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Theologische Woche 2009 zum Thema "Gottesbilder"

22.12.2008 - (idw) Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Obgleich die Bibel von Gott in verschiedenen Bildern und Metaphern spricht, gehört zu den "Zehn Geboten" das Verbot der Herstellung und Verehrung jedes Gottesbildes. Der Streit um das Gottesbild - wie später der um Christus- und Heiligenbilder - durchzieht wie ein roter Faden die gesamte Kirchengeschichte. Aber Sprache und Kunst leben von Bildern, und religiöse Sprache und Kunst formulieren und zeichnen bis heute Gottesbilder. Wie lässt sich vor diesem Hintergrund angemessen von Gott reden? Das ist die Frage, der in der Theologischen Woche vom 21. bis 22. Januar 2009 unter dem Thema "Gottesbilder" an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg nachgegangen werden soll. Zeit:
21. Januar 2009, 9 Uhr, bis 22. Januar 2009, 20 Uhr
Ort:
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Theologische Fakultät
Franckeplatz 1
Haus 30
06110 Halle (Saale)

Die Sprache der Bibel zeigt ebenso wie der historische Befund für die Zeit des Alten und des Neuen Testaments, dass das Bilderverbot keineswegs durchgängig eingehalten wurde und dass es in seiner Auslegung stets umstritten war. Im Judentum und im Islam wurde es auf fast jede menschliche und figürliche Darstellung ausgeweitet. Im Christentum entzündete sich die Auseinandersetzung um Gottes-, Christus- und Heiligenbilder vor allem an der Frage nach der Bedeutung und Funktion der Bilder. Präsentiert das Bild das Dargestellte selbst, dient es der Meditation oder nur einem pädagogisch-didaktischen Zweck?

Das Thema der Theologischen Woche "Gottesbilder" will diese Problematik nicht nur historisch, sondern auch im Blick auf das heutige Reden von Gott aufnehmen. Der religionsgeschichtliche Hintergrund des biblischen Bilderverbotes ist Thema des Eröffnungsvortrages von Prof. Dr. Angelika Berlejung (Leipzig): "Gottesbilder zwischen Epiphanie (Gottesoffenbarung) und Blasphemie (Gotteslästerung)". Die weiteren drei Hauptvorträge behandeln das Thema in Bezug auf unsere Gesellschaft, im Kontext von Geschichte, Kunst und Religionspädagogik. Die Kulturbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands in Berlin Dr. Petra Bahr spricht über "Diesseits der Klischees. Arbeit an den Gottesbildern", Prof. Dr. Alex Stock (Köln) über "Das christliche Gottesbild. Entwicklungen, Einwände, Einsichten" und Prof. Dr. Helmut Hanisch (Leipzig) über "Gottesbilder von Kindern und Jugendlichen".

Neben den Vorträgen am Mittwoch- und Donnerstagvormittag werden an den beiden Nachmittagen von Lehrkräften der Theologischen Fakultät insgesamt acht Workshops angeboten, in denen das Thema in den verschiedenen theologischen Fächern (Bibelwissenschaften, Kirchengeschichte und Konfessionskunde, Systematische und Praktische Theologie sowie Religionspädagogik) behandelt und vertieft wird.

Am Mittwochabend spricht und diskutiert Ludwig Ehrler, Professor und ehemaliger Rektor der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle, der selbst Kirchen und sakrale Räume gestaltet hat, über "Freud und Leid in Symbolen der Kunst". Die Theologische Woche findet ihren Abschluss am Donnerstagabend mit dem Universitätsgottesdienst in der Marktkirche, in dem Prof. Dr. Udo Sträter (Direktor des Interdisziplinären Wissenschaftszentrums für Pietismusforschung) die Predigt über Gottes Verheißung an Abraham (1. Buch Mose 12, 1-9) unter dem Thema "Du sollst ein Segen sein" hält. Auf dem anschließenden Empfang in der Theologischen Fakultät werden der Bischof der Evangelischen Kirchenprovinz Sachsen Axel Noack, der im Sommer des kommenden Jahres aus seinem Amt scheidet, und der Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche Anhalts Helge Klassohn, der zum Ende dieses Jahres in die Ruhestand tritt, seitens der Theologischen Fakultät verabschiedet.

Die Theologische Woche ist eine Fortbildung für Pfarrer, kirchliche Mitarbeiter, Religionslehrer und Studierende. Die Gebühr beträgt für die gesamte Tagung ohne Unterkunft und Verpflegung 25 Euro. Für Studierende ist die Veranstaltung kostenlos.


Anmeldungen sind bis spätestens 21. Dezember erbeten an die Theologische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Tel.: 0345 55-23013, E-Mail: uta.sobotta@theologie.uni-halle.de.

Text: Lisa Kühne

Ansprechpartner:
Dr. Johannes Thon
Telefon: 0345 55 23064
E-Mail: johannes.thon@theologie.uni-halle.de
Weitere Informationen: http://www.theologie.uni-halle.de/at/147834_1947113
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