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Simulierte Autofahrt im Tomographen

17.11.2008 - (idw) Universitätsklinikum Essen

Mandy Mader erhält Vortragspreis beim Forschungstag 2008 Erstaunlicherweise passieren viele Autounfälle auf bekannten Stecken - beispielsweise auf dem Weg zur Arbeit. Warum dies so ist, dieser Frage ging die Doktorandin Mandy Marder aus dem Radiologischen Institut des UK Essen nach. Auf dem Forschungstag 2008 der Medizinischen Fakultät überzeugte sie jetzt das Publikum durch ihren engagierten Vortag von ihrer Arbeit und erhielt dafür vom Forschungsdekan Prof. Jan Buer den mit 500 Euro dotierten Vortragspreis (v.l.n.r.: Preisträgerin Mandy Marder, die studentische Vertreterin der Fachschaft Christina Glück und Forschungsdekan Prof. Jan Buer). Insgesamt präsentieren 137 Nachwuchswissenschaftler ihre aktuellen For¬schungsarbeiten auf dem Forschungstag. Dabei stellten sie sich den Fragen von Kollegen, Besuchern und eines internen Gutachtergremiums. Ausgezeichnet wurden neben Mandy Marder weitere acht Doktoranden mit Posterpreisen zu je 250 ¤.

Polizisten als Probanden
Als Probanden suchte die Doktorandin 16 Polizisten aus, die eine Fahrweiterbildung absolviert hatten und große Fahrerfahrung aufwiesen. Mit Hilfe des Magnetresonanztomographen (MRT) konnte sie deren Gehirnaktivitäten in verschiedenen Fahrsituationen aufzeigen - wobei sie eine extra für die Studie entwickelte Fahrsimulations-Software nutzte. Auf unbekannte Strecken reagierten die Polizisten mit erhöhter Aufmerksamkeit. Entsprechende Hirnareale leuchteten im MRT auf, die für bewusstes Wahrnehmen stehen. Auf bekannte Strecken reagierte ihr Gehirn hingegen "träger", zeigte weniger Aktivität und damit weniger Aufmerksamkeit. "Kommt es nun auf diesen eher monoton empfundenen Strecken plötzlich zu einer kritischen Situation - beispielsweise ein Stauende hinter einer Kurve - passiert schnell ein Unfall. Der Tomograph zeigt ganz deutlich, dass der Fahrer offensichtlich nicht aufmerksam genug ist, um direkt reagieren zu können", erklärt Mandy Marder. Sind bei unbekannten Strecken die entsprechenden Hirnareale hingegen aktiviert, reagierten die Probanden in ihrem Versuch auf schwierige Fahrsituationen schneller und konnten so manche Kollision verhindern.

Nähere Informationen:
Forschungsreferentin Dr. Inge Krümpelbeck, Tel.: 0201/723-4692, inge.krümpelbeck@uk-essen.de

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