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Virologen treffen sich in Hamburg

09.02.2009 - (idw) Heinrich-Pette-Institut für Experimentelle Virologie und Immunologie an der Universität Hamburg (HPI)

Adenoviren stehen vom 11. bis 13. Februar im Mittelpunkt einer Wissenschaftlertagung in Hamburg. Thomas Dobner, Leiter der Abteilung für Molekulare Virologie am Heinrich-Pette-Institut (http://www.hpi-hamburg.de), organisiert das Treffen, bei dem neueste Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung und Klinik zusammengetragen und diskutiert werden. Die weltweit verbreiteten Adenoviren sind äußerst resistent gegen Umwelteinflüsse und bei Zimmertemperatur wochenlang stabil. Deswegen können in Gemeinschaftseinrichtungen oft kleine adenovirale Epidemien auftreten. Neben Rotaviren verursachen Adenoviren bei Kleinkindern zum Beispiel die häufigsten Durchfallerkrankungen und werden in Kindergärten und KITAs schnell verbreitet. Typische Krankheitssymptome sind je nach Serotyp des Virus außerdem Augenentzündungen (Konjunktivitis), Entzündungen der oberen Atemwege, Mandelentzündungen, Lungenentzündungen und Gastroenteritiden. Diese Erkrankungen verlaufen in der Regel harmlos, oft schon im Kleinkindalter und die Betroffenen entwickeln einen Immunschutz gegen den Adenovirus-Serotyp, mit dem sie infiziert waren.

Für immunsupprimierte Patienten, insbesondere für knochenmarktransplantierte Kinder, sind Adenoviren in der Klinik jedoch brandgefährlich. Untersuchungen zeigten weiterhin, dass Adenoviren über Monate in Lymphknoten und den Tonsillen verbleiben und später wieder reaktiviert werden können. Immunsupprimierte Patienten sterben innerhalb von 3-4 Tagen an einer Adenovirusinfektion. Mit diesem Problem und mit ersten Daten, die Adenoviren mit bestimmten Gehirntumoren bei Kindern in Verbindung bringen, werden sich die Wissenschaftler in Hamburg befassen.

Adenoviren werden seit vielen Jahren auch als Vehikel für Gentherapien verwendet und optimiert. Hiermit befasst sich ein weiterer Themenschwerpunkt der Tagung in Hamburg. In der Tumortherapie werden manipulierte Adenoviren eingesetzt, die spezifisch an Krebszellen binden, in sie eindringen und sie dann zerstören - also lysieren - sollen. Diese sogenannten onkolytischen Adenoviren werden derzeit zum Beispiel gegen Melanome, Glioblastome und andere Krebsarten entwickelt und getestet. Indem Forscher die Virusoberfläche manipulieren, entstehen außerdem adenovirale Genvehikel, die unterschiedliche Zelltypen erkennen und die Fremd-DNA dort gezielt einbringen.

Informationen zur Tagung:
Adenovirus-Workshop 2009: 11.-13. Februar 2009, Tagungsort: Elsa-Brändströmhaus, Hamburg-Blankenese
Organisation: Prof. Thomas Dobner, HPI
Tagungssekretariat: Edda Renz, HPI, Tel. 040/48051-300
Weitere Informationen: http://www.hpi-hamburg.de - Heinrich-Pette-Insitut für Experimentelle Virologie und Immunologie
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