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"Die Chance der ersten Monate"

10.12.2008 - (idw) Universitätsklinikum Ulm

Die Gesundheitsförderung für Kinder wird im Südwesten ausgebaut: Zusätzlich zu gesunder Ernährung und viel Bewegung gibt es nun eine weitere, in Baden-Württemberg entwickelte Idee für mehr Kindergesundheit, die direkt nach der Geburt ansetzt. Durch mehr "Feinfühligkeit" in den ersten Lebensmonaten können Eltern im Umgang mit dem Säugling wichtige Grundlagen für eine gesunde Entwicklung legen. Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Ulm sowie die Techniker Krankenkasse (TK) haben ein landesweites Projekt auf den Weg gebracht, das die "Feinfühligkeit" von Eltern gegenüber ihren Kindern verbessern soll. Mit einem Schulungsmanual werden Kinderärzte, Hebammen, Kinderkrankenschwestern und Arzthelferinnen in die Lage versetzt, Eltern zu beobachten sowie Hinweise und Hilfen anzubieten.

"Wir registrieren eine zunehmende Verunsicherung junger Eltern. Deshalb ist eine positive Rückmeldung von Kinderärzten, Hebammen und Arzthelferinnen in den ersten Tagen nach der Geburt enorm wichtig", sagte Professor Jörg Fegert, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Ulm, am 10. Dezember in Stuttgart bei der Präsentation des Projekts anlässlich einer Fachtagung.

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Blickkontakt, zärtliche Berührungen und liebevolles Reden mit Säuglingen einen größeren Einfluss auf die spätere körperliche und psychische Gesundheit haben als bisher angenommen. "Mit dem Projekt 'Die Chance der ersten Monate' werden diese Erkenntnisse zum ersten Mal in Deutschland im Gesundheitswesen umgesetzt. Davon profitieren alle Kinder im Südwesten", betonte Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg.

Jedes fünfte Kind wird nach Angaben der TK derzeit als psychisch auffällig eingestuft. Die psychischen Erkrankungen bei Kindern hätten sich in den vergangenen 20 Jahren vervierfacht. "Angesichts dieser Entwicklung muss Gesundheitsförderung direkt nach der Geburt beginnen", so Vogt. Beim Hausbesuch, beim An- und Ausziehen vor und nach einer Untersuchung oder im Wartezimmer ergäben sich genügend Anknüpfungspunkte für ein kurzes Gespräch mit den Eltern.

Das Ministerium für Arbeit und Soziales sowie der Landeshebammenverband und der Landesverband der Kinder- und Jugendärzte unterstützen die Initiative. Die Entwicklung des Manuals wurde durch einen Expertenrat und berufsgruppenspezifische Gespräche mit Praktikern aus der Jugendhilfe, aus Kinderarzt- und Hebammenpraxen, Arzthelferinnen sowie Vertretern von Verbänden der verschiedenen Medizinberufe ermöglicht.

Ansprechpartner ist Jörg Portius (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Ulm, Tel. 0731 500-43043)

Weitere Informationen im Internet:
www.uniklinik-ulm.de
www.tk-online.de/lv-badenwuerttemberg

(Diese Pressemitteilung wird in Zusammenarbeit mit der Techniker Krankenkasse herausgegeben.)

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