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Zwischen Mutterglück und Babyblues - Was braucht die Seele einer Frau nach der Geburt?

13.11.2008 - (idw) Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Ambitionierte Frauen für ehrenamtliches Pilotprojekt gesucht

Seelsorge in Extremsituationen wie bei schweren Erkrankungen, Katastrophen oder traumatischen Erlebnissen ist längst Normalität. Wie reagiert die Gesellschaft aber auf Frauen, die gerade unter Schmerzen ihr Kind zur Welt gebracht haben und jetzt die Verantwortung für ein Neugeborenes tragen? Diese Frage hat Michaela Fröhlich (Foto), Vikarin der Kirchengemeinde Karlshagen/Krummin, seit der Geburt ihrer eigenen Tochter vor einem Jahr in Wolgast nicht mehr losgelassen. Jetzt startet die gebürtige Stralsunderin im Kreiskrankenhaus Wolgast ein einzigartiges Modellprojekt und sucht dafür noch ambitionierte Frauen. Unterstützt wird die Aktion von der Kirchengemeinde Karlshagen/Krummin, vom Kreiskrankenhaus Wolgast, von den Krankenhausseelsorgern am Uniklinikum Greifswald und der Stadt Wolgast. Die Vertreter der Medien sind recht herzlich eingeladen, die ehrenamtliche Initiative zur "GeburtsnachSeelsorge" zu begleiten.

Eine Frau bringt ein gesundes Kind zur Welt und versinkt in tiefen Depressionen. Eine Mutter fürchtet um ihr Baby, weil es mit gesundheitlichen Problemen auf die Welt gekommen ist. Eine andere Frau fühlt sich inmitten des hektischen Klinikalltages auf der Geburtenstation allein gelassen... "Jede Geburt ist ein einschneidendes Erlebnis", unterstrich die Vikarin. "Darüber wollen wir mit den Frauen reden. Zahlreiche Gespräche mit Frauen nach der Geburt haben mich motiviert, dieses Projekt tatkräftig anzupacken." Ich hätte Trost und jemanden zum Reden gebraucht; ich wollte nur schlafen und nichts mehr sehen und hören; ich habe mir große Sorgen um die Zukunft als allein erziehende Mutter gemacht; waren nur einige der vielen unterschiedlichen Antworten nach der Gefühlslage nach der Geburt. "Es gibt ein seelsorgliches Vakuum nach der Entbindung", ist sich die Theologin sicher.

Aus den Gesprächen entwickelte die 30-jährige ein Projekt mit Modellcharakter, das in der Form womöglich eine Premiere in einem Krankenhaus erleben wird. Michaela Fröhlich will einen Besuchsdienst aus ehrenamtlichen Frauen aufbauen und mit diesen in der Adventszeit, über Weihnachten und Silvester und bis ins neue Jahr hinein Mütter auf der Geburtsstation im Wolgaster Krankenhaus besuchen. Im Vorfeld ist am 5. und 6. Dezember dazu eine Beratungsausbildung für die ersten Teilnehmerinnen geplant (siehe Ablauf). Interessierte Frauen sind herzlich eingeladen, sich in einem vorbereitenden Seminar mit der Materie vertraut zu machen und anschließend in dem Pilotprojekt aktiv mitzuwirken. Die Teilnahme an dem Seminar ist kostenfrei (Telefonische Anmeldung über das Pfarramt, Telefon 038371-20 413 oder E-Mail MichalFrejlach@gmx.de). "Unser Ziel ist, aus den Erfahrungen der ersten Gruppe heraus das Projekt der GeburtsnachSEELsorge auf eine solide Basis zu stellen, kontinuierlich weiter zu entwickeln und so für andere Regionen, Häuser und Gemeinden nutzbar zu machen", so die Vikarin. Dafür wurde auch ein Förderantrag auf finanzielle Unterstützung bei der "Aktion Mensch" eingereicht.

Einladung zu einem Besuchsdienstkreis von Frauen für Frauen
Was braucht die Seele nach der Geburt?

Beratungsausbildung zum Start des Projektes "GeburtsnachSEELsorge"

Teilnehmende: interessierte Frauen jeden Alters

Termine
Freitag, 5. Dezember 2008/Sonnabend, 6. Dezember 2008

Themen + Referenten
Abläufe auf der Station und Informationen zum "Baby Blues", Hebamme Gabriela Morgenstern
Was sind Postpartale Störungen (Wochenbettdepressionen)?
Oberärztin Heike Ulrich, Frauenklinik Wolgast
Gesprächsübungen mit Edda Wilde, Leiterin der Telefonseelsorge in Vorpommern
Religiöser Blick auf die Geburt, Vikarin Michaela Fröhlich

Besuche auf der Station
Sonntag, 2. Advent, 7. Dezember 2008 bis 8. Januar 2009

Auswertungsseminar
Freitag, 9. Januar 2009/Sonnabend, 10. Januar 2009
Austausch über die Erfahrungen bei den Besuchen,
Meinungen vom Krankenhauspersonal, Hebammen, Ärzten

Organisatorisches
Tagungsort: Wolgaster Kreiskrankenhaus
Für Verpflegung ist gesorgt.
Beginn der Seminare:
Freitag ca. 16.00 Uhr; Sonnabend ab 9.00 Uhr,
Ende der Seminare gegen 21.00 Uhr.
Das Seminar ist kostenfrei!

Kontakt: Vikarin Michaela Fröhlich
Homeyerstrasse 2, 17438 Wolgast

T +49 3836-23 26 54
E MichalFrejlach@gmx.de

Pfarramt Karlshagen/Krummin
Pfarrerin Martina Gehlhaar
Bahnhofstraße 15
17449 Trassenheide
T +49 38371-20 413

Kreiskrankenhaus Wolgast gGmbH
Akademisches Lehrkrankenhaus
der Universität Greifswald
Geschäftsführer: Michael Kulle
Chausseestraße 46, 17438 Wolgast
T +49 3836 257-200
F +49 3836 257-202
M +49 151-12 100 644
E kkhw@kreiskrankenhaus-wolgast.de
http://www.kreiskrankenhaus-wolgast.de

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