Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 24. April 2014 

Zelle plus Biomaterial gleich neues Organ?

14.05.2003 - (idw) BioMedTec Franken e.V.

Internationaler Kongress "Strategies for Organ Repair" am 1. und 2. Juli 2003 in Erlangen diskutiert Wiederherstellung von Organen

Fortschritte und neue Konzepte auf dem Gebiet der Gewebe- und Organregeneration sind Thema des internationalen Kongresses "Strategies for Organ Repair", der am 1. und 2. Juli unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Wirtschaftsministers Dr. Otto Wiesheu in Erlangen stattfindet. Prof. Robert A. Brown, University College London, wird über Fortschritte bei der dreidimensionalen Rekonstruktion von Skelettmuskeln berichten. Neue Vermessungs- und Herstellungsverfahren für "Gerüste" zur Regeneration großflächiger Knochendefekte sind das Feld, das Prof. Teoh Swee Hin, Direktor des Laboratory of Biomedical Engineering der National University Singapore, vorstellen wird. Einer der führenden deutschen Spezialisten für Organ- und Gewebekulturen, Prof. Augustinus Bader, Universität Leipzig, wird ebenfalls auf dem Kongress sprechen. Die Reprogrammierung adulter Stammzellen und ihre Plastizität wird von Prof. Albrecht Müller, Universität Würzburg, Mitglied der Bayerischen Ethik-Komission, thematisiert werden.

Wenige Anwendungsfelder der modernen Lebenswissenschaften beflügeln die Phantasie der Mediziner so sehr wie die Möglichkeit, Organfunktionen oder gar ganze Organe des Körpers wieder herzustellen, nachdem sie durch Krankheit oder Unfall geschädigt wurden. Diese Vorstellungen werden einerseits angeregt durch die immer weiter gehenden Möglichkeiten, Zellen in der gewünschten Weise zum Wachstum und zur Spezialisierung anzuregen, sowie andererseits durch Fortschritte bei der Entwicklung und Formgebung neuer "intelligenter" Materialien, die den Prozess der Geweberegeneration aktiv unterstützen. Ebenso benötigt werden verbesserte Verfahren der medizinischen Bildgebung und des Rapid Prototyping. Aus der Integration dieser Felder entwicklet sich unter dem Begriff "Tissue Engineering" eine neue wissenschaftliche Disziplin mit hohem wirtschaftlichem Potential. Erste Erfolge, wie man sie bei der Behandlung von Knorpel-, Knochen- und Hautschäden erzielt hat, werden in Zukunft auch für Blutgefäße, innere Organe und das Nervensystem erhofft. Eine Vielzahl junger Unternehmen am Überschneidungspunkt von Biologie, Werkstoffwissenschaften und Medizintechnik hat sich auch in Deutschland etabliert.

Erlangen ist ein führender Standort für Medizintechnik in Deutschland. Direkt neben Siemens Medical Solutions, einem der weltweit größten Entwickler von Medizintechnikprodukten, ist aus Mitteln der bayerischen High Tech Offensive das Innovationszentrum Medizintechnik und Pharma erbaut worden. Dieses Gründerzentrum ist Anfang 2003 in Betrieb gegangen und bietet jungen Life Science Unternehmen eine ideale Startmöglichkeit. Der Kongress findet zur Feier der Eröffnung des IZMP statt und wird den Teilnehmern im Rahmenprogramm Gelegenheit bieten, sich ein Bild von der LifeScience Gründerszene in Erlangen zu machen.

"Strategies for Organ Repair" wird veranstaltet von BioMedTec Franken e.V, der Kompetenzinitiative Medizintechnik und Pharma und dem IZMP Erlangen. Die wissenschaftliche Leitung hat Prof. Dr. Rainer Buchholz, Lehrstuhl für Bioverfahrenstechnik an der Universität Erlangen.
uniprotokolle > Nachrichten > Zelle plus Biomaterial gleich neues Organ?

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/17045/">Zelle plus Biomaterial gleich neues Organ? </a>