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Gastpatienten als die große Hoffnung deutscher Kliniken

17.02.2009 - (idw) Handelshochschule Leipzig

Vor allem die russische Ober- und Mittelschicht gilt für deutsche Krankenhäuser als eine attraktive Zielgruppe. Das vom einem Studenten der Handelshochschule Leipzig (HHL) gegründete Gesundheitsportal flymedic bietet auf einer Plattform Gesundheitsdienstleistern aus Deutschland an, sich russischen Interessenten zu präsentieren. Die Zukunft der Gesundheitswirtschaft liegt im Osten! Wer die neuen großen Märkte der Gesundheitswirtschaft sucht, muss nach Osten schauen. Dies hatte sich auch das Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) gedacht, als es im Oktober 2008 ein ständiges Büro in Moskau eröffnete. Die Außenstelle soll den Hamburgern neue Märkte in Osteuropa erschließen, Werbung machen für Dienstleistungen in der Krankenhausplanung und im Klinikbetrieb und russische Patienten für das Klinikum gewinnen.

Es ist allgemein bekannt: Mit der Behandlung ausländischer Patienten lässt sich das limitierte Krankenkassenbudget aufstocken. Insbesondere Russland ist dabei in den Fokus gerückt. Denn hier ist eine vermögende Mittelschicht herangewachsen, die medizinische Dienstleistungen in einer Qualität wünscht und auch finanzieren kann, die bislang nicht von allen Anbietern des russischen Marktes geboten werden kann. Hier bieten sich Chancen für deutsche Kliniken und Praxen, sich mit ihrem Know-how und speziellen Serviceangeboten neue Einnahmequellen zu erschließen.

Zahlen & Fakten: Gastpatienten in Deutschland

Nach einer aktuellen Studie des Bochumer Instituts Arbeit und Technik (IAT) kamen im Jahr 2006 rund 54.000 Patienten an den deutschen Krankenhäusern aus dem Ausland. Im Vergleich zu insgesamt 17 Millionen Patienten pro Jahr ist dies zwar nur ein Bruchteil. Für einige Regionen und Anbieter spielen die Patienten aus dem Ausland jedoch schon heute eine immer wichtigere Rolle. Federführend bei dieser Entwicklung ist Bayern, das 2006 mit 13.800 Gastpatienten die Liste der Bundesländer anführte. Beeindruckend ist aber auch die Steigerung im Stadtstaat Berlin: Hier wuchs die Zahl der ausländischen Gäste zwischen 2005 und 2006 von 1.847 auf 2.335 und damit um mehr als 26 Prozent.

Kooperationen zwischen Krankenhäusern

Auch die Möglichkeit einer Kooperation zwischen deutschen und ausländischen Institutionen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Ein Beispiel dafür ist die Kooperation, wie sie etwa das Martin-Luther-Krankenhaus in Berlin eingegangen ist. Im Januar 2008 hat das Krankenhaus einen Exklusivvertrag mit dem großen russischen Versicherer Sogaz Insurance abgeschlossen. Sogaz Insurance ist die Krankenversicherung des russischen Energieunternehmens Gazprom, bei dem mehr als 400.000 Menschen beschäftigt sind. Versichert sind über Sogaz Insurance Führungskräfte und in einem bestimmten Rahmen auch deren Angehörige. Sie können sich nun exklusiv im Martin-Luther-Krankenhaus behandeln lassen.

flymedic: Informationsdienst im Internet

Nicht alle Kliniken haben die Möglichkeit, Patienten im Ausland durch eigene Büros direkt anzusprechen. Den meisten privaten Praxen ist dies ebenfalls verwehrt. Das Gesundheitsportal flymedic hat dieses Defizit erkannt und betreibt seit dem 1. Januar 2009 einen Informationsdienst im Internet, der sich speziell an russische Patienten richtet. Deutsche Kliniken und Praxen bekommen die Chance, sich hier zu präsentieren und ihre Dienstleistungen öffentlich zu machen. "Gesundheitsmarketing ist in Deutschland immer noch ein junges reglementiertes Thema. Andere Staaten waren in dieser Frage lange Zeit sehr viel aktiver", sagt Geschäftsführer Florian Jäger.

So profiliert sich Indien schon seit längerem mit Behandlungen zu günstigen Preisen und teilweise hohen Standards. In der EU ist es vor allem Belgien, das auf Patienten aus dem Ausland setzt. Dabei habe der deutsche Gesundheitsmarkt sehr viel zu bieten, sagt Florian Jäger: "Hier gibt es Spitzenmedizin und Ärzte mit weltweiten Ruf. Dieses Profil muss noch mehr im Ausland hervorgehoben werden."

Über flymedic

flymedic ist eine europäische Informationsplattform zum Thema Behandlungen im Ausland. Ziel des 2008 gegründeten Unternehmens ist die übersichtliche Zusammenstellung relevanter Informationen für Gesundheitstouristen. Interessierte Patienten etwa aus Russland finden auf den Internetseiten von flymedic (www.flymedic.ru) Tipps und Checklisten für die Planung einer Behandlung im Ausland, etwa in Deutschland. Gleichzeitig stellt flymedic eine Suchfunktion zur Verfügung, über die Anbieter von Behandlungen im Ausland nach verschiedenen Kriterien ausfindig gemacht werden können. Der Austausch von Patienten wird zukünftig über Foren gefördert. Langfristig ist geplant, flymedic zum größten europäischen Portal für Gesundheitstourismus zu entwickeln. 2008 hat sich für dieses Vorhaben ein Finanzpartner gefunden, mit dem die Internationalität des Unternehmens ausgebaut werden soll. Gegründet wurde flymedic von dem Absolventen der Handelshochschule Leipzig (HHL), Florian Jäger, sowie von Jörg Hempelmann und Christopher Funk. Das Team verfügt über langjährige Erfahrungen in der Pharma- und Gesundheitsbranche.

Weitere Informationen: http://www.flymedic.de http://www.flymedic.ru
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