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Wissenschaftsrat empfiehlt Investitionen von 1,6 Mrd. Euro für den Hochschulbau in Baden-Württemberg

21.05.2002 - (idw) Wissenschaftsrat

Ein zentraler Beratungspunkt auf den Frühjahrssitzungen des Wissenschaftsrates in Mannheim waren die Empfehlungen zum 32. Rahmenplan für den Hochschulbau 2003-2006. Baden-Württemberg als großes Bundesland mit einem sehr leistungsfähigen und ausdifferenzierten Hochschul- und Wissenschaftssystem nimmt traditionell einen breiten Raum in den Beratungen zum Rahmenplan ein.

Die in Mannheim ausgesprochenen Empfehlungen für Bauvorhaben in Baden-Württemberg belaufen sich auf insgesamt 1,6 Mrd. Euro (ab 2003). Insgesamt hat der Wissenschaftsrat für Baden-Württemberg 390 Vorhaben im Umfang von 200.000 Euro bis 175 Mio. Euro vorbehaltlos zur Aufnahme in den 32. Rahmenplan empfohlen. Die Aufnahme in diese gemeinsame Förderung von Bund und Ländern ist eine entscheidende Voraussetzung für die Verbesserung der Bedingungen für Forschung und Lehre an den Hochschulen.

Generell liegen die Ausgaben für den Hochschulbau in Baden-Württemberg auf einem bemerkenswert hohen Niveau. Seit 1990 sind es jährlich zwischen 280 und 360 Mio. Euro (einschließlich des Bundesanteils in Höhe von 50 %). Zum 32. Rahmenplan liegt der Schwerpunkt der Anmeldungen des Landes - anders als in den vergangenen Jahren, in welchen Sanierungen im Vordergrund standen - bei Neubauten für Universitäten, Universitätsklinika und Fachhochschulen. Durch eine von der Landesregierung beschlossene Zukunftsoffensive, die aus Privatisierungserlösen finanziert wird, werden im Landeshaushalt für die kommenden Jahre zusätzlich erhebliche Mittel für den Hochschulbau bereitgestellt - insgesamt ca. 120 Mio. Euro für die nach dem Hochschulbauförderungsgesetz (HBFG) geförderten Hochschulen und weitere 90 Mio. Euro für die Berufsakademien.

Die Anmeldungen des Landes konzentrieren sich auf Neubauten für Informationstechnologie bei den Fachhochschulen sowie auf die Biowissenschaften bei den Universitäten und Universitätsklinika. An größeren Vorhaben mit besonderer Dringlichkeit sind u.a. zu nennen:

- Die Universität Heidelberg hat sich erfolgreich am Wettbewerb "Lebenswissenschaftliche Zentren" des Landes Baden-Württemberg mit dem Projekt "Quantitative Analyse molekularer und zellulärer Biosysteme (BIOQUANT)" beteiligt. Das geplante Kompetenznetzwerk "Zentrum Bioquant" (26,5 Mio. Euro) soll die Expertise der an der Universität Heidelberg ansässigen wissenschaftlichen Einrichtungen der Biowissenschaften und des Wissenschaftlichen Rechnens sowie weiterer etablierter biowissenschaftlicher Forschungsschwerpunkte zusammenführen.

- Universität Ulm: Die Medizinische Fakultät ist in besonderer Weise durch die gemeinsame Nutzung von Infrastruktureinrichtungen (zentrale Bibliothek, Rechenzentrum etc.) mit den Naturwissenschaften verzahnt. Zur weiteren Förderung der interdisziplinären Forschung soll hier ein Zentrum für Stammzellenforschung (10,8 Mio. Euro) entstehen. 20 Abteilungen aus 5 Fakultäten werden sich unter dem Generalthema "Zyto-Organo-Poese" Fragen der regenerativen Zell- und Organtherapie widmen.

- Universität Freiburg: Das Gesamtkonzept des Universitätsklinikums Freiburg sieht eine Optimierung der Forschungsflächen und eine Heranführung der Klinisch-Theoretischen Institute in den Bereich der Krankenversorgung vor. Als dringliche Maßnahmen sind der Neubau eines Pathologischen Instituts ((26,7 Mio. Euro) sowie der Neubau des Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene vorgesehen (13,8 Mio. Euro).

- Für die Universität Mannheim wurde ein Vorhaben zur Neuordnung der Fachbereichsbibliotheken Sprach- und Literaturwissenschaften, Philosophie, Psychologie, und Erziehungswissenschaften, Geschichte sowie Geographie angemeldet. Der Wissenschaftsrat erachtet die Zusammenlegung der fünf Bereichsbibliotheken als eine deutliche Verbesserung gegenüber der derzeitigen Situation und empfiehlt die geplanten Umbaumaßnahmen im Mittelbau des Mannheimer Schlosses (19,9 Mio. Euro) zur Aufnahme in den 32. Rahmenplan.


Hinweis: Die Empfehlungen zum 32. Rahmenplan für den Hochschulbau 2003-2006 für Baden-Württemberg (Drs. 5288-02, 5273-02) werden in Kürze im Netz als Volltext veröffentlicht. Sie können bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates auch per eMail (post@wissenschaftsrat.de) angefordert werden.
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