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Zuschlag für DFG-Projekt

17.12.2008 - (idw) Universität Leipzig

Professor Dr. Erich Schröger, Leiter der Arbeitsgruppe Kognitive einschließlich Biologische Psychologie am Institut für Psychologie I der Universität Leipzig, bekam den Zuschlag für ein Reinhart-Kosseleck-Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Umfang von 1.250.000 Euro. Damit ist er einer der ersten sechs Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die zu den Nutznießern dieser neuen Förderungsmöglichkeit gehören. Professor Schröger interessiert sich für die mentale Anpassungsfähigkeit des Menschen, die ihn in die Lage versetzt, die Welt zu interpretieren und Vorhersagen über die Zukunft zu treffen. Dadurch kann er beispielsweise die Folgen seines Handelns abschätzen. Auf diesem Gebiet der kognitiven und biologischen Psychologie will Professor Schröger zwei traditionelle Forschungsfelder erweitern und zusammenführen. Insbesondere geht es ihm um die Bereiche der automatischen Modellierung und der systematischen Erfassung von auditiven Regeln sowie um die Unterdrückung von Hirnantworten auf selbstgeschaffene auditive Reize. Schröger will durch eine primär experimentelle Herangehensweise beweisen, dass in beiden Bereichen die Erstellung von Vorhersagen und das Prüfen ihres Eintreffens eine zentrale Rolle spielen und auf vergleichbaren kognitiven Prozessen beruhen.

Hintergrund:

Die Reinhart Koselleck-Projekte der DFG ermöglichen ausgewiesenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Durchführung von Forschungsprojekten, die weder im Rahmen der Arbeit an ihrer jeweiligen Institution noch in den anderen Förderverfahren der DFG realisiert werden können. Da besonders innovative und risikoreiche Forschungen in der Regel noch weniger planbar sind als sonstige Forschungsarbeiten, reicht bei der Antragstellung eine fünfseitige Projektskizze aus. Zusätzlich zu ihren Ideen sollen die antragstellenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch mit ihrem bisherigen wissenschaftlichen Lebenslauf überzeugen und den nötigen Vertrauensvorschuss rechtfertigen. "Es geht uns um die kühne Idee und um die Person, die in der Lage ist, sie zu verwirklichen", erklärte DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner anlässlich der ersten Bewilligungsentscheidungen im Hauptausschuss von Deutschlands zentraler Forschungsförderorganisation. Selbst renommierte Forscherinnen und Forscher, die risikoreiche, aber vielversprechende und zukunftsweisende Forschung betreiben wollten, hätten bislang keine derartigen Möglichkeiten gehabt, Fördergelder zu beantragen, so Kleiner. "Das besonders hohe Risiko kann in der gewagten Idee, der originellen Hypothese oder auch in der neuen oder neu angewendeten Methode liegen. Die Reinhart Koselleck-Projekte schließen in diesem Kontext eine wichtige Lücke im Portfolio der DFG und in der deutschen Forschungsförderung."

Namensgeber des neuen Fördermoduls ist der im Jahr 2006 verstorbene Reinhart Koselleck, einer der bedeutendsten deutschen Historiker des 20. Jahrhunderts, der in Deutschland zu den Begründern der modernen Sozialgeschichte gehörte. Die Koselleck-Projekte wurden im Januar 2008 vom Hauptausschuss der DFG auf den Weg gebracht. Seit Juni 2008 nimmt die DFG Anträge auf Förderung entgegen. .
weitere Informationen

Prof. Dr. Erich Schröger
Telefon: 0341 97-35960
E-Mail: schroger@uni-leipzig.de
www.uni-leipzig.de/~biocog/index.html

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