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Schnelle Reaktionen, historische Diskurse, schwarze Löcher

16.10.2008 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Die Universität Heidelberg verleiht vier hervorragenden Nachwuchswissenschaftlern während der Jahresfeier am 18. Oktober den Hengstberger-Preis 2008 - Preisträger stammen aus der Psychologie, der Alten Geschichte sowie der Physik - Das Preisgeld wird für die Organisation eines Symposions im Internationalen Wissenschaftsforum zur Verfügung gestellt Die Universität Heidelberg zeichnet während ihrer Jahresfeier 2008 vier talentierte Nachwuchswissenschaftler mit dem mittlerweile zum fünften Mal vergebenen Klaus-Georg und Sigrid Hengstberger-Preis aus. Die Preisträger (darunter ein Zweierteam) erhalten jeweils 12 500 Euro, um am Internationalen Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg (IWH) im kommenden Jahr drei hochkarätige Symposien durchzuführen.

"Mit der Verleihung der drei Hengstberger-Preise 2008 anerkennen wir die kreativen Ideen der Preisträgerinnen und Preisträger und ihre wissenschaftliche Kompetenz", erklärt Dr. Klaus-Georg Hengstberger, einer der Stifter des Preises. "An Ideenreichtum und Qualität mangelt es dem wissenschaftlichen Nachwuchs in Heidelberg nicht, und so war auch in diesem Jahr die Auswahl wieder sehr schwer", ergänzt Prof. Dr. Ute Mager, Professorin für Öffentliches Recht und Studiendekanin, die bei der Jahresfeier die Laudatio auf die Preisträger halten wird.

Die diesjährigen Preisträger stammen aus der Psychologie, der Alten Geschichte sowie der Physik

Die technische Revolution hat in den letzten Jahren zu einem rasanten Anstieg der computerbasierten Messverfahren in diversen wissenschaftlichen Disziplinen geführt. Dr. Matthias Blümke (Psychologisches Institut) plant eine Konferenz über Chancen und Risiken von Impliziten Assoziationstests - Verfahren, die auf der Messung von Reaktionszeiten im Millisekundenbereich basieren. Sie werden in Bezug auf die verschiedensten Fragestellungen zur Anwendung gebracht - Gewaltbereitschaft, Alkohol- und Drogenmissbrauch, politische Präferenzen, psychische Erkrankungen. Das Symposion mit dem Titel "Transformation of Reaction-time based Measurement Approaches" vereinigt internationale Experten aus verschiedenen Fraktionen der Psychologie. Neben der theoretischen Fundierung der Verfahren soll ein interdisziplinär geteilter Kriterienkatalog für deren Anwendung etabliert werden.

Dr. Christina Kuhn (Seminar für Alte Geschichte) beschäftigt sich in ihren Forschungen mit der politischen Diskurskultur in der Antike. Das von ihr geplante Symposion "Politische Kommunikation und öffentliche Meinung in der antiken Welt" beabsichtigt, den interdisziplinären Dialog zwischen der Geschichtswissenschaft und der Kommunikationswissenschaft als auch der Sozial- und Politikwissenschaft anzuregen. Ziel ist es, neue Analyseeinheiten für die Geschichtswissenschaft zu generieren und zukünftige Forschungsperspektiven auszuloten. Das Symposion, das renommierte Fachexperten und Nachwuchswissenschaftler aus insgesamt sechs Nationen in Heidelberg zusammenführt, wird eine der ersten Tagungen sein, die den Brückenschlag zwischen den genannten Disziplinen macht, um ein vielversprechendes Forschungsfeld, nämlich die "Historische Kommunikationswissenschaft", zu etablieren.

Die Physiker Dr. Stefan Groot Nibbelink (Institut für Theoretische Physik) und Dr. Victor Lendermann (Kirchhoff-Institut für Physik) überlegen, ob das Universum neben den drei bekannten Raumdimensionen noch weitere Dimensionen besitzt. Zusätzliche Dimensionen sind möglicherweise der Schlüssel zu einer Universaltheorie von Elementarteilchen und fundamentalen Kräften. Und die Signaturen solcher Extradimensionen könnten schon bald am weltgrößten Teilchenbeschleuniger LHC (Large Hadron Collider) in Genf aufgedeckt werden, wobei das wohl spektakulärste Phänomen die Entstehung kleiner schwarzer Löcher wäre. Der Stand und die Perspektiven bei der Suche danach sollen im Juli 2009 bei dem Symposion "Extra Dimensions and Mini Black Holes" von führenden Theoretikern und Experimentalphysikern auf den Gebieten Teilchenphysik, Astrophysik, Kosmologie und Gravitation diskutiert werden.

Entscheidend für die Qualität einer Universität ist nicht zuletzt die Qualität ihres wissenschaftlichen Nachwuchses. Die Initiative des Ehrensenators Dr. Klaus-Georg Hengstberger ermöglicht es, den von ihm gestifteten Klaus-Georg und Sigrid Hengstberger-Preis an besonders kreative und erfolgreiche Nachwuchswissenschaftler zu verleihen. Die Preise sollen die Preisträger in die Lage versetzen, im Internationalen Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg (IWH) ein wissenschaftliches Symposion, das "Ruperto-Carola-Symposion im IWH: ein Förderpreis für den wissenschaftlichen Nachwuchs" durchzuführen. Die Preissumme beträgt in diesem Jahr insgesamt 37 500 Euro. Auch 2009 wird der Preis wieder ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist ist dann der 1. Juni 2009. Dass die Universität Heidelberg die Preisträger anlässlich der Jahresfeier auszeichnet, unterstreicht den Stellenwert dieser Auszeichnung.

Preisträger des Klaus-Georg und Sigrid Hengstberger-Preises 2008:
Dr. phil. Matthias Blümke
Psychologisches Institut
Hauptstr. 47-51, 69117 Heidelberg
Tel.: 06221 54 7362, Fax.: 54 7745
matthias.bluemke@psychologie.uni-heidelberg.de

Dr. Christina Kuhn
Seminar für Alte Geschichte und Epigraphik
Marstallhof 4, 69117 Heidelberg
Tel.: 06221 54 22 37
christina.kuhn@zaw.uni-heidelberg.de

Priv.Doz. Dr. Stefan Groot Nibbelink,
Institut für Theoretische Physik
Philosophenweg 16 & 19, 69120 Heidelberg
Tel.: 06221 54 94 43, Fax: 54 93 31,
grootnib@thphys.uni-heidelberg.de

Dr. Victor Lendermann
Kirchhoff-Institut für Physik
Im Neuenheimer Feld 227, 69120 Heidelberg

Tel.: 06621 54 92 83, Fax: 54 49 17
victor@kip.uni-heidelberg.de

Kontakt:
Dr. Ellen Peerenboom
Geschäftsführerin des Internationalen Wissenschaftsforums der Universität Heidelberg
Hauptstraße 242, 69117 Heidelberg
Tel. 06221 543690, Fax 165896
iwh@uni-hd.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

Irene Thewalt
presse@rektorat.uni-heidelberg.de

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