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Neuer Herzbericht: Große regionale Unterschiede - Höchste Sterbequote bei Herzinfarkt in Brandenburg, niedrigste in Berl

10.10.2008 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.

32. Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und 19. Jahrestagung der Arbeitsgruppe Herzschrittmacher und Arrhythmie, 9.-11. Oktober, Hamburg Die Sterblichkeit bei Herzerkrankungen geht kontinuierlich zurück - das zeigen die Daten des aktuellen Herzberichts, der heute auf der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Hamburg präsentiert wurde. Allerdings profitieren vom Trend zu weniger Herztoten nicht alle Bewohner Deutschlands in gleicher Weise, es gibt bei der Sterblichkeit erhebliche regionale Unterschiede.

Hamburg, 10. Oktober 2008 - "Von einer auch nur in etwa gleichmäßigen Versorgungslandschaft für Herzkrankheiten kann in Deutschland nicht gesprochen werden", so Dr. Ernst Bruckenberger, Autor des jährlich erscheinenden Herzberichtes. "Im Herz-Länderranking schneiden Baden-Württemberg, Sachsen und Bremen am besten ab, Mecklenburg-Vorpommern, das Saarland und Brandenburg am schlechtesten."

Krankenhausrate in Bremen am niedrigsten

Eine detailliertere Betrachtungsweise auf Länderebene zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit, aufgrund einer Herzerkrankung stationär im Krankenhaus aufgenommen zu werden, in Bremen am niedrigsten ist, gefolgt von Hamburg und Baden-Württemberg (20,5 bzw. 19.8 bzw. 15,8 Prozent unter dem Bundesschnitt). Am höchsten ist die Herz-Hospitalisierungsrate im Saarland (22,1 Prozent über dem Bundesschnitt), Mecklenburg-Vorpommern (+19,6) und Brandenburg (+17,4). Die Über- oder Unterschreitung der bundesdurchschnittlichen Morbiditätsziffern ist altersbereinigt dargestellt ebenso wie bei den Sterbeziffer-Vergleichen.

Berliner sterben im Vergleich am seltensten an Herzinfarkt

Vergleichsweise gute Aussichten, nicht an einem Herzinfarkt zu versterben, haben die Berliner, Schleswig-Holsteiner und Hessen (mit 23, 54 bzw. 55 Todesfällen nach Herzinfarkt pro 100.000 Einwohner). Besonders gefährlich in Sachen Herzinfarktmortalität lebt es sich hingegen in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen (106, 104 und 94 Todesfälle pro 100.000 Einwohner).

Auswertung auf Kreisebene: Am wenigsten Herztode in Berlin, am meisten im Landkreis Schönebeck

Bis auf Kreisebene herunter rechnet der aktuelle Herzbericht regionale Unterschiede vor: Die niedrigsten Sterbeziffern aufgrund von Herzerkrankungen waren in Berlin (66 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt) sowie den Landkreisen Nordfriesland (50,5 Prozent unter dem Bundesschnitt) und Stormarn (46,7 Prozent unter dem Bundesschnitt). Die größten Überschreitungen der bundesdurchschnittlichen Sterbeziffer aufgrund von Herzerkrankungen wiesen die Landkreise Schönebeck (132 Prozent über dem Bundesschnitt), Ostprignitz-Ruppin (91,2 Prozent über dem Bundessschnitt) und Spree-Neiße (84,3 Prozent über dem Bundesschnitt).

Versorgungslage sehr unterschiedlich

Auch die zur Verfügung stehenden Versorgungsstrukturen variieren ganz erheblich im Bundesvergleich: Am stärksten über dem Bundesdurchschnitt liegt die Häufigkeit von Herzoperationen im Saarland (32 Prozent über dem Bundesdurchschnitt), in Hamburg (+22,2 Prozent) und in Sachsen-Anhalt (+19,4 Prozent). Bei der Zahl der Katheterinterventionen (PCI) im Verhältnis zu den Einwohnern liegt Berlin an der Spitze (29,8 Prozent über dem Bundesschnitt), Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt (24,5 Prozent unter dem Bundeschnitt).

Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
Pressestelle
Prof. Dr. Eckart Fleck / Christiane Limberg
Achenbachstr. 43, 40237 Düsseldorf
Tel.: 0211 / 600 692 - 61; E-Mail: limberg@dgk.org
Bettschart&Kofler Medien- und Kommunikationsberatung
Pressezentrum am Kongress: 040-35695302: mobil 0043-676-6356775


Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 6700 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste kardiologische Gesellschaft in Europa. Weitere Informationen unter www.dgk.org.
Weitere Informationen: http://www.dgk.org
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