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Im Palmengarten: Kleinkinder entdecken Bedeutung von Pflanzen

12.02.2009 - (idw) Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Artenvielfalt im Fokus - DBU gibt 315.000 Euro - Gemeinschaftsprojekt mit GTZ, Zoo und Museen Frankfurt. "Kinder versuchen stets, alles in einem neuen Licht zu sehen und auf den Kopf zu stellen, um das Prickeln der Überraschung zu spüren. Weshalb sonst verdrehen sie so gern Worte und setzen einen Hut verkehrt auf?" Das stellte der schweizer Chemiker Gottfried Schatz schon vor der Jahrtausendwende fest. Für ihn sind Kind, Witz und Wissenschaft Geschwister. Dass die kleinkindliche Neugier hervorragende Forscher in unserer Gesellschaft bereithält, sei leider lange Zeit vernachlässigt worden, sagte heute Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Er übergab einen Förderbescheid über rund 315.000 Euro für das Pilotprojekt "Kinder im Garten" des Frankfurter Palmengartens. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), dem Frankfurter Zoo und verschiedenen Museen soll der Entdeckergeist mehrerer tausend Frankfurter Kita-Kinder pro Jahr in einer Modell-Bildungsstätte geweckt werden.

"Wir wollen unseren Palmengarten und den angrenzenden botanischen Garten der Stadt als Entdeckungsraum nutzen und Kleinkinder neugierig auf die Vielfalt der Pflanzen und Tiere machen. Gleichzeitig können sie die Bedeutung und den Nutzen bestimmter Pflanzen für uns Menschen, auch für andere Kulturen und Tiere erfahren", erklärte Dr. Matthias Jenny, Direktor des Palmengartens. Im denkmalgeschützten Haus Leonhardsbrunn soll eine modellhafte Forschungs- und Entdeckungsstation für Drei- bis Sechsjährige entstehen. An einzelnen oder mehreren Aktionstagen sollen die Spürnasen von mehr als 5.000 Kita-Kinder im Jahr angeregt werden. Auch Eltern können sich an Eltern-Kind-Programmen beteiligen und eigene Fortbildungsangebote wahrnehmen.

Beispielsweise gebe es allein über 1.000 verschiedene Bambusarten auf der Welt, so Jenny. Von einigen Arten ernährten sich Gorillas oder Panda-Bären. Hinter anderen verstecke sich der Sumatra-Tiger. Und die türkis leuchtende Gecko-Art "Bambus-Phelsume" lebe im gelben Bambus auf Madagskar. Mit Unterstützung des Frankfurter Zoologischen Gartens als Lernort erführen die kleinen Forscher den Nutzen der Pflanzenarten für die unterschiedlichen Tiere.

Aber auch die kulturelle Bedeutung der Pflanzenarten für die Menschen solle in Zusammenarbeit mit der GTZ erarbeitet werden, erklärte Jenny. Geplant sei auch eine Kooperation mit dem Museum der Weltkulturen. Früchte der Bambuspflanze würden in einer Kinderküche zu Gerichten verarbeitet. Und dass auch Häuser und Fahrräder aus Bambus gebaut werden und die Pflanze in China etwas anderes bedeutet als in Indien, gehöre auch auf den Kita-Experimente-Plan des Palmengartens.

Längst noch nicht ausreichend sei die Bildung für nachhaltige Entwicklung in Deutschland in der Vorschulbildung verankert, klagte Brickwedde. "Es ist also allerhöchste Zeit für ein kreatives, interkulturelles und pädagogisch wertvolles Modellprojekt wie dieses!"
Weitere Informationen: http://www.dbu.de/123artikel28547_106.html
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