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Nachfragehoch als Chance: intelligente und wettbewerbliche Konzepte sowie höhere Investitionen für mehr Studienplätze si

19.11.2008 - (idw) CHE Centrum für Hochschulentwicklung

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat heute neue Berechnungen über den zusätzlichen Finanzbedarf aufgrund der steigenden Studienberechtigtenzahlen und der Umstellung auf die betreuungsintensive gestufte Studienstruktur vorgelegt. Dabei wird von einem durchschnittlichen jährlichen Zusatzbedarf von 3,0 Milliarden Euro für den Zeitraum von 2011 bis 2020 ausgegangen. Das CHE Centrum für Hochschulentwicklung unterstützt diesen Befund und tritt darüber hinaus für innovative Lösungen ein, um die Chancen des Studierendenhochs für den Standort Deutschland optimal zu nutzen. Die Studienberechtigtenzahlen steigen in den nächsten Jahren stark an, weil die Kinder der Babyboomer an die Hochschulen drängen und die Schulzeitverkürzung von 13 auf 12 Jahren in vielen Ländern für doppelte Abiturjahrgänge sorgt. Nach Berechnungen des CHE sind allein im Zeitraum 2011 bis 2020 rund 573.000 zusätzliche Studienanfänger/innen zu erwarten. Erklärtes Ziel des Hochschulpakts 2020 von Bund und Ländern ist es, möglichst allen Studieninteressierten einen chancengerechten Zugang zu höherer Bildung zu ermöglichen.

Vor diesem Hintergrund formuliert das CHE folgende Empfehlungen:
Die momentan verhandelte zweite Phase des Hochschulpakts 2020 muss dazu genutzt werden, den Hochschulen durch eine langfristige leistungs- und aufgabengerechte Finanzierungsgrundlage Planungssicherheit für den gesamten Zeitraum mit einer deutlich steigenden Studiennachfrage zu geben. Nur so kann es gelingen, in hinreichendem Umfang Stellen und damit Kapazitäten für zusätzliche Studierende an den Hochschulen zu schaffen. Eine besondere Rolle kommt hierbei dem Bund zu, da es sich bei der Sicherung eines langfristigen, chancengerechten Zugangs zu höherer Bildung um eine zentrale gesamtstaatliche Investitionsaufgabe der nächsten Jahrzehnte handelt.

Grundlage dieses langfristigen Planungshorizonts müssen die aktualisierten Modellrechnungen der KMK oder des CHE zur Entwicklung der Studienanfängerzahlen sein, die von deutlich mehr Studienanfänger/innen bis zum Jahr 2020 ausgehen, als im Hochschulpakt I prognostiziert.

Länder und Hochschulen benötigen klare Anreize, um langfristig zusätzliche Aufnahmekapazitäten bereitzustellen. Das CHE hat hierzu ein Modell der "aktivierenden Hochschulfinanzierung" vorgeschlagen und arbeitet daran, dies im Kontext des Hochschulpaktes weiter zu konkretisieren.

Alle Beteiligten müssen jetzt Modelle entwickeln, wie die Spitzenjahre 2011 bis 2014 mit bis zu 290.000 zusätzlichen Studienanger/innen an den Hochschulen strukturell und organisatorisch bewältigt werden können. Hierfür müssen Konzepte entwickelt werden, die zu einer Flexibilisierung und erweiterten Nutzung vorhandener und neuer Infrastrukturen und Ressourcen führen.

Der Studierendenberg darf nicht überdecken, dass der Anteil der traditionellen Nachfragegruppen langfristig deutlich absinken wird. Die Hochschulen müssen weiter in die Lage versetzt werden, Programme zur Erschließung neuer Nachfrageschichten zu entwickeln und den dafür erforderlichen mentalen Wandel zu vollziehen (z.B. durch Diversity Management). Das Nachfragehoch bietet eine große Chance zu einem gesellschaftspolitisch und volkswirtschaftlich notwendigen Hochplateau der Beteiligung an höherer Bildung zu werden.


Abschließend bleibt festzustellen, dass die jüngsten Berechnungen der HRK die Notwendigkeit deutlich höherer Investitionen mit dem Ziel einer stärkeren gesellschaftlichen Beteiligung an qualitativ hochwertigen Angeboten höherer Bildung nachdrücklich unterstreichen.
Weitere Informationen: http://www.che-concept.de
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