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"Mathematik, Königin oder Magd" - Disputation am 31. Oktober in Wittenberg

24.10.2008 - (idw) Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Zur guten Tradition im akademischen Leben der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) gehört die wissenschaftliche Disputation am Reformationstag. In Wittenberg geht es am 31. Oktober diesmal um das Thema "Mathematik, Königin oder Magd". Das Verhältnis von reiner und angewandter Mathematik soll dabei auf anschauliche Weise diskutiert und den Besuchern verständlich gemacht werden. Zuvor ziehen die Mitglieder des Akademischen Senats der MLU in ihren historischen Talaren vom Rathaus zur Stiftung LEUCOREA. "Jede Wissenschaft wird angehalten, etwas für die Anwendung zu produzieren. Diese Leistung kann aber nur erbracht werden, wenn ein theoretisches Fundament vorhanden ist", sagt MLU-Altrektor Prof. Dr. Dr. h.c. Wilfried Grecksch, der die Disputation am Reformationstag moderieren wird. "Dennoch gibt es natürlich auch innerhalb einer wissenschaftlichen Disziplin unterschiedliche Ansichten darüber, was wichtiger ist: Theorie oder Umsetzung. Daher auch der Titel der Disputation. Die Königin Mathematik legt die Grundlagen, gibt die Richtung vor. Die Magd Mathematik nutzt die Grundlagen, um anderen Wissenschaften und der Praxis zu dienen."

Passend zum Titel schlüpfen die Disputanten in die symbolischen Rollen von Königin oder Magd. Prof. Dr. Achim Bachem (Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich) und Prof. em. Dr. Volker Nollau (Technische Universität Dresden) werden die Rolle der Magd einnehmen. Prof. Dr. Dr. h.c. Matthias Kreck (Direktor des Hausdorff-Forschungsinstituts für Mathematik in Bonn) und Prof. Dr. Günter M. Ziegler (Technische Universität Berlin, Präsident der Deutschen Mathematiker-Vereinigung) positionieren sich auf der Seite der Königin. Ziegler erhielt in diesem Jahr den renommierten Communicator-Preis. Der mit 50000 Euro dotierte Preis wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft vergeben. Die Ehrung erhalten Wissenschaftler, die sich um die Vermittlung ihrer Arbeit bzw. wissenschaftlicher Sachverhalte allgemein in der Öffentlichkeit besonders verdient gemacht haben.

Die Repräsentanten der Mägde verteidigen den Standpunkt der angewandten Mathematik. Dem theoretischen Pendant widmen sich die Königinnenvertreter. Sie setzen sich in ihren Argumentationen für die reine Mathematik ein. "Leider lässt sich die reine Mathematik oft nur schwer vermitteln", bedauert Grecksch, der sich durch die Disputation mehr Verständnis für den theoretischen Rahmen der Mathematik erhofft. Mit der Wittenberger Veranstaltung im Jahr der Mathematik verbindet Grecksch eine weitere Hoffnung: "Wissenschaft braucht, damit sie für den Alltag nützlich ist, einen Vorlauf. Dieser Vorlauf lässt sich nicht steuern. Gerade deshalb ist es wichtig, der Mathematik Zeit zu geben. Zeit die sie benötigt, um sich gedanklich zu entwickeln."

Die Disputation beginnt um 15 Uhr in der Stiftung LEUCOREA, Collegienstr. 62, 06886 Lutherstadt Wittenberg. Der Universitätsrektor Prof. Dr. Wulf Diepenbrock und Wittenbergs Oberbürgermeister Eckhard Naumann sprechen Grußworte.

Um 14:30 Uhr ziehen die Mitglieder des Akademischen Senats der MLU in Talaren vom Rathaus zur Stiftung LEUCOREA. Für die musikalische Umrahmung sorgen Mitglieder des Akademischen Orchesters der Universität unter der Leitung von Matthias Erben.

Text: Jörg Henker

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Wilfried Grecksch
Tel.: 0345 55 24670
E-Mail: wilfried.grecksch@mathematik.uni-halle.de

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