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"Von Ottheinrich zu Carl Theodor" - Prachteinbände aus drei Jahrhunderten

07.05.2003 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Ausstellung in der Universitätsbibliothek Heidelberg präsentiert ästhetisch und historisch bedeutsame Bucheinbände - Ausstellungseröffnung in der Aula der Alten Universität, Grabengasse 1, am 15. Mai 2003 um 18.30 Uhr

Bucheinbände sind nicht nur wichtige Quellen der Bibliotheks- und Bestandsgeschichte, sondern ebenso für die Geistes- und Kunstgeschichte bedeutsam. In der Ausstellung "Von Ottheinrich zu Carl Theodor" wird die Universitätsbibliothek Heidelberg erstmals eine repräsentative Auswahl ästhetisch und historisch bedeutsamer Bucheinbände aus drei Jahrhunderten vorlegen.

Die Universitätsbibliothek besitzt zahlreiche fürstliche Prachteinbände, die weit überwiegend auf Mitglieder der in Heidelberg regierenden pfälzischen Linien zurückgehen. Einer bestimmten Person zuweisen lassen sich diese Einbände aufgrund persönlicher Eignerzeichen, vor allem aufgeprägter Porträts und Wappensupralibros.

Am Anfang der Entwicklung stehen die persönlichen Einbände von Kurfürst Ottheinrich (1556-1559), der zunächst in Neuburg an der Donau regierte, dieses Land aber 1544 wegen seiner verschwenderischen Ausgaben - unter anderem für Bücher - verlassen musste. Nachdem er 1556 die Regierung in Heidelberg übernommen hatte, reformierte er die Kurpfalz, modernisierte die Universität und ließ den Ottheinrichbau errichten. Postum schuf er durch Vereinigung der Schlossbibliothek mit der Universitätsbibliothek die weltberühmte Bibliotheca Palatina. Die Universitätsbibliothek Heidelberg besitzt heute noch über 90 Ottheinrich-Einbände, prächtige braune, mit Rollen verzierte Renaissance-Lederbände mit goldgeprägtem Porträt und dem Wappen ihres Besitzers.

Die Einbände der Heidelberger Nachfolger Ottheinrichs stehen in seiner Tradition. Großes Gewicht kommt Kurfürst Ludwig VI. (1576-1583) zu, dessen Bücher nicht, wie bei Ottheinrich, bewusst einheitlich gebunden wurden, sondern eine Fülle von Porträt- und Wappenplatten aufweisen. Bis zum Dreißigjährigen Krieg hin sank unter seinen Nachfolgern die Qualität der Einbände jedoch deutlich.

Die bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts geschaffenen Einbände gehen im Kern auf die Bibliotheca Palatina zurück. Eine zweite große Gruppe von Einbänden lässt sich auf Bücherabgaben der Mannheimer Hofbibliothek in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zurückführen. Aus dieser Quelle finden sich Einbände der jüngeren, nach Ottheinrich einsetzenden Linie Pfalz-Neuburg, die Anfang des 17. Jahrhunderts die niederrheinische Territorien um Düsseldorf erbte und 1685 in Heidelberg selbst an die Regierung kam. Den Abschluss der Entwicklung pfälzgräflicher Prachteinbände bilden die reich verzierten Werke aus der Mannheimer Hofbibliothek Carl Theodors (1743-1799), die in Anknüpfung an ihr mittelalterliches Vorbild wieder den Namen Bibliotheca Palatina trug.

Zur Ausstellung erscheint ein reich illustrierter Katalog: Von Ottheinrich zu Carl Theodor. Prachteinbände aus drei Jahrhunderten. Bearbeitet von Armin Schlechter unter Mitwirkung von Matthias Miller und Karin Zimmermann, Heidelberg, 2003 (Schriften der Universitätsbibliothek Heidelberg; 4)

Dauer und Öffnungszeiten: 16. Mai bis 31. Oktober 2003 in der Universitätsbibliothek Heidelberg, Plöck 107-109, Montag bis Samstag 10 bis 18 Uhr, sonn- und feiertags geschlossen

Rückfragen bitte an:

Dr. Sybille Mauthe,
Universitätsbibliothek Heidelberg
Tel. 06221 544274, Fax 542623
mauthe@ub.uni-heidelberg.de

Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz,
Pressesprecher der Universität
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de

und
Irene Thewalt
presse@rektorat.uni-heidelberg.de
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