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Bundeskanzlerstipendiat aus St. Petersburg an der halleschen Universität

11.11.2008 - (idw) Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Der Bundeskanzlerstipendiat Dmitry Kamenev ist seit Kurzem Gast am Wirtschaftswissenschaftlichen Bereich der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Am Lehrstuhl "Internationale Wirtschaftsbeziehungen" arbeitet er bis August 2009 an seiner Dissertation zur Kooperation zwischen deutschen und russischen Unternehmen im Rahmen der geltenden Welthandelsordnung. Kamenev ist nicht zum ersten Mal in Halle und an der MLU: Bereits im Wintersemester 2006/07 war er sechs Monate als DAAD-Stipendiat am Lehrstuhl "Internationale Wirtschaftsbeziehungen" von Prof. Dr. Martin Klein zu Gast. Nach einer gemeinsamen Informationsreise nach Bonn, Berlin und an weitere Orte im September 2008 forschen die jetzigen Bundeskanzlerstipendiaten zwischen Oktober 2008 und August 2009 an den verschiedenen Universitäten und Institutionen zu ihren Themen: Dmitry Kamenev beschäftigt sich in seiner Dissertation mit den Kooperationen zwischen russischen und deutschen Unternehmen. Dazu wird er die größten Unternehmen Deutschlands besuchen und Experten nach den Einstellungen deutscher Firmen zu den russischen Märkten sowie zu den Möglichkeiten des WTO-Systems in deutschen Unternehmen befragen. Denn Russland plant seit 1993 seinen Beitritt zur WTO. Kamenev befasst sich in seinen Untersuchungen auch mit der Zollsenkungsformel. "Das existente WTO-System ist nicht homogen - was man leicht daran sehen kann, dass es reiche, ärmere und sehr arme Länder gibt. Besonders die sehr armen fordern bessere Bedingungen, damit sie mit den anderen Nationen erfolgreich kooperieren können", sagt Kamenev.

Der jetzige Aufenthalt des Petersburgers in Halle ist bereits sein vierter: "Im November 2003 habe ich an einem Projekt der Deutschen Management Akademie Niedersachsen mit unserer Staatlichen Universität St. Petersburg teilgenommen. Ich habe damals in den Leuna Werken ein Praktikum im Bereich Marketingforschung, Chemiestandorte Ukraine und Weißrussland, gemacht und in Halle gewohnt", erzählt der 25-Jährige. "Mein Studium beendete ich im Juli 2005 als Diplomökonom an der Staatlichen Universität St. Petersburg. Ich erhielt eine Doktorandenstelle und begann, an meiner Dissertation zu arbeiten. In dieser Zeit schickte ich an einige deutsche Universitäten, die sich mit internationalen Wirtschaftbeziehungen beschäftigen, meine Forschungsunterlagen und bewarb mich für ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD). Von Prof. Klein habe ich eine Zusage für seinen Lehrstuhl erhalten und bin seitdem in engem Kontakt mit ihm."

Mit dem bewilligten DAAD-Stipendium in der Tasche kam Kamenev im September 2006 zu Prof. Dr. Martin Klein nach Halle und forschte in den darauffolgenden sechs Monaten bereits zum Thema seiner Dissertation. Ende Februar 2007 ging er nach Russland zurück, arbeitete an "seiner Universität" am Lehrstuhl für Weltwirtschaft an der Ökonomischen Fakultät und parallel dazu als Unternehmensberater bei einer kleinen finnisch-russischen Firma. Im Oktober 2007 war er erneut in Halle und nahm an der Sommerschule am Institut für Wirtschaftsrecht der MLU teil.

An der St. Petersburger Universität erfuhr er vom Bundeskanzlerstipendium: "Eines Tages kam ein Brief an unseren Lehrstuhl mit Informationen über das Bundeskanzler-Stipendium für künftige Führungskräfte: Warum nicht, dachte ich und habe ich mich beworben." Nach einiger Zeit wurde er von der Humboldt-Stiftung nach Moskau eingeladen. Er flog nach Moskau, absolvierte das Auswahlgespräch und erhielt Anfang April 2008 die Zusage für das begehrte Stipendium.

Bundeskanzlerstipendium

Die Alexander von Humboldt-Stiftung vergibt aus Mitteln des Auswärtigen Amtes jährlich bis zu 30 Bundeskanzlerstipendien an Nachwuchsführungskräfte aus den USA, der Russischen Föderation und der Volksrepublik China (jeweils zehn pro Nation). Das Programm steht unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland und wendet sich an Vertreter aller Berufe und Fachdisziplinen, unter besonderer Berücksichtigung der Geistes-, Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften.

Ziel des Programms ist es, diesen Nachwuchskräften bereits in einem frühen Karrierestadium einen langfristigen Aufenthalt in Deutschland zu ermöglichen, damit sie später Mittler zwischen Deutschland und ihrem Heimatland in bedeutenden Positionen in Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft werden können.


Text: Dr. Petra Hoffmann

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Martin Klein
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Lehrstuhl für Internationale Wirtschaftsbeziehungen
Telefon: (0345) 55 23326
E-Mail: martin.klein@wiwi.uni-halle.de

Dmitry Kamenev
Telefon: (0345) 55 23416
E-Mail: dmitry.kamenev@googlemail.com

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