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Ingenieurwissenschaften klassenzimmertauglich gemacht: "Kinderforscher an der TUHH" berichten über ihre Exper

27.01.2009 - (idw) Technische Universität Hamburg-Harburg

Was macht eigentlich ein Forscher? Hamburger Grundschüler sind dieser Frage auf den Grund gegangen und werden am morgigen Dienstag um 18:00 Uhr im Audimax I der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) berichten, wie sie die Welt der Forscher an der TUHH erlebt haben: Drei Monate hatten die Kinder mit Wissenschaftlern der TUHH experimentiert und deren Arbeitswelt erlebt. Das Kennenlernen dieses Berufsbildes ist ein elementares Ziel des Projekts "Kinderforscher an der TUHH." Dabei sollen die Kinder durch eigenständiges Experimentieren selbsttätig ihren Zugang zur Welt der Natur- und Ingenieurwissenschaften entwickeln. Auch die kommunikativen Fähigkeiten kommen nicht zu kurz, wenn die Kinderforscher ihre Ergebnisse am Ende der dreimonatigen Projektzeit vor großem Publikum vorstellen: Unter den Zuhörern im Audimax I werden außer Eltern und Lehrern auch Abgeordnete der Hamburger Bürgerschaft sein - und als Ehrengast Hamburgs Wissenschaftssenatorin Dr. Herlind Gundelach, die den Schülern Rede und Antwort steht.

125 Dritt- und Viertklässler aus fünf Hamburger Schulen waren von Oktober 2008 bis Januar 2009 als Kinderforscher unterwegs und experimentierten abwechselnd in ihrem Klassenzimmer und in Laboren der TUHH. Einmal in der Woche nachmittags hatten sie die Gelegenheit, selbst auf Erkundungstour zu gehen. Dabei ging es beispielsweise darum herauszufinden, warum Schiffe schwimmen, wie ein Telefon funktioniert, was Enzyme in Produkten des täglichen Lebens bewirken. Die Kinder gelangten durch Versuche selbsttätig zu den Lösungen. Dabei lernten sie zum Beispiel den Windkanal kennen, sie haben Computer auseinandergeschraubt, elektronische Schalter gebaut, Biokatalysatoren für die Gasproduktion eingesetzt, Hubschrauber auf Isometriepapier und am PC modelliert.

Die "Kinderforscher" sind eine 2007 gegründete Initiative der TUHH, namentlich des TUHH-Wissenschaftlers Prof. Dr. Andreas Liese sowie Gesine Liese: Die Chemie- und Mathematiklehrerin hat die Reihe konzipiert und gemeinsam mit der Ingenieurin Julia Husung durchgeführt. Im Juni 2008 ist sie dafür mit dem Usable-Preis der Körber-Stiftung ausgezeichnet worden. Das inzwischen bundesweit bekannte Hamburger Projekt wurde zum zweiten Mal in Kooperation mit der Beratungsstelle besondere Begabungen der Schulbehörde Hamburg durchgeführt. Daran beteiligt waren die Grundschulen An der Gartenstadt, Ahrensburger Weg, Clara-Grunwald-Schule, Schule In der Alten Forst und Private Grundschule Brecht.

In wenigen Monaten sind die "Kinderforscher" auch an einem Gymnasium: "Lernen durch Lehren" heißt das Motto dieses Projekts am Heisenberg-Gymnasium, in dem Schüler der Mittelstufe Kinder aus den fünften und sechsten Klassen unterrichten und mit diesen Versuche durchführen. Ebenfalls im Frühjahr startet an der integrativen Grundschule Grumbrechtstraße ein Experimentierkursus im Kinderforscher-Stil.

Beide Vorhaben sind dank einer Privatspende möglich: Der Hamburger Unternehmer und Mäzen Prof. Dr. Dr. h. c. Hermann Schnabel hat im zurückliegenden Jahr das bundesweit beachtete Projekt mit 16 000 Euro gefördert und die gleiche Summe auch für 2009 in Aussicht gestellt. Dadurch konnte das Engagement der "Kinderforscher an der TUHH" verstärkt und der Kreis der Teilnehmer erweitert werden.
Finanziell hat sich ferner die Siemens AG mit 2000 Euro an dem Projekt beteiligt.
Die weiteren Planungen sehen die Ausdehnung der Kinderforscher-Experimentierkurse an Schulen in anderen Bundesländern vor. Erste Anfragen liegen aus Niedersachsen vor. Interesse an dem erfolgreichen Nachwuchsförderprojekt der TUHH haben außerdem Hochschulen, zum Beispiel die TU Kaiserslautern, formuliert.
Wissenschaftssenatorin Dr. Herlind Gundelach: "Das 'Kinderforscher'-Projekt an der TUHH' ist ein tolles Angebot, um Kindern schon frühzeitig einen praxisnahen Einblick in die Welt der Naturwissenschaften und Technik zu ermöglichen. Gemeinsame Experimente mit Wissenschaftlern und Forschern tragen ohne Zweifel dazu bei, Schülerinnen und Schüler für ein Studium zu begeistern oder das Interesse zu festigen. Das führt zu einer bewussten Studienwahl - die beste Voraussetzung für ein erfolgreiches Studium. Insgesamt muss es das Ziel sein, die Absolventenzahlen in naturwissenschaftlich-technischen Fächern weiter zu erhöhen und speziell das Interesse von Mädchen und Frauen zu fördern. 'Kinderforscher' sind ein idealer Ansatzpunkt, um die Wissenschaftler von morgen zu entdecken."
TUHH-Präsident Edwin Kreuzer: "Das Projekt 'Kinderforscher' hat sich in kurzer Zeit zu einem Modell für eine erfolgreiche Nachwuchsförderung in den Ingenieurwissenschaften entwickelt. Wir freuen uns über das Echo aus den Schulen der Metropolregion Hamburg und von Hochschulen aus dem ganzen Bundesgebiet. In den Experimentier-Stunden am Nachmittag dürfen die Kinder eigenständig arbeiten und erhalten außerdem einen kleinen Einblick in die Arbeitswelt unserer Wissenschaftler an der TUHH."

Gesine Liese, Projektleiterin: "Wir möchten Kinder die Welt der Technik und Naturwissenschaften selbst erleben lassen und als ein für sie erstrebenswertes Ziel darstellen. Wer einmal erfolgreich einen Versuch durchgeführt hat, traut sich auch zukünftig neue Fragestellungen experimentell zu erschließen. Wir machen die Ingenieurwissenschaften klassenzimmertauglich. Unsere Anleitungen zum Experimentieren sollen so selbstverständlich wie Bastelanleitungen sein, die man zuhause oder in der Schule durchführen kann."


Für Rückfragen:

Jutat Katharina Werner
Technische Universität Hamburg-Harburg
Tel.: 040/42878-4321
E-Mail: j.werner@tuhh.de

Timo Friedrichs
Behörde für Wissenschaft und Forschung
Tel.: 040/42863-2322, Fax: 040/42863-3722
E-Mail: pressestelle@bwf.hamburg.de
Weitere Informationen: http://www.kinderforscher.de
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