Fleck / Pierre König
Tel. 069/95 51 28-140
Fax: 069/95 51 28-345
E-Mail: koenig@herzstiftung.de
Weitere Informationen: http://www.herzstiftung.de
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