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Bayreuther Orthopäde und Unfallchirurg Dr. Klaus Fritsch nun Honorarprofessor

09.01.2009 - (idw) Universität Bayreuth

Bayreuth (UBT). Der Bayreuther Orthopäde und Unfallchirurg Dr. Klaus Fritsch ist jetzt Honorarprofessor für Sportmedizin der Universität Bayreuth. Diese Ehrenprofessur, die ihn zum Mitglied der Universität macht, wurde Fritsch gestern Abend (8. Januar) bei einem Festakt verliehen. Der Sportphysiologe Professor Walter Schmidt regte bei der Veranstaltung die Einrichtung eines Sportmedizinischen Zentrums Nordbayern an. Universitätspräsident Professor Ruppert betonte bei der Verleihung, die von Dr. Fritsch seit dem Wintersemester 2001/02 angebotenen Veranstaltungen in Sporttraumatologie und seit dem Sommersemester 2002 auch in Anatomie hätten von fest angestellten Mitarbeitern der Universität Bayreuth nicht erbracht werden können und stellten eine ideale Ergänzung zu den Angeboten der Sportphysiologie dar. Davon würden jährlich 120 Bayreuther Studierende profitieren, was für den Bayreuther Facharzt neben dem Betrieb seiner Praxis eine außerordentlich hohe Belastung darstelle, für die man dankbar sei.
Die Studierenden honorierten den hohen Praxisbezug des Sportmediziners - Dr. Fritsch betreut derzeit das Nationalteam der deutschen Fünfkämpfer und den Bayreuther Basketball-Zweitbundesligisten BBC Bayreuth und ist langjähriger Verbandsarzt des Bezirks Oberfranken des Bayerischen Landessportverbandes - und den lebendigen Vorlesungsstil des Sportmediziners allein schon dadurch, dass sie bereits um 7.00 Uhr morgens zu seinen Vorlesungen erschienen und seinen didaktisch immer exzellent aufgebauten Vorträgen konzentriert folgten, erwähnte der Bayreuther Sportphysiologe Professor Dr. Walter Schmidt.
Der frisch gebackene Honorarprofessor - er ist der 13. der Universität und der fünfte der Kulturwissenschaftlichen Fakultät - beschrieb nach der Verleihung neue Wege in der Sporttraumatologie, besonders im Hinblick auf seine Spezialgebiete bei Knie- und Schulterverletzungen. 15 Millionen Breitensportler gebe es in Deutschland, davon doppelt so viele Männer wie Frauen, sowie 13 Millionen jungendliche Sportler. Dabei seien die Kosten der Behebung von Sportverletzungen enorm, aber dennoch viel geringer als diejenigen, die durch Bewegungsarmut hervorgerufen würden.
Bei den Kreuzbandrissen im Knie seien viermal mehr Frauen betroffen als Männer. Das Problem sei hier, dass es bislang keinen künstlichen Bandersatz gebe und man auf körpereigene Sehnen angewiesen sei. Man hoffe allerdings, durch biotechnologisch hergestellte Seiden zukünftig bessere Möglichkeiten zu erhalten.
Bei Meniskusschäden sei - soweit möglich -eine Rekonstruktion der beste Weg und in Zukunft hoffe man auf optimalere Möglichkeiten durch Transplantationen. Bei den Knorpelschäden hätten sich alle Versuche, medikamentös den Verletzten zu helfen, als trügerisch erwiesen, sagte Fritsch weiter. Die Orthopädie setze hier auf körpereigene Knorpelvermehrung und Transplantation, in Zukunft vermutlich auch auf Kunstknorpel.
Bei den Schulterluxation (Auskugeln) bestehe ein hohes Rückfallrisiko, das bei jungen Patienten bei 90 % liege, sagte Professor Fritsch. Die besten Möglichkeiten seien, den unteren Kapselbereich wieder zu rekonstruieren und Ankersysteme zu verbessern. Bei Schultereckgelenksprengungen seien große Eingriffe und das Einsetzen von Schrauben nicht zu vermeiden, die Zukunft lasse hier resorbierbare Bandsysteme erwarten.
In einem abschließenden Beitrag über die Zukunft der Sportmedizin in Bayreuth nannte es der Sportphysiologe Professor Walter Schmidt "sehr sinnvoll, in Bayreuth ein sportmedizinisches Zentrum Nordbayern anzusiedeln". Man liege genau in der Mitte zwischen den sportmedizinischen Zentren in Leipzig und München und betreue bereits jetzt die Nationalteams der Schwimmer und des Deutschen Skiverbandes.

Man habe in Bayreuth Kapazitäten gebündelt, beschäftige sich u. a. mit verschiedenen Aspekten des Blutes, was etwa Ausdauerleistungen, Hypertonie und Dialyse angehe und habe ein Verfahren der Blutvolumendiagnostik entwickelt, das bereits in 18 Ländern im Leistungssport eingesetzt werde und ein Verfahren zur Bekämpfung des Dopings darstelle. Man beschäftige sich auch mit Stoffwechselphänomen und Energiebilanzierungen und sei sowohl im Schul wie auch im Leistungssport zu Hause, wovon 700 Bayreuther Studierende profitierten, sagte Professor Schmidt.

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