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So kommen Wildtiere warm durch den Winter

10.11.2008 - (idw) Deutsche Wildtier Stiftung

"Warum kriegen Enten im Winter keine kalten Füße?", fragen sich viele Spaziergänger, wenn sie die Wasservögel auf zugefrorenen Teichen stehen sehen. Dr. Dieter Martin, Biologe der Deutschen Wildtier Stiftung, kennt die Antwort. "Warum kriegen Enten im Winter keine kalten Füße?", fragen sich

viele Spaziergänger, wenn sie die Wasservögel auf zugefrorenen Teichen stehen sehen. Dr. Dieter

Martin, Biologe der Deutschen Wildtier Stiftung, kennt die Antwort. "Sie haben kalte Entenfüße,

in die nur sehr wenig Blut strömt." Auf dem Weg in die Füße kühlt das Blut von etwa 40 Grad auf

sechs Grad ab. "Hätten Enten warme Füße, würden sie das Eis, auf dem sie stehen, antauen und

dann mit dem Schmelzwasser festfrieren", erläutert Dr. Martin. Jetzt im Spätherbst müssen sich

die Wildtiere in Deutschland "warm anziehen", um den Winter zu überleben. Bei den

unterschiedlichen Überlebensstrategien spielt Luft eine wichtige Rolle.

Ein dichtes Federkleid schützt die daheimgebliebenen Vögel vor der Kälte. "Doch zwischen den

einzelnen Federn liegen Luftschichten, die als zusätzliche Wärmeisolatoren fungieren: Diese

Luftpolster schützen die Vögelkörper vor dem Auskühlen", sagt Dr. Martin. Viele Vögel machen

sich obendrein "dicke": Sie plustern sich auf, um die Luftschichten zwischen den Federn noch zu

vergrößern. Federn von Wasservögeln sind außerdem gefettet und wasserabweisend. Enten zum

Beispiel haben eine spezielle Fettdrüse am Schwanz, die Bürzeldrüse. Mit dem Schnabel verteilen

sie das Fett aus dieser Drüse im Federkleid.

Wer jetzt draußen überleben will, muss ein dickes Fell haben: Der Fischotter hat z.B. mit 50 000

Haaren pro Quadratzentimeter sicher den dichtesten Winterpelz. Viele Wildtiere haben ein Oberund

ein Unterfell. Auch Säugetiere verdanken Luftschichten zwischen den Haaren, dass sie vor

strenger Kälte geschützt sind. Meist ist das Unterfell dicht und kurz: ist es knackig kalt, stellen die

Tiere diese Haare auf.

"Große Tiere kühlen wesentlich langsamer aus als kleine", sagt Dr. Martin von der Deutschen

Wildtier Stiftung. Dem Feldhasen wachsen im Winter zusätzliche Wollhaare: Sein Fell wird viel

dichter und isoliert deshalb besser gegen die Kälte. Auch im Haarkleid des Hasen staut sich Luft,

die gut gegen Kälte wirkt. Beim Rothirsch bestehen die Haare aus drei Schichten: der Mark- und

der Rindenschicht sowie dem Oberhäutchen. Die Markschicht ist ebenfalls lufthaltig und sorgt für

einen effektiven Wärmeschutz. Im Winter sind die Wollhaare besonders dicht. Das Haar ist

doppelt so lang wie im Sommerfell. Der Fellwechsel ist jetzt im Herbst. Während das rötlichbraune

Sommerfell dem Rothirsch seinen Namen gab, ist das Winterfell graubraun gefärbt.

Das Deckhaar der Wildschweine ist jetzt dunkelgrau bis braun-schwarz. Die borstigen Deckhaare

sind bis zu 25 Zentimeter länger als im Sommer. Darunter liegt die kurze dicke Unterwolle. Auch

im Wildschwein-Fell sind zwischen den Haaren Luftkammern eingeschlossen, die die Abgabe von

Körperwärme verhindert. Jetzt im November ist der Fellwechsel bei Wildschweinen

abgeschlossen. Sie haben sich an Bäumen gescheuert, um die alten Haare loszuwerden.

Wildschweine rotten sich im Winter mit ihren Artgenossen zusammen, um sich zu wärmen.

Außerdem haben sie sich - wie viele Wildtiere - eine dicke Speckschicht angefressen, um gut

durch den Winter zu kommen.
Weitere Informationen: http://E.Goris@DeutscheWildierStiftung.de http://www.DeutscheWildtierStiftung.de

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