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Tempomacher auf dem Information Highway: DFG ermöglicht Zugang zu weiteren digitalen Forschungsquellen

05.12.2008 - (idw) Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können mit neuen Nationallizenzen kostenfrei Datenbanken und Zeitschriftenarchive nutzen Nr. 68
5. Dezember 2008

Ob ein wegweisender Beitrag aus dem Forschungsmagazin "Science" gesucht wird, eine Zeitschrift aus der British Library, ein Journal von Cambridge University Press oder der Kunstkatalog eines New Yorker Museums - Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen werden künftig ein noch größeres und facettenreicheres digitales Informationsangebot online nutzen können. Ermöglicht wird der kostenfreie Zugang zu 20 weiteren großen Datenbanken und Zeitschriftenarchiven durch Nationallizenzen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert den Ankauf der neuen Datenrechte mit 6,5 Millionen Euro; zusätzlich stellt sie 3,4 Millionen Euro im Sonderprogramm "Digitale Information" zur Verfügung. Dies beschloss nun der Hauptausschuss von Deutschlands zentraler Forschungsförderorganisation. "Mit der Förderung weiterer Datenbanken und wichtiger Zeitschriftenarchive in Form von Nationallizenzen treibt die DFG ihre Bemühungen zum Ausbau einer digitalen Forschungsumgebung in Deutschland voran", unterstreicht Dr. Anne Lipp, die Leiterin der Gruppe Literaturversorgungs- und Informationssysteme in der DFG-Geschäftsstelle.

Unter den neuen Forschungsressourcen, die bis Mai 2009 frei geschaltet werden, sind international ausgerichtete Volltext-Datenbanken. Dazu zählt das "Science Classic Archiv", welches das berühmte Magazin der American Association for the Advancement of Science (AAAS) vom ersten Jahrgang 1880 bis ins Jahr 1996 lückenlos dokumentiert. Künftig werden zurückliegende Jahrgänge schnell am Bildschirm recherchierbar sein - eine erstrangige Fundgrube für Forscherinnen und Forscher. Auf breites Interesse darf auch die elektronische Sammlung "Early American Newspapers" rechnen, die 2000 digitalisierte nordamerikanische Zeitungstitel für die Zeit von 1690 bis 1922 erschließt. Vergleichbares gilt für die Kollektion der "British Library Newspapers" (17. bis 19. Jahrhundert) mit ihren 3,2 Millionen Onlineseiten. Beide Zeitungsarchive eröffnen Studienmöglichkeiten, die nicht nur für geistes- und sozialwissenschaftliche Forscher aufschlussreich sind.

Einen besonderen Akzent erhält die diesjährige Nationallizenzen-Initiative durch die Sonderfördermaßnahme "Digitale Information". Sie unterstützt den Zugriff auf elektronische Zeitschriftenarchive und Datenbanken, die aus urheberrechtlichen Gründen bislang nicht national lizenziert werden konnten. Die hohe Nachfrage nach diesen Archiven in zahlreichen Scientific Communities hat die DFG zum Anlass genommen, diese Produkte im Rahmen einer Sonderfördermaßnahme zu fördern.

Ein Beispiel ist das Zeitschriftenarchiv JSTOR (Journal STORage, www.jstor.org) einer in New York ansässigen und gemeinnützigen Organisation gleichen Namens, die ein kostenpflichtiges Onlinearchiv mit Fachzeitschriften aus zahlreichen Disziplinen aufgebaut hat. Die über viele Jahre herangewachsene Forschungsdatenbank enthält mehr als 800 Zeitschriftentitel von insgesamt 563 Verlagen - ein Informationskosmos mit 25 Millionen Seiten. Von ähnlicher Güte ist das Onlinearchiv ARTstor (www.artstor.org). Es ebnet den Weg zu rund 700 000 Bildzeugnissen aus nordamerikanischen Museen und Kunstsammlungen und steht damit für eine Fotodatenbank, die weit über die Kunstwissenschaften hinaus von Interesse ist.

Langfristiges Ziel der DFG-Förderinitiative ist es, die überregionale Literatur- und Informationsversorgung unter digitalen Vorzeichen voranzutreiben. Im Jahr 2004 sind erstmals aus Mitteln der DFG Nationallizenzen für elektronische Datenbanken und Zeitschriftenarchive internationaler Wissenschaftsverlage mit Mitteln der DFG erworben worden. Die 1010 bislang durch Nationallizenzen freigeschalteten Datenbanken, großen Textsammlungen und Zeitschriftenarchive stammen aus allen Wissenschaftsbereichen und unterstützen Forscherinnen und Forscher aller Disziplinen - im Interesse des Forschungsstandorts Deutschland und seiner internationalen Wettbewerbsfähigkeit.

Weitere Informationen

Eine vollständige Liste DFG-finanzierter Nationallizenzen sowie weiterführende Informationen sind abrufbar unter www.dfg.de/lis/nationallizenzen sowie www.nationallizenzen.de

Ansprechpartner bei der DFG sind Dr. Anne Lipp, Bereich Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme, Tel. +49 228 885-2260, Anne.Lipp@dfg.de, und Dr. Rembert Unterstell, Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 228 885-2275, Rembert.Unterstell@dfg.de.
Weitere Informationen: http://www.dfg.de/lis/nationallizenzen sowie www.nationallizenzen.de
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