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Viele Modelle, um Religion zu thematisieren

08.05.2003 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Mehr als 10.000 Jugendliche wurden bei einem Forschungsprojekt in verschiedenen europäischen Ländern nach ihren Lebensperspektiven befragt. Aus Deutschland sind der Initiator des Projektes, der Würzburger Religionspädagoge Prof. Dr. Dr. Hans-Georg Ziebertz, und seine Mitarbeiter beteiligt. Die Auswertung wird jetzt im Mai bei einer fünftägigen Arbeitskonferenz an der Uni Würzburg diskutiert.

Im Rahmen dieser Tagung findet auch ein öffentliches Kolloquium in englischer Sprache statt, und zwar am Dienstag, 13. Mai, von 14.00 bis 16.00 Uhr in Raum 317 der Uni am Sanderring. Es befasst sich mit dem Thema "Religious Education in Europe: Viele Modelle, Religion zu thematisieren" und beinhaltet sieben Kurzvorträge von Wissenschaftlern aus Kroatien, Finnland, England, Israel, Polen, Schweden und den Niederlanden. Die Moderation übernimmt Prof. Ziebertz.

Der Würzburger Religionspädagoge erläutert die Hintergründe des Projekts, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wurde: "Wir haben es hinsichtlich der Religiosität in Europa mit einer Ausdifferenzierung zu tun. Diese führt erstens dazu, dass der Religion in einer Gesellschaft ein eigener Sektor zugewiesen wird. Zweitens gibt sie einen Unterschied zu erkennen zwischen den religiösen Institutionen und der individuellen Religiosität." Der erste Befund könne dazu führen, dass die Religiosität von den übrigen Fragen der Lebensführung abgekoppelt wird. Der zweite Befund rufe die Frage auf, inwieweit die individuelle Religiosität mit religiösen Institutionen verbunden ist.

Bei dem Forschungsprojekt wurde untersucht, wie es um die Lebenseinstellung und die Religiosität Jugendlicher steht. Gefragt wurde nach der persönlichen Lebensorientierung sowie nach der Einstellung gegenüber gesellschaftlichen Institutionen und der Gesellschaftspolitik. Weitere Fragen zielten auf den Zusammenhang zwischen Lebenseinstellung und Religiosität und das dazu gehörende Umfeld. Die Forscher wollten auch herausfinden, ob es länderspezifische Unterschiede zwischen Nord-, Süd-, West- und Osteuropa gibt.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Dr. Hans-Georg Ziebertz, T (0931) 888-4839, E-Mail: kath.rp@mail.uni-wuerzburg.de
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