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Bamberger Bildungsforschung zieht Kreise

21.10.2008 - (idw) Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Das Nationale Bildungspanel wird von Bamberg aus koordiniert Was und wie lernen Kinder, Jugendliche und Erwachsene? Wie sehen die Bildungsverläufe von Menschen über längere Zeiträume aus? Wie lassen sich die Bedingungen für das Lernen verbessern? Diese und weitere zentrale Fragen der Bildungsforschung sollen mit dem "Nationalen Bildungspanel" beantwortet werden, das am Montag, 20. Oktober, Bundesministerin Annette Schavan in Berlin der Öffentlichkeit vorstellte. Die Leitung hat Soziologieprofessor Dr. Hans-Peter Blossfeld inne.

Das größte sozialwissenschaftliche Forschungsprojekt, das es bisher in Deutschland gegeben hat, macht Bamberg zukünftig zum Zentrum der Bildungsforschung. Das Nationale Bildungspanel (National Educational Panel Study, kurz NEPS) startet am 1. Januar 2009. Am Montag, 20. Oktober, stellten die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Annette Schavan, der Vizepräsident der Kultusministerkonferenz Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz, DFG-Präsident Matthias Kleiner und Prof. Dr. Hans-Peter Blossfeld, Lehrstuhlinhaber für Soziologie I an der Universität Bamberg und Leiter des Bildungspanels, die umfassende Längsschnittstudie zu Bildung und Kompetenzmessung der Öffentlichkeit vor. Das Forschungsprojekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiiert, das in enger Abstimmung mit den Ländern und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) das Projekt in den kommenden fünf Jahren mit mehr als 70 Millionen Euro fördern wird.

Mit dem Nationalen Bildungspanel werden mehr als 150 Wissenschaftler aus den unterschiedlichsten Disziplinen in ganz Deutschland zu einer Mammutaufgabe vereint. Pädagogen, Soziologen, Volkswirte, Psychologen und Statistiker wollen in Längsschnittstudien Bildungswege in Deutschland erforschen. Dazu werden bis zum Jahr 2014 mehr als 60.000 Menschen in fünf Altersklassen über viele Jahre hinweg befragt. Die Längsschnittperspektive ermöglicht die Abbildung von Bildungskarrieren in Deutschland von der Wiege bis zum Rentenalter. "Das Nationale Bildungspanel übernimmt eine Pionierrolle in der Internationalen Bildungsforschung", erklärt Prof. Dr. Hans-Peter Blossfeld, bei dem an der Universität Bamberg alle Fäden des Exzellenznetzwerks zusammenlaufen.

Ziel ist es, Antworten auf zentrale bildungspolitische Fragen zu liefern. Beispielsweise kann erstmals beobachtet werden, wie sich Kinder aus gleichen Herkunftsfamilien und mit gleichen Kompetenzen in unterschiedlichen Bildungseinrichtungen entwickeln. Außerdem liefert das Nationale Bildungspanel wichtige Datengrundlagen für die Umsetzung der von Bund und Ländern beschlossenen Strategie zum lebenslangen Lernen.

Im Februar wird an der Universität Bamberg eine Tagung zur längsschnittlichen Bildungsforschung stattfinden, an der neben Ministerin Schavan auch Vertreter der Bayerischen Landesregierung teilnehmen werden.

Kontakt:
Prof. Dr. Hans-Peter Blossfeld
Lehrstuhl für Soziologie I
Universität Bamberg, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863-2595
hans-peter.blossfeld@uni-bamberg.de
Weitere Informationen: http://www.uni-bamberg.de/neps
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