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Versagt Erinnerung? Über den Umgang Europas mit Despotien und Diktaturen

09.05.2003 - (idw) VolkswagenStiftung

VolkswagenStiftung unterstützt das "Europäische Forum" in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften - vierte Diskussionsveranstaltung am Mittwoch, dem 4. Juni 2003, um 19.30 Uhr

Bis ins Jahr 1989 blieb die Erinnerung an die totalitären Erfahrungen dieses Jahrhunderts entlang des Eisernen Vorhangs gespalten. Erst Jahre nach dem Zusammenbruch des Kommunismus begann man in den ostmitteleuropäischen Ländern, sich öffentlich darüber auseinander zu setzen. Die Freude und Zuversicht jedoch über das unblutige Ende des Kalten Krieges sollte im Osten wie im Westen nicht lange währen; der vermeintliche Friede in Europa entpuppte sich angesichts der ethnischen "Säuberungen" und der damit heraufbeschworenen Kriege im ehemaligen Jugoslawien als trügerische Ruhe. Mit der Intervention im Kosovo durch Mächte des Westens schien sich dann ein Paradigmenwechsel in der europäischen Außenpolitik anzubahnen - dergestalt, notfalls auch mit militärischer Gewalt Demokratie und Menschenrechte zu verteidigen. Der Terroranschlag am 11. September 2001 in New York, die militärisch durchgesetzte Ablösung des Taliban-Regimes und der Krieg gegen den Irak haben die Debatte über die Legitimation militärischer Gewalt im Umgang mit Despoten und Diktaturen neu entfacht. Dieser Streit hat Europa neu gespalten.

"Über den Umgang Europas mit Despotien und Diktaturen - versagt Erinnerung?" Mit diesem Thema beschäftigt sich das vierte Podium des Europäischen Forums: ein zivilgesellschaftliches Projekt, das die VolkswagenStiftung gemeinsam mit der Robert Bosch und der Hertie-Stiftung unterstützt. Es debattieren in öffentlicher Runde Schriftsteller, Wissenschaftler - viele von ihnen von den Stiftungen in der Vergangenheit gefördert - und Politiker aus unterschiedlichen europäischen Ländern Probleme des gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Einigungsprozesses, die aus der langen Phase der Spaltung Europas resultieren. Das Forum will sich dabei der in Aussicht gestellten Osterweiterung annehmen. Besonderes Augenmerk gilt dem Dreieck Frankreich, Deutschland und Polen. Im Forumskomitee sind Fachleute aus Deutschland, Frankreich, Polen, Holland und Italien versammelt, die nach dem Rotationsprinzip mit jeweils neuen Gästen auf dem Podium diskutieren (siehe auch Seite 2 dieser Presseinformation). Das Forum zielt nicht zuletzt auf die Entmythologisierung der eigenen nationalen Geschichte und Selbstbilder als eine wesentliche Voraussetzung für ein europäisches Gedächtnis, das die über 1989 hinaus währende Aufspaltung der Erinnerung überwinden hilft.

4. Podiumsdiskussion des Europäischen Forums

Das vierte Podium des Europäischen Forums zum Thema "Über den Umgang Europas mit Despotien und Diktaturen - versagt Erinnerung?" findet statt am:
Mittwoch, dem 4. Juni 2003,
ab 19.30 Uhr, im
Leibniz-Saal der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
Eingang: Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin

Mit folgenden Fragen werden sich die Podiumsteilnehmer auseinander setzen:

- Leiden die Europäer unter Gedächtnisverlust?
- Welche Spuren haben die Erfahrungen mit den Diktaturen in den nationalen Erinnerungskulturen hinterlassen?
- Was folgt daraus für den Umgang mit Despotien?
Es diskutieren auf dem Podium: André Glucksmann, Philosoph, Paris, Professor Aleksander Smolar; Soziologe, Direktor der Batory Foundation in Warschau und Paris, Warschau; Barbara Spinelli, Publizistin und Journalistin aus Rom und Paris, sowie der Schriftsteller Péter Nádas. Das Podium wird moderiert von der Politologin und Publizistin Dr. Ulrike Ackermann.

Interessierte Journalistinnen und Journalisten sind herzlich eingeladen. Für weitere Informationen steht Ihnen gern zur Verfügung:

Andrea Schwieger Hiepko: Tel.: 01 70/54 88 980 Fax: 030/20370-255
E-Mail: info@europaeischesforum.de, www.europaeischesforum.de

Der Text der Presseinformation steht im Internet zur Verfügung unter
http://www.volkswagenstiftung.de/presse-news/presse03/08052003.htm
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Kontakt VolkswagenStiftung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Dr. Christian Jung, Tel.: 0511/8381-380, E-Mail: jung@volkswagenstiftung.de

Kontakt/Moderation: Europäisches Forum Berlin, Dr. Ulrike Ackermann, Tel.: 030/20370-256
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