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Wissenschaftsrat: "Die ZU hat Beeindruckendes geleistet"

02.02.2009 - (idw) Zeppelin University

Der Wissenschaftsrat hat der Zeppelin Universität (ZU) in Friedrichshafen die institutionelle Akkreditierung ausgesprochen. Die ZU erhält dieses höchste Gütesiegel der deutschen Hochschullandschaft und ist damit die erste Privatuni in Süddeutschland, die erfolgreich durch den Wissenschaftsrat akkreditiert wurde. "Die im Jahr 2003 gegründete ZU hat eine sehr beachtliche Entwicklung durchlaufen", erklärt Professor Peter Strohschneider, Vorsitzender des Wissenschaftsrates. Die ZU mit ihrem Leitbild als "forschungsorientierte Privatuniversität" habe mit ihren breiten Studienangeboten zum Ziel, "eine gleichermaßen theoriebasierte wie systematisch berufsorientierte Ausbildung von ,Generalisten' multidisziplinärer Perspektive zwischen Wirtschaft, Kultur und Politik zu erzielen". Mit diesem innovativen Ansatz hebe sich die ZU nach Einschätzung des Wissenschaftsrates von dem bestehenden Angebot anderer Hochschulen deutlich ab. "Das Leitbild der Zeppelin University ist zwar sehr ambitioniert, aufgrund der bisherigen Leistungen - insbesondere angesichts des gerade einmal fünfjährigen Bestehens der Hochschule - aber durchaus zu realisieren", so Strohschneider.

Besonders hervorzuheben sei, so der Wissenschaftsrat, dass die ZU "nicht nur an der Konzeption und Durchführung der Studiengänge gearbeitet, sondern auch zur Stärkung ihrer Forschungsleistungen zahlreiche Initiativen ergriffen" habe: "Die Hochschule hat bereits Beeindruckendes geleistet." Insbesondere würdigte er das Wachstum der Lehrstühle und Forschungsinstitute. Für die 700 Studierenden in diesem Jahr wird die Anzahl der Vollzeit-Professuren von derzeit 19,5 auf 28,5 steigen. Besonders positiv anerkannt wurde vom Wissenschaftsrat - gerade in Zeiten der Finanzmarktkrise und der daraus entstehenden Probleme für Privathochschulen - die langfristige Finanzierungsabsicherung der Stiftungsuniversität.

"Die positive Akkreditierung der ZU als eine forschungsorientierte Privatuniversität nach nur fünf Jahren ist einerseits Ermutigung für die konsequente Weiterverfolgung der Universitätsinnovationen durch klassische Bildungs- und Forschungsideale", freut sich ZU-Präsident Professor Stephan A. Jansen über die Entscheidung des Wissenschaftsrates. "Andererseits ist sie Wertschätzung für alle, die das ermöglicht haben: eine begeisterte Gründungsmannschaft in der Verwaltung, pionierhafte Studierende, faszinierende Wissenschaftler und die Vielzahl von fördernden Stiftern für die Forschung." Es sei das Verdienst "eines herausragenden Teams von aktuell 600 Studierenden, der mittlerweile 650 Alumni, über 200 Mitarbeiter und Dozenten, die sich über diese Anerkennung freuen", so Jansen.

Auf einem guten Weg sieht der Wissenschaftsrat die ZU auch beim angestrebten eigenständigen Promotionsrecht, das vom Land Baden-Württemberg vergeben wird. Das Gremium empfiehlt der ZU dabei, die bestehende Doktorandenausbildung weiter auszubauen: "Insgesamt sind die Forschungsleistungen der Hochschule angesichts des relativ frühen Ausbaustandes bereits beachtlich", so die Stellungnahme des Wissenschaftsrates. In den vergangenen fünf Jahren sind 42 Promotionen durchgeführt worden - über 25 wissenschaftliche Mitarbeiter an der ZU sind derzeit in der Fertigstellung ihrer Promotionen und Habilitationen. Der Abschluss dieser Verfahren erfolgt derzeit in Kooperation mit staatlichen Universitäten.

Das Land Baden-Württemberg, so der Wissenschaftsrat, habe zudem bereits signalisiert, die ZU in ihrem Bestreben zu unterstützen. "Mit der erstmaligen Empfehlung durch den Wissenschaftsrat für den weiteren Weg der Verleihung der institutionellen Titelrechte seitens des Stuttgarter Wissenschaftsministeriums besteht nun endlich die Möglichkeit, die föderale Ungleichbehandlung zwischen den Bundesländern leistungsbasiert aufzuheben", so Jansen mit Blick auf die zuweilen lockere Vergabepraxis der Titelrechte in anderen Bundesländern.

Der Wissenschaftsrat hat bisher für keine der von ihm akkreditierten Hochschulen in Deutschland eine Empfehlung für ein eigenständiges Promotions- und Habilitationsrecht ausgesprochen. Von den über 80 zum Teil seit 25 Jahren aktiven privaten Hochschulen in Deutschland haben weniger als zehn ein Promotionsrecht erhalten - alle direkt durch die Landesministerien, zumeist bei Gründung. Dies war bislang vom Land Baden-Württemberg nicht vorgesehen.

Die Empfehlungen des Wissenschaftsrates werden mit der für dieses Jahr geplanten Gründung der "Zeppelin University Research School" für Doktoranden und Habilitanden aufgegriffen. Weiterhin wird das Joint Venture mit der Fraunhofer-Gesellschaft an der ZU sowie die Arbeit der seit dem letzten Jahr eingerichteten zehn interdisziplinären Forschungsschwerpunkte ausgebaut - in Kooperation mit deutschen und internationalen Wissenschaftlern.

ZUM HINTERGRUND

Der Wissenschaftsrat
Der Wissenschaftsrat berät die Bundesregierung und die Regierungen der Länder. Er hat die Aufgabe, Empfehlungen zur inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Wissenschaft, der Forschung und des Hochschulbereichs zu erarbeiten sowie zur Sicherung der internationalen Konkurrenzfähigkeit der Wissenschaft in Deutschland im nationalen und europäischen Wissenschaftssystem beizutragen. Mit seinem Akkreditierungsverfahren prüft der Wissenschaftsrat, ob Hochschuleinrichtungen Lehre und Forschung nach anerkannten wissenschaftlichen Maßstäben leisten. Dies dient der Qualitätssicherung und soll Transparenz und Vergleichbarkeit von Bildungsangeboten schaffen.

Die Zeppelin Universität
Die Zeppelin Universität (ZU) ist eine seit 2003 vom Land Baden-Württemberg staatlich anerkannte Hochschule im Universitätsrang in freier Trägerschaft. Als "Hochschule zwischen Wirtschaft, Kultur und Politik" lehrt und forscht sie konsequent interdisziplinär, individualisiert und international. Die mit Auszeichnung akkreditierten Bachelor- und Master-Studiengänge in Wirtschaftswissenschaften, Kultur- und Kommunikationswissenschaften sowie managementorientierten Verwaltungs- und Politikwissenschaften zielen auf zukünftige verantwortungsbewusste Entscheider und kreative Gestalter in einer sich globalisierenden Wissensgesellschaft ab - im Bereich des Managements von Institutionen in Wirtschaft, Kultur und Politik. Alle Programme wurden in den wichtigen Rankings des letzten Jahres jeweils unter die besten zehn Programme Deutschlands gesetzt. Die ZU ist seit dem Jahr 2008 eine Stiftungsuniversität mit aktuell 582 Studierenden und 20 Lehrstühlen. Sie ist langfristig vorfinanziert u.a. durch die Unternehmen der Zeppelin-Stiftung - die Zeppelin GmbH und die ZF Friedrichshafen AG. Drittmittel in der Forschung erhält sie unter anderem von der EU, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, zahlreichen Wissenschafts-Stiftungen sowie z.B. von der ALTANA AG, der Deutschen Telekom AG, der EADS und ZF Friedrichshafen AG.


Das Akkreditierungsverfahren
Das Akkreditierungsverfahren zur Verlängerung der staatlichen Anerkennung hat die ZU vorzeitig angestrebt. Die dafür erforderlichen Unterlagen wurden im September 2007 beim Wissenschaftsministerium des Landes Baden-Württemberg eingereicht, das wiederum im Januar 2008 das Verfahren offiziell eröffnete. Im März 2008 erklärte der Wissenschaftsrat die Annahme des Verfahrens, im Oktober 2008 besuchte eine Kommission des Wissenschaftsrates die ZU zur Begutachtung. Die Entscheidung über die Akkreditierung für fünf Jahre wurde am 2. Februar 2009 veröffentlicht.

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