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GBE-Heft 14 zur Gesundheit Alleinerziehender erschienen

07.05.2003 - (idw) Robert Koch-Institut

Seltener ruhig und gelassen, glücklich und voller Energie

Die gesundheitliche Situation bei alleinerziehenden Müttern und Vätern ist schlechter als bei verheirateten oder gemeinsam lebenden Eltern. Das ist die Kernaussage des 14. Heftes der Gesundheitsberichterstattung des Bundes (GBE) am Robert Koch-Institut. Das GBE-Heft "Die Gesundheit alleinerziehender Mütter und Väter" bietet auf knapp 30 Seiten einen Überblick über gesundheitliche Situation und Lebenslage Alleinerziehender und stellt mögliche unterstützende Maßnahmen vor. In Deutschland gibt es insgesamt 1,4 Millionen Alleinerziehende, der größte Anteil sind Frauen.

Alleinerziehende Mütter leiden zum Beispiel häufiger unter Nieren- und Lebererkrankungen, chronischer Bronchitis und Schmerzen. Mit 24,7 % geben sie mehr als doppelt so häufig psychische Erkrankungen an wie die Vergleichsgruppe (10,9 %). Sie nennen häufiger Nervosität, Niedergeschlagenheit und Traurigkeit und fühlen sich seltener ruhig und gelassen, glücklich oder voller Energie. Dennoch können alleinerziehende Frauen nicht undifferenziert als "besonders kranke" Gruppe bezeichnet werden, denn über die Hälfte bezeichnet ihren Gesundheitszustand als sehr gut oder gut.

Alleinerziehende Väter unterscheiden sich im Hinblick auf die Gesundheitsindikatoren nicht wesentlich von den verheirateten. Bei der Lebenszufriedenheit allerdings gibt es Unterschiede: 46,5 % der alleinerziehenden versus 72,7 % der verheirateten sind mit ihrem Leben sehr zufrieden oder zufrieden. Auch beim Gesundheitsverhalten finden sich Differenzen. So ist der Anteil der regelmäßigen Raucher unter den alleinerziehenden Männern größer als in der Vergleichsgruppe (48 % versus 36,2 %). Auch die alleinerziehenden Frauen rauchen häufiger (45,8 % versus 23,6 %).

Nach Ergebnissen der Stressforschung beeinflussen Belastungen die physische und psychische Gesundheit und führen langfristig zu Gesundheitsschäden. Risikofaktoren sind insbesondere eine schwierige finanzielle Situation und soziale Belastungen durch weniger ausgeprägte Netzwerke. "Sozialpolitische Maßnahmen, die auf eine Verbesserung dieser spezifischen Belastungen abzielen, können daher einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der gesundheitlichen Lage Alleinerziehender leisten", resümieren die Autorinnen vom Sozialwissenschaftlichen FrauenForschungsInstitut Freiburg.

Für das GBE-Heft wurden vier repräsentative Datensätze ausgewertet, die in einem Glossar näher beschrieben sind: der Bundes-Gesundheitssurvey 1998 des Robert Koch-Instituts, der Mikrozensus 1999 mit Zusatzbefragung Gesundheit, das Sozio-ökonomische Paneel 2000 des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung und die "Aktionsgrundlagen" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 1995.

Das Robert Koch-Institut, das die Gesundheitsberichterstattung des Bundes in Kooperation mit dem Statistischen Bundesamt durchführt, veröffentlicht seit mehr als zwei Jahren regelmäßig Themenhefte. Die Themen umfassen alle Bereiche des Gesundheitswesens. Das GBE-Heft "Gesundheit alleinerziehender Mütter und Väter" kann kostenlos schriftlich angefordert werden: Robert Koch-Institut, Gesundheitsberichterstattung, Seestraße 10, 13353 Berlin, Fax 01888 - 754-3513, E-Mail gbe@rki.de.


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Herausgeber:
Robert Koch-Institut
Pressestelle
Nordufer 20
13353 Berlin

Tel.: 01888-754-2286
Fax: 01888-754-2265
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