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Wichtiger Beitrag für die Gesundheitsvorsorge

25.11.2008 - (idw) Universität Stuttgart

Interuniversitärer Forschungsverbund Sport und Bewegungsforschung gegründet Vor einem Jahr gründeten die Universitäten Hohenheim, Stuttgart, Tübingen und Ulm eine gemeinsame Universitätsallianz mit dem Ziel, die internationale Sichtbarkeit zu erhöhen und exzellente Forschungs- und Lehrschwerpunkte weiterzuentwickeln. Zusätzlich zu der bereits bestehenden Zusammenarbeit auf dem Feld der Medizinischen Technologie riefen die Universitäten Stuttgart und Tübingen im Rahmen der Allianz jetzt den Interuniversitären Forschungsverbund "Sport und Bewegungsforschung" ins Leben. Ziele der Wissenschaftler sind die Prävention und Gesundheitsförderung durch körperliche Aktivitäten und Sport. Als "wichtigen Beitrag für die Gesundheitsvorsorge" bezeichnete der Stuttgarter Uni-Rektor Prof. Wolfram Ressel den neuen Forschungsverbund am 25. November vor Medienvertretern. Durch die Ausweitung des Präventionsgedankens auf die wichtigen Aspekte der körperlichen Aktivität und Sport entstehe im Südwesten Deutschlands ein Zentrum der Präventionsforschung, das in dieser Form in Europa einzigartig sein dürfte, ergänzte er. "Mit dem neuen Forschungsverbund wird das Netz von Kooperationen der Universitäten Tübingen und Stuttgart um einen wichtigen Baustein ergänzt. Dieser Verbund stärkt aber nicht nur die Zusammenarbeit in der Universitätsallianz, sondern unterstreicht gleichzeitig auch die bedeutende Rolle der Wissenschaftler dieser Metropolregion für die Präventions- und Gesundheitsforschung", erklärte der Tübinger Prorektor für Forschung Prof. Herbert Müther.

Körperliche Aktivität ist das Schlüsselverhalten der Gesundheitsvorsorge. Dies wird dennoch von viel zu vielen völlig vernachlässigt. Das soll sich jetzt ändern: In dem neuen Verbund koordinieren Fachleute der Präventionsforschung ihre bisherigen Einzelarbeiten, beispielsweise auf den Feldern Gewichtsregulation, Wohlbefinden, gelingendes Altern, Betriebliche Gesundheitsförderung, Verletzungsprophylaxe oder Aktivitätsmessung. Eine wichtige Rolle im Forschungsprogramm spielen zudem die Wirkungen von Bewegung und Sport auf die Psyche, aber auch psychische Barrieren regelmäßiger körperlicher Aktivität. Neben der Grundlagenforschung betreiben die Wissenschaftler auch Anwendungsforschung und wollen dabei einen Wissenstransfer zu den Anwendern in der Prävention und Gesundheitsförderung anbieten. Mit dem neuen Forschungsverbund ist eine Basis geschaffen, um den gesellschaftlich extrem wichtigen Bereich der Präventionsforschung weiter voranzubringen", so Prof. Wolfgang Schlicht, Inhaber der Lehrstuhls für Sport- und Gesundheitswissenschaften der Uni Stuttgart, Stellvertretender Vorsitzender und eines der Gründungsmitglieder des interdisziplinären Verbunds. Die Volkswirtschaft könnte Millionen sparen, und es könnte unendlich viel Leid vermieden werden, wenn es uns gelänge, mehr Menschen davon zu überzeugen, sich mehr zu bewegen."

Umfassender Ansatz in der Präventionsforschung
"Geplant ist auch die enge Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum für Ernährungsmedizin der Universitäten Hohenheim und Tübingen und dem Zentrum für Frauengesundheit am Universitätsklinikum Tübingen", sagte Prof. Andreas Nieß, Ärztlicher Direktor der Tübinger Sportmedizin und Vorsitzender des Forschungsverbunds. "Der interdisziplinäre Ansatz unseres Verbundes ermöglicht es uns, Determinanten von Wirksamkeit und Umsetzbarkeit körperlicher Aktivität in der Prävention auf einer breiteren Basis zu erfassen", so Nieß. Weitere Gründungsmitglieder sind das Institut für Sportwissenschaft der Universität Tübingen sowie die Abteilungen Sportmedizin und Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Medizinischen Klinik am Uni-Klinikum Tübingen. Prof. Ansgar Thiel, Inhaber des Lehrstuhls für Sozial- und Gesundheitswissenschaften des Sports in Tübingen und stellvertretender Vorsitzender des Verbunds: "Neben der Grundlagen- werden wir auch Anwendungsforschung betreiben und auf diese Weise Wissenschaftspartner sein für unterschiedlichste Organisationen des Gesundheits-, des Erziehungs- und des Sportsystems, die mit vorbeugenden Programmen aktiv Prävention und Gesundheitsförderung betreiben. Wichtig für uns ist dabei auch die Analyse von sozialer Ungleichheit beim Zugang zu gesundheitsfördernden Angeboten". Prof. Stephan Zipfel, Ärztlicher Direktor der Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Medizinischen Klinik Tübingen und stellvertretender. Vorsitzender des Verbunds: "Die Rolle von körperlicher Aktivität bei der Vorbeugung, aber auch bei der Sekundär- und Tertiärprävention von unterschiedlichsten psychischen Erkrankungen wird auch heute noch enorm unterschätzt. Dies wollen wir ebenso erfassen wie die Gründe, weshalb manche Menschen inaktiv bleiben, obwohl es sehr gut für sie wäre, etwas zu tun".

Weitere Kooperationspartner
Wenige Tage nach der Gründung sind zudem aus Stuttgart der Interdisziplinäre Forschungsschwerpunkt Risiko und Nachhaltige Technikentwicklung (ZIRN) am Internationalen Zentrum für Kultur- und Technikforschung und aus Tübingen das Institut für Geschichte und Ethik in der Medizin, die Medizinische Klinik IV mit der Abteilung Ernährungsmedizin, die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, die Abteilung für Klinische Psychologie sowie die Abteilung für Allgemeine und Biologische Psychologie des Instituts für Psychologie beigetreten.

Der neue Forschungsverbund beteiligt sich auch an der Ausschreibung "Gesundheitsregionen" des Bundesforschungsministeriums und ist gemeinsam mit den Konsortialpartnern, der Wirtschaftsregion Stuttgart und der Ernährungsmedizin an der Uni Hohenheim, aus über 90 Anträgen ausgewählt worden, einen Vollantrag ein zu reichen. Der Verbund verantwortet unter der Leitung von Prof. Schlicht (Stuttgart) das Teilprojekt "Körperliche Aktivität", das ein zentrales Thema des Gesamtantrags "Adipositasprävention und -therapie" behandelt. Alleine für dieses Teilprojekt sind im Erfolgsfall etwa zwei Millionen Euro vorgesehen.

Weitere Informationen bei
Prof. Wolfgang Schlicht
Universität Stuttgart
Institut für Sport- und Bewegungswissenschaft der Universität Stuttgart

Tel. 0711/685-63152
e-mail: wolfgang.schlicht@sport.uni-stuttgart.de

Prof. Andreas Nieß
Medizinische Klinik V (Sportmedizin)
Universitätsklinikum Tübingen
Tel. 07071-29 86493
e-mail: andreas.niess@med.uni-tuebingen.de

Prof. Ansgar Thiel
Institut für Sportwissenschaft
Universität Tübingen
Tel. 07071-29 76410
e-mail: Ansgar.Thiel@uni-tuebingen.de

Prof. Stephan Zipfel
Medizinische Klinik VI (Psychosomatische Medizin)
Universitätsklinikum Tübingen
Tel. 07071-29 86714
e-mail: stephan.zipfel@med.uni-tuebingen.de

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