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public viewing

05.01.2009 - (idw) Leibniz Universität Hannover

wissenswelten von der keilschrift bis youtube
16. januar bis 15. februar 2009

Das Ausstellungsprojekt in Kooperation mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek (GWLB) und der Leibniz Universität Hannover public viewing | wissenswelten von der keilschrift bis youtube in der kestnergesellschaft beleuchtet weltweit als erste Ausstellung das aktuelle ästhetische Phänomen YouTube, eingerahmt von den wertvollsten Büchern und Schriften der GWLB, die größtenteils erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden. Public Viewing wird hier in seiner ganzen Bedeutungstiefe verhandelt: Die Handschriften und Bücher werden in feierlich musealer Form aufgebahrt und der neuen Wissenswelt gegenübergestellt. Die Ausstellung lädt darüber hinaus zum gemeinsamen Schauen ein. Als Forum des kommunikativen Transfers zwischen Kunst, Kultur und Publikum wird eine Laborsituation errichtet, in der Partizipation und Ästhetisierung im Hinblick auf heutige und historische Wissensproduktion vielgestaltig untersucht und erfahren werden können.

YouTube ist die vielleicht populärste Ausprägung einer internetbasierten Wissenskultur und hat sich innerhalb kürzester Zeit zur selbstverständlichen kulturellen Praxis entwickelt. YouTube ist öffentliches Archiv und intimes Bilderspektakel in Einem. Die Website demonstriert das Ergebnis des Wandels von Produktionsmitteln und Kommunikationsmedien, die heute jedem verfügbar sind. Ein beträchtlicher Teil der Wissensproduktion ist darum längst aus traditionellen Strukturen herausgelöst und findet in Eigenregie statt. Selbst hergestellte Inhalte sind die Regel. Das kanonische Wissen bekommt Konkurrenz durch Laienautoren. Die Frage nach geistigem Eigentum und Copyright von Bildern bekommt eine neue Dimension und Berechtigung. Klassische Zuordnungen und Hierarchien von Bildern verschieben sich. Manch ein Nutzer bedient sich der Verfahren und Ideen von Videokünstlern. Die Spielregeln im Umgang mit Wissen, Authentizität, Ästhetik, Autorenschaft und Privatsphäre verändern sich. Die einen versprechen sich Demokratisierung und Teilhabe aller am gesellschaftlichen Prozess, die anderen beschwören die Zerstörung der Kultur durch die Herrschaft des Amateurs. Eine Polarisierung, die es wert ist, diskutiert zu werden.

Die Räume der kestnergesellschaft werden zum Produktionsort und der Besucher zum Produzenten. Die erste Phase der Ausstellung beginnt anderthalb Monate vor der eigentlichen Ausstellungseröffnung, findet ausschließlich im Internet statt und setzt sich bis über das Ausstellungsende hinaus fort. Der User wird Kurator, sammelt Clips, kontextualisiert sie durch Links und Kommentare. Mit der Ausstellungseröffnung werden die dann bereits etablierten Onlineforen ergänzt durch Beiträge verschiedener Autoren, Künstler und Experten.

Die Schriften, Bücher und auch die Rechenmaschine des Universalgenies Leibniz spannen den Bogen zur Wissensproduktion der vorangegangenen Jahrhunderte.
Zum ersten Mal werden Teile des Nachlasses des ehemaligen Hofbibliothekars Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) gezeigt, der in Hannover u. a. den Binärcode entwickelt hat. Die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek bewahrt den Leibniz-Nachlass mit seinen mehr als 200.000 Manuskripten, darunter rund 15.000 Briefe mit über 1.000 Korrespondenten weltweit. Er stellt einen der wissenschaftlich bedeutendsten und größten Gelehrtennachlässe der Welt dar. In ihm dokumentiert sich das Denken und Wirken des großen Universalgelehrten Leibniz. Die Bedeutung des Nachlasses wurde 2007 durch die Aufnahme des darin enthaltenen Briefwechsels in das UNESCO-Programm "Memory of the World" eindrucksvoll bestätigt. Die Ausstellung zeigt den so genannten Neujahrsbrief aus dem Jahr 1697, in dem Leibniz dem Herzog Rudolf August von Wolfenbüttel das von ihm entwickelte binäre Zahlensystem erläutert. Sein System ermöglicht es, nur mit den Ziffern 0 und 1 alle Zahlen darzustellen und alle bekannten Rechenoperationen durchzuführen. Was für Leibniz Sinnbild des Glaubens war, wurde später zu einer Grundlage der Informatik und damit des Computers. Der absolute Höhepunkt der Ausstellung ist jedoch die zum Leibniz-Nachlass gehörende Vier-Spezies-Rechenmaschine, die erste funktionstüchtige Rechenmaschine, die alle vier Grundrechenarten ausführen kann. Es ist das einzige erhaltene Original von insgesamt vier gebauten Modellen. Sie ist seit ihrer Fertigung um 1700 noch nie öffentlich zu sehen gewesen.

Im Rahmen der Ausstellung werden vielfältige Lectures mit Vertretern verschiedener Künste und Wissenschaftszweige in Kooperation mit der Leibniz Universität Hannover und der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek stattfinden.

Ausstellung: public viewing
wissenswelten von der keilschrift bis youtube
Claussenhalle und Halle V der kestnergesellschaft

Dauer der Ausstellungen 16. Januar bis 15. Februar 2009

Pressevorbesichtigung am Donnerstag, 15. Januar 2009, 11 Uhr

Eröffnung am Donnerstag, 15. Januar 2009, 20 Uhr

Ansprachen: Christian Wulff, Ministerpräsidenten des Landes Niedersachsen
Dr. Veit Görner, Direktor der kestnergesellschaft
Dr. Georg Ruppelt, Direktor der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek
Prof. Dr.-Ing. Erich Barke, Präsident der Leibniz Universität Hannover
Maximilian Engelmann, Kurator

Öffnungszeiten: täglich 10 - 19 Uhr, donnerstags 10 - 21 Uhr, montags geschlossen


Kostenlose Führungen: samstags 15 Uhr, sonntags 11 und 15 Uhr, mittwochs 13 Uhr halbstündige "lunch-break" Führung, donnerstags 19 Uhr

Sonderführungen/Führungen für Schüler: nach Vereinbarung


Pressefotos: für Pressefotos und weitere Informationen wenden Sie sich bitte
an unsere Pressestelle (fon +49 511 7012016, presse@kestner.org) oder nutzen Sie unseren Download-Service auf unserer Webseite www.kestner.org unter dem link presse
Die kestnergesellschaft wird durch das Land Niedersachsen unterstützt.

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