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Roboter mit "menschlichem" Orientierungssinn

24.02.2009 - (idw) Universität Regensburg

Am 6.02.2009 trat die internationale Forschergruppe "Decisions in Motion", die von Prof. Dr. Mark Greenlee von der Philosophischen Fakultät II (Psychologie, Pädagogik und Sportwissenschaft) der Universität Regensburg koordiniert wurde, mit ihren Resultaten im französischen Toulouse an die Öffentlichkeit. Das auf drei Jahre angelegte Projekt war Teil des 6. Rahmenprogramms der EU-Kommission ("Kognitive Systeme") und vereinte Arbeitsgruppen aus Regensburg, Stockholm, Amsterdam, Paris, Birmingham, Ulm, Barcelona, Rochester, Pisa und Labege (Frankreich). Den Forschern war es gelungen, spezielle Algorithmen in ein künstliches kognitives System einzubauen, die auf der Funktionsweise des menschlichen Gehirns beruhen. Grundlage waren dabei zum einen die Resultate der Arbeitsgruppe aus Ulm, die untersucht hatte, wie das menschliche Gehirn auf visuelle Informationen reagiert, während man sich bewegt. Zum anderen wurde von den PERCRO Laboratorien an der Scuola Superiore Sant`Anna in Pisa eigens ein Roboterkopf entwickelt, der als "Träger" der aus den Ulmer Ergebnissen hervorgehenden Algorithmen diente. Die Experimente der Forschergruppe ergaben, dass sich der Roboter ähnlich wie ein Mensch um Hindernisse herum bewegte, sofern diese "gehirn-inspirierte" Software zum Tragen kam. Besonders eindrücklich zeigen sich die Resultate in einem Video zur Präsentation in Toulouse, das mittlerweile auf den Internet-Seiten der Zeitschrift NewScientist (s. weitere Meldungen zum Thema) veröffentlicht wurde.

Die Methode des Projekts setzte bei der neuromorphischen Modellierung an und liegt im Schnittbereich von Neurowissenschaften und Robotik. Es verband in diesem Zusammenhang auch Ansätze aus den kognitiven Neurowissenschaften und der Computertechnik. Das mittelfristige Ziel des Projekts wurde in vollem Umfang erreicht. Das Langzeitziel des Forscher-Konsortiums besteht in der Entwicklung von weiteren künstlichen kognitiven Systemen, die sich menschenähnlich in ihrer Umgebung orientieren können. Zudem sollen künftige Roboter-Generationen dabei helfen, fortschrittliche Systeme für die Unterstützung von sehbehinderten Menschen im Alltag zu entwickeln. Pläne für eine Fortsetzung des Projekts liegen daher schon vor. Dabei soll dann zunächst ein Roboter mit frei beweglichem Kopf und frei beweglichen Augen zum Einsatz kommen.

Weitere Informationen und Meldungen zum Thema
Das Video zum Ergebnisbericht auf der Homepage von NewScientist findet sich unter:
http://www.newscientist.com/article/dn16557-video-robot-uses-human-mind-tricks-t...

Eine weitere Pressemitteilung in der italienischen Zeitung Corriere della Sera unter:
http://www.corriere.it/scienze_e_tecnologie/09_febbraio_11/robot_che_vede_come_u...

Projektwebseite:
www.decisionsinmotion.org

Ansprechpartner für Medienvertreter
Prof. Dr. Mark Greenlee
Universität Regensburg
Lehrstuhl für Experimentelle Psychologie
Universitätsstraße 31
93053 Regensburg
Tel.: (+49) (0)941 943 3281
Mark.Greenlee@psychologie.uni-regensburg.de
Weitere Informationen: http://www.decisionsinmotion.org Homepage der Forschergruppe
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