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Rechtzeitige Herzklappen-OP schützt vor Dauerschäden

27.10.2008 - (idw) Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Optimaler Operationszeitpunkt lässt sich mittlerweile gut planen (Frankfurt am Main, 27. Oktober 2008) Nicht jeder Herzklappenfehler muss operiert werden. Besteht jedoch die Gefahr, dass eine Klappenerkrankung dauerhaft die Pumpfunktion des Herzens beeinträchtigt, dann ist meist auch über einen chirurgischen Eingriff zu entscheiden. Zu diesem raten die Ärzte heute wesentlich früher: "Während lange Zeit die Tendenz bestand, die Operation hinauszuschieben, wird heute frühzeitig operiert, damit das Herz durch die Herzklappenerkrankung keine irreparablen Schäden erleidet", erklärt Prof. Dr. med. Rüdiger Lange, Herzchirurg im Deutschen Herzzentrum München und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Dies gilt bei schweren Klappenerkrankungen selbst dann, wenn der Patient - noch - über keine oder nur geringe Beschwerden klagt. Denn deutliche Einschränkungen der Leistungsfähigkeit machen sich unter Umständen erst spät bemerkbar.

Ob, wann und wie operiert wird, hängt vom regelmäßig zu kontrollierenden Verlauf der Erkrankung, aber auch von eventuellen Begleiterkrankungen ab. "Die heute zur Verfügung stehenden Untersuchungsmethoden für Herzklappenfehler", so Prof. Lange, "machen es möglich, für jeden Patienten individuell nicht nur den optimalen Operationszeitpunkt, sondern auch das optimale Operationsverfahren zu planen."

Klappenersatz, Rekonstruktion oder Sprengung

Die häufigsten Herzklappenfehler - die entsprechend häufig auch operiert werden - sind die Verengung der Aortenklappe (Aortenklappenstenose) im höheren Lebensalter und die Undichtigkeit der Mitralklappe (Mitralklappeninsuffizienz). Beide führen zu einer Verschlechterung der Pumpfunktion der linken Herzkammer. Unbehandelt schränken sie nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit des Patienten, sondern auch seine Lebenserwartung ein.

Die hochgradige Aortenklappenstenose erfordert meist einen Klappenersatz, überwiegend verwendet man dafür eine biologische Klappenprothese (aus tierischen oder menschlichen Materialien). Mechanische Klappenprothesen aus Metall oder Kunststoff kommen vor allem für jüngere Patienten in Frage und machen die lebenslange Einnahme von Medikamenten zur Blutgerinnungshemmung notwendig. Ein großer Fortschritt bei der Operation einer undichten Mitralklappe ist deren operative Wiederherstellung (Rekonstruktion). Denn danach kann der Patient fast wieder so gut wie mit einer natürlichen Klappe weiterleben. Verengte Mitralklappen lassen sich zum Teil auch durch eine Sprengung (Valvuloplastie) behandeln, um den Blutfluss durch das Herz wieder zu normalisieren.

Unabhängig davon, ob Klappenersatz, Rekonstruktion oder Sprengung in Frage kommen, ist das damit verbundene Operationsrisiko immer gegen das Risiko einer Verschlechterung der Herzklappenerkrankung abzuwägen. "Wird rechtzeitig operiert", betont Herzchirurg Prof. Lange, "dann lässt sich in den allermeisten Fällen eine bleibende Pumpschwäche des Herzmuskels vermeiden und die Lebensqualität des Patienten erhalten."

Ausführliche Informationen zum Thema Klappenoperationen enthält die aktuell zum Herzmonat 2008 von der Deutschen Herzstiftung herausgegebene Broschüre "Herzklappenerkrankungen heute". Sie ist gegen Einsendung von drei Euro in Briefmarken erhältlich bei: Deutsche Herzstiftung e.V., Vogtstraße 50, 60322 Frankfurt am Main.


20/2008

Informationen:
Deutsche Herzstiftung e.V.
Pressestelle
Dr. Klaus Fleck / Pierre König
Tel. 069/95 51 28-140
Fax: 069/95 51 28-345
E-Mail: koenig@herzstiftung.de
Weitere Informationen: http://www.herzstiftung.de
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