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Wissenschaftsrat würdigt Sonderforschungsbereiche als Erfolgsmodelle der Forschungsförderung

02.02.2009 - (idw) Wissenschaftsrat

Durch die Exzellenzinitiative haben große, interdisziplinäre Forschungsverbünde an deutschen Universitäten viel Aufmerksamkeit errungen. Bei der Planung ihrer Kooperationen konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht zuletzt an Erfahrungen ihrer Universitäten mit Sonderforschungsbereichen (SFB) anknüpfen. "Das hohe Ansehen des SFB-Programms in den Hochschulen und in der Politik beruht nicht zuletzt auf den im Rahmen dieses Programms etablierten Begutachtungs- und Entscheidungsverfahren", stellt Professor Peter Strohschneider, Vorsitzender des Wissenschaftsrates, fest.

Mit dem seit mehr als vier Jahrzehnten bewährten Förderinstrument Sonderforschungsbereich unterstützt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Forschungskooperationen mehrerer - häufig auch unterschiedlichen Fachbereichen von Hochschulen angehörenden - Arbeitsgruppen. Über 265 Sonderforschungsbereiche schaffen so eine anderweitig vielfach nicht realisierbare Möglichkeit zur Bearbeitung übergreifender Forschungsfragen. Darüber hinaus tragen Sonderforschungsbereiche - wie auch die finanziell noch umfangreicheren DFG-Forschungszentren - dazu bei, national und international sichtbare Forschungsschwerpunkte an den Hochschulen auszubauen. Sie stärken damit gleichzeitig auch deren Konkurrenzfähigkeit gegenüber außeruniversitären und ausländischen Forschungseinrichtungen. Dadurch, dass die DFG die finanzielle Ausstattung je Sonderforschungsbereich von durchschnittlich 1,15 Mio. Euro auf mehr als 1,5 Mio. Euro pro Jahr erhöht hat, konnte diese profilbildende Wirkung der Sonderforschungsbereiche in den letzten Jahren deutlich verbessert werden.

Seit 2000 nimmt der Wissenschaftsrat, der das Programm der Sonderforschungsbereiche der DFG von Anfang an wissenschaftspolitisch begleitet hat, in mehrjährigem Turnus Stellung zu übergreifenden Aspekten des Programms sowie zu dessen strategischer Entwicklung. Aktuell hat er sich dieses Mal unter anderem zu quantitativen und finanziellen Entwicklungen, zu den Einrichtungsverfahren sowie zu den Auswirkungen der Förderprogramme geäußert. So empfiehlt der Wissenschaftsrat, den Spielraum, den das SFB-Programm hinsichtlich des finanziellen Umfangs wie auch der Anzahl von Teilprojekten bietet, künftig noch stärker auszunutzen und damit passgenauer auf die unterschiedlichen Voraussetzungen und Erfordernisse je nach Institution und Disziplinen anzupassen. Da die Entscheidung für die Einrichtung eines Forschungsverbundes dieser Größe von enormer Tragweite ist, muss sie in enger Abstimmung mit der Strategieplanung einer Hochschule stattfinden. Das gilt insbesondere mit Blick auf die Anschlussfinanzierung für ein mit Hilfe eines SFB ausgebauten Forschungsgebiets, die bei der Finanzsituation der meisten Hochschulen allein aus Grundausstattungsmitteln realistischerweise kaum noch geleistet werden kann. Entscheidend ist, dass ein Konzept für die Fortführung eines solchen Forschungsschwerpunkts entwickelt wird, das dessen Integrierbarkeit in die Universitätsstrukturen sicherstellt und eine strukturelle Verselbstständigung dieser Zentren verhindert.

Bei aller Wertschätzung der Programme zur Förderung von großen Forschungsverbünden darf aber die Förderung von Einzelprojekten und kleinformatigen Forschungsverbünden, wie etwa den Forschergruppen, nicht als nachrangig betrachtet werden. Wiederholt hat der Wissenschaftsrat darauf hingewiesen, dass es sich bei allen drei Instrumenten um gleichermaßen konstitutive Elemente einer erfolgreichen Gesamtstrategie der Forschungsförderung handelt. "Im Interesse einer nachhaltigen Aufwertung von Forschergruppen und Einzelprojekten müssen Anreizsysteme zur Einwerbung von Drittmitteln entsprechend ausgestaltet werden; das bedeutet vor allem, dass große Forschungsformate bei leistungsabhängigen Mittelallokationen nicht überproportional belohnt werden sollten", erläutert Strohschneider.



Hinweis: Die "Stellungnahme zu den Programmen Sonderforschungsbereiche und Forschungszentren der Deutschen Forschungsgemeinschaft" (Drs. 8916-09) wird im Netz als Volltext (www.wissenschaftsrat.de) veröffentlicht, sie kann aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E-Mail (post@wissenschaftsrat.de) angefordert werden.
Weitere Informationen: http://www.wissenschaftsrat.de
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