ETH-Projekt mit Costa Rica zur Arzneistoffsuche: Natürliche Ressourcen nachhaltig nutzen14.05.2003 - (idw) Eidgenössische Technische Hochschule Zürich
Die ETH Zürich verfolgt eine neue Strategie, um zusammen mit einem sich entwickelnden Land Arzneistoffe aus natürlichen Quellen zu finden und zu nutzen. Diese baut auf einer Kommunikationsplattform, dem so genannten Vireal Lab, die dem Partner einen direkten Zugang auf die an der ETH lokalisierte Hochtechnologie ermöglicht. Die erste Partnerinstitution ist das Instituto Nacional de Biodiversidad in Costa Rica. Während eines Workshops, der von Dienstag bis Freitag an der ETH Zürich stattfindet, soll eine Absichtserklärung verabschiedet werden.
Die Natur produziert pharmazeutisch hochinteressante Substanzen, die seit Jahren auf ein grosses wissenschaftliches Interesse stossen. Der Zufall, wie er z.B. in der kombinatorischen Chemie zur Synthese von Verbindungen genutzt wird, kann die Intelligenz der Natur nicht ersetzen, insbesondere nicht in Bezug auf die Strukturvielfalt der Substanzen. Besonders in tropischen Ländern ist die Biodiversität hoch und deshalb auch die Vielfalt der potentiell wirksamen Moleküle gross. Die Untersuchung der Biodiversität ist wichtig für die Industrie und somit ein Argument für den Schutz von tropischen Lebensräumen. Die Zusammenarbeit zwischen Entwicklungsländern, die eine hohe Biodiversität aufwei-sen, mit Industrieländern, die Spitzenforschung betreiben, erfolgte bislang oft einseitig zu Lasten der Entwicklungsländer. Fernzusammenarbeit im virtuellen RaumDas Projekt BioProfil beabsichtigt Naturstoffe von verschiedenen Seiten zu analysieren, wobei das pharmakologische Potential im Mittelpunkt steht. Der inter-disziplinäre und mit neuen Medien unterstützte Ansatz ermöglicht eine nachhaltige Zusammenarbeit mit dem Instituto Nacional de Biodiversidad (INBio) in Costa Rica. Das Vireal Lab an der ETH ermöglicht die Fernzusammenarbeit im virtuellen Raum über grosse Distanzen. Dieses internationale Modell-Projekt zur Auffindung von neuen Leitsubstanzen für die Arzneimittelforschung stellt die global vernetzte Arbeit mit Naturstoffen in den Mittelpunkt, wobei INBio und ETH gleichwertige Partner darstellen. Zusammenarbeit auf fairer Basis Die ETH Zürich will mit diesem Projekt beispielhaft vorangehen und zeigen, dass globale Forschungskollaborationen, die vom Staat und der Wirtschaft sowie privaten Stiftungen getragen werden, auf fairer Basis möglich sind. Aus diesem Grunde wurden Vertreter der jeweiligen Interessengruppen eingeladen, um die Machbarkeit gemeinsam zu diskutieren und den Weg für die nächsten Schritte zu ebnen. Weitere Informationen: Dr. Christof Hanser ETH Zürich Institut für Pharmazeutische Wissenschaften Tel +41 (0)79 662 12 58 hanser@ethworld.ethz.ch
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