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Gefährliche Krankenhausbakterien im Focus Greifswalder Forscher

05.11.2008 - (idw) Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Warum Staphylokokken so gefährlich sind und wieso Antibiotika nicht mehr wirken; welche neuen Therapieansätze existieren und wie aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse den Patienten zugutekommen können: Darüber diskutierten 150 Wissenschaftler aus aller Welt auf der Tagung Pathophysiologie der Staphylokokken, die vom 28. bis 31. Oktober im Bildungszentrum Kloster Banz stattfand. Veranstalter des Symposiums waren die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG, die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, Deutschlands Nationale Akademie der Wissenschaften. Unterstützt wurde die Tagung durch den Leopoldina Freundeskreis e. V. und dem EU-Projekt "Network of Excellence EuroPathoGenomics". Mehr als 500.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland während ihres Krankenhausaufenthaltes an einer Infektion; Auslöser sind in der Mehrzahl der Fälle Staphylokokken. Die Folgen solcher Infektionen sind zum Beispiel Wundinfektionen, Lungenentzündungen, Blutvergiftung (Sepsis) oder Entzündungen, die von medizinischen Implantaten ausgehen. Weil sich antibiotikaresistente Varianten rasant ausbreiten, wird die Behandlung immer schwieriger.
Die Tagung wurde durch den von der DFG geförderten Forschungsverbund "Pathophysiology of Staphylococci" ausgerichtet, in dem seit zwei Jahren Wissenschaftler der Universitäten Greifswald, Tübingen und Würzburg zusammenarbeiten. Die Forscher in diesem Verbund suchen, ausgehend von Erkenntnissen der angewandten Genomforschung, nach neuen Ansätzen für die Prävention und Bekämpfung von Krankenhausinfektionen durch Staphylokokken.
Eröffnet wurde die Tagung von Herrn Professor Dr. Dr. h.c. Jörg Hacker, Präsident des Robert-Koch-Instituts. In seiner Begrüßungsrede verwies er auf die Dringlichkeit Krankenhausinfektionen durch antibiotikaresistente Staphylokokken rasch zu senken und neue Therapien zu entwickeln. Im Anschluss gab der Sprecher des Verbundes Herr Professor Dr. Michael Hecker einen umfassenden Überblick über die modernen Methoden der Proteinbestimmung und deren Anwendung bei der Erforschung der Krankheitsprozesse. Die Greifswalder Forscher um Professor Dr. Michael Hecker koordinieren seit 2006 das Projekt SFB/Transregio 34 "Pathophysiologie von Staphylokokken in der Post-Genom Ära. Das Institut für Mikrobiologie an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald hat sich inzwischen zu einem international bedeutsamen Zentrum für Proteomanalyse entwickelt. Es fungiert als Technologieplattform "Proteomics" für rund 100 Netzwerkteilnehmer in Deutschland.
Im Verlauf des Symposiums berichteten Referenten aus 11 Ländern über die Vielfalt der Erreger, ihre Tricks und aktuelle Ansätze den Trend der weiteren Ausbreitung Antibiotika unempfindlicher Bakterien zu stoppen. Über die Proteomanalyse kann die Zellphysiologie des gefährlichen Erregers entschlüsselt werden. Damit sind Erkenntnisse über seine Lebensform und sein Verhalten im Wirt möglich. Mit diesem Wissen können neue Bekämpfungsstrategien entwickelt werden.
Am Ende waren sich die Teilnehmer einig, dass nur durch intensive gemeinsame Forschungsanstrengungen zukünftig effektivere Behandlungsmöglichkeiten von Staphylo-kokkeninfektionen zur Verfügung stehen werden.

Gemeinsame Pressemitteilung der Universitäten Greifswald, Tübingen und Würzburg

Ansprechpartner für Rückfragen:

Prof. Dr. Michael Hecker
Institut für Mikrobiologie,
F.-L.-Jahn-Straße, 17487 Universität Greifswald
Telefon 03834 86-4200
Telefax 03834 86-4202
hecker@uni-greifswald.de

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