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Theaterwissenschaftler der RUB veröffentlichen "Schauplatz Ruhr"

17.12.2008 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Viel Theater gemacht
Jahrbuch würdigt herausragende Inszenierungen im Ruhrgebiet

Die Kohle und die Schwerindustrie prägten einst das Ruhrgebiet und hinterließen ihm seine Industriedenkmäler - von der Maschinenhalle bis zur Kokerei. Die Arbeiter haben die Hallen längst verlassen, die Orte aber sind noch sehr lebendig. Die Kultur hat Einzug gehalten; Tanz, Musik, Theater und Literatur werden gezeigt. Das diesjährige Jahrbuch zum Theater im Ruhrgebiet legt darum seinen Fokus auf "Industriekathedralen" - hinterfragt diesen Begriff aber zugleich. Das Institut der Theaterwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum dokumentiert in Schauplatz Ruhr zudem die RuhrTriennale 2008 und viele weitere herausragende Inszenierungen an den Spielorten des Ruhrgebiets.

Die RuhrTriennale im Blickpunkt

Das Ruhrgebiet ist eine der lebendigsten Theaterlandschaften Europas. Noch nicht überall auf der Welt wird das aber auch so wahrgenommen. Das Jahrbuch des Theaters im Ruhrgebiet will das ändern - scheut sich aber dennoch nicht davor, die hiesige Kulturpolitik kritisch unter die Lupe zu nehmen. Im Schwerpunktteil von Schauplatz Ruhr zu den "Industriekathedralen" werden die Geschichte, Bedeutung und Chancen der RuhrTriennale erklärt, deren Kulisse ehemalige Fabriken und Kokereien bilden. Aber auch die Aufführungen der RuhrTriennale 2008 werden berücksichtigt, darunter Christoph Schlingensiefs Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir.

Kathedralen der Arbeit?

Doch der Begriff "Industriekathedralen" soll in Schauplatz Ruhr nicht einfach bedenkenlos dargestellt werden. Prof. Guido Hiss (Institut für Theaterwissenschaften, RUB) kritisiert in seinem Aufsatz "Mythos Ruhr?" Tendenzen der Kulturpolitik, Baudenkmäler des Ruhrgebiets zu Industriekathedralen emporzuheben und damit einen künstlichen Mythos zu schaffen. Erwogen werden Chancen und Grenzen dieses Projekts der regionalen Identitätsstiftung ("Kulturmetropole Ruhr"), die Arbeit der RuhrTriennale wird in diesem Zusammenhang beleuchtet.

Herausragendes Theater und Sorgen hinter den Kulissen

Beweise für die florierende Theaterlandschaft im Ruhrgebiet liefern die Autoren des Jahrbuchs auch abseits der RuhrTriennale zuhauf - mit Berichten von hervorragenden Inszenierungen vom Aalto-Theater bis zum PACT Zollverein, vom Theater Oberhausen bis hin zum Schauspielhaus Bochum. Streifzüge durch die Landschaft des Freien Theaters in Nordrhein-Westfalen und ein Bericht über das "Figurentheater der Nationen" - ein Festival des Figurentheaters - ergänzen das Bild. Schauplatz Ruhr geht im Rückblick auf das Jahr 2008 auch auf das ein, was hinter der Bühne passiert ist. So erfährt der Leser aus dem Gespräch mit Peter Carp - dem neuen Intendanten in Oberhausen - wie sehr man dort mit den Sparplänen der Politik zu kämpfen hat. Interviews mit den Regisseuren Anna Viebrock und Alain Platel geben spannende Einblicke in ihre Theaterarbeit.

Die Autoren

Ganz bewusst lässt das Institut für Theaterwissenschaften an der RUB in Schauplatz Ruhr junge Autoren zum Zug kommen; darunter viele Studierende der Theaterwissenschaften. Eine jüngere, anders wertende und gewichtende Generation nimmt damit ihren Platz in der Theaterwelt ein.

Titelaufnahme

Schauplatz Ruhr - Jahrbuch zum Theater im Ruhrgebiet 2008, herausgegeben vom Institut für Theaterwissenschaften der Ruhr-Universität Bochum, Verlag: Theater der Zeit 2008, broschiert, 112 Seiten, 8,00 Euro, ISBN: 978-3-940737-16-8

Weitere Informationen

Institut für Theaterwissenschaften der Ruhr-Universität Bochum, Prof. Dr. Guido Hiß: 0234/32-26164; Prof. Ulrike Haß: 0234/32-26701, Homepage: http://www.ruhr-uni-bochum.de/theater, http://www.schauplatzruhr.de

Redaktion: Sarah Ziegler
Weitere Informationen: http://www.ruhr-uni-bochum.de/theater - Institutshomepage http://www.schauplatzruhr.de - Projekthomepage
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