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Liturgie verstehen

27.11.2008 - (idw) Universität Erfurt

Wissenschaftler aus Erfurt, Fribourg und Maria Laach präsentieren Jubiläumsband "Spes in Deo" (Hoffnung auf Gott) ist auf der Vorderseite der dunkelblauen Bände goldfarben eingeprägt, die weltweit in den theologischen Bibliotheken zu finden ist. Unter dem Leitwort erscheint in diesen Tagen der 50. Band des "Archivs für Liturgiewissenschaft", der Sonntag, dem 30. November 2008, in der Abtei Maria Laach vorgestellt wird.

Die Zeitschrift prägt seit Jahrzehnten die Erforschung der christlichen Liturgie. Sie wird von den Mönchen der Abtei Maria Laach herausgegeben. Zusammen mit dem Benediktiner Prof. Dr. Angelus Häußling OSB sind seit 12 Bänden Prof. Dr. Martin Klöckener (Fribourg) und Prof. Dr. Benedikt Kranemann (Erfurt) Herausgeber der Zeitschrift. Über mehr als fünf Jahrzehnte hat das Archiv, dessen erster Band 1950 erschien und das heute bei Academic Press Fribourg aufgelegt wird, die Reform der katholischen Liturgie begleitet und dabei auch zur weiteren Profilierung des Faches Liturgiewissenschaft beigetragen. Dies geschah immer im Gespräch mit der evangelischen Theologie und unter Berücksichtigung der Orthodoxie. Internationalität und Interdisziplinarität waren bereits Charakteristika des "Archivs", als die Begriffe noch nicht in aller Munde waren.

Die Themenfelder des "Archivs für Liturgiewissenschaft" sind weit: liturgische Rituale, Orte der Liturgie, Musik, Kunst, Traditionen und Reformen, Teilnahmeformen und vieles mehr sind über den Zeitraum von zwei Jahrtausenden nachzuvollziehen und zu untersuchen. Ein unübersehbares Feld christlicher Glaubenspraxis und Kultur ist zu bestellen. Das "Markenzeichen" der Zeitschrift sind umfangreiche Literaturberichte vor allem zur Theologie und Geschichte des Gottesdienstes. Wer als Theologe oder Kulturwissenschaftler beispielsweise über Liturgie in Antike, Mittelalter oder Neuzeit forschen, wer über Liturgie und Judentum arbeiten will oder an Fragen zu Kunst, Kultur und Gottesdienst interessiert ist, wird hier informiert. Er findet nicht nur die wichtigste Literatur, sondern umfangreiche Rezensionen und Auswertungen.

Auch Spezialgebiete werden bearbeitet, seit Jahren erscheint ein Literaturbericht z.B. zum Gottesdienst der Kirche im iberischen Raum. Wissenschaftliche Aufsätze sind die andere Säule der Zeitschrift. Viele Diskussionen in Liturgiewissenschaft und Theologie sind über die Jahrzehnte hier angestoßen worden. Dabei haben sich Herausgeber und Autoren immer um eine kritische Reflexion sowohl bei historischen als auch bei gegenwartsbezogenen Problemen bemüht.

Band 50 haben die Herausgeber als Festschrift gestaltet: "Liturgie verstehen" ist das Thema. Autoren aus dem deutschen Sprachgebiet, Frankreich und den USA diskutieren Methoden der Liturgiewissenschaft. Der kritische Blick auf die eigene Disziplin, aber auch auf Entwicklungen der Liturgie in den christlichen Kirchen fehlt nicht. Und das Grundprogramm der Zeitschrift wird einmal mehr deutlich: Liturgie unter den Bedingungen von Kirche, Gesellschaft und Wissenschaft der Gegenwart weiterzudenken.
Weitere Informationen: http://www.unifr.ch/liturgie/alw.htm
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