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Die MHH blickt selbstbewusst in die Zukunft

24.02.2009 - (idw) Medizinische Hochschule Hannover

MHH schließt betriebsbedingte Kündigungen bis 2013 aus / Präsidium und Personalrat unterzeichnen Vereinbarung Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) trotzt der Krise: Das Präsidium und der Personalrat haben eine Vereinbarung unterzeichnet, nach der betriebsbedingte Kündigungen bis zum Jahr 2013 ausgeschlossen sind. "Wir wollen unseren Platz als eine der führenden Einrichtungen innerhalb der deutschen Universitätskliniken behaupten und ausbauen", betonte MHH-Präsident Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann am Dienstag, 24. Februar, während einer Pressekonferenz in der Hochschule. "Dieses Ziel können wir nur mit gut qualifizierten, motivierten, flexibel einsetzbaren und gesunden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erreichen. Dazu brauchen beide Seiten Verlässlichkeit."

MHH-Vizepräsident Holger Baumann ergänzte, dass die MHH ihre ökonomische Stabilität dank hoher Arbeitsleistungen in allen Bereichen sichert. "Dabei setzen wir trotz aller Unwägbarkeiten im Gesundheitswesen und im Wissenschaftsbereich auf berechenbare Rahmenbedingungen für die Beschäftigten - insbesondere durch gesicherte Arbeitsverhältnisse", sagte Baumann, als Präsidiumsmitglied zuständig für das Ressort Wirtschaftsführung und Administration. "Wir verpflichten uns auch weiterhin zu einer Unternehmenskultur, die von Transparenz, Offenheit, wertschätzendem Umgang, fairem Interessensausgleich und Berechenbarkeit geprägt ist." Das Präsidium und der Personalrat haben ihre Zielsetzung in der Agenda "Die MHH auf dem Weg ins Jahr 2013" festgeschrieben.

Die Hochschule ist mit derzeit 7500 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber in der Region Hannover und erzielt sowohl in der Forschung als auch in der Krankenversorgung seit Jahren hervorragende Ergebnisse. "Eine solche Leistung ist nur dank eines außergewöhnlichen Engagements aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und eines hervorragenden Zusammenspiels aller Berufsgruppen möglich", sagte Vizepräsident Dr. Andreas Tecklenburg, zuständig für das Ressort Krankenversorgung. "Unsere Beschäftigten haben eine hohe intrinsische Motivation für ihren Beruf. Die MHH muss dafür sorgen, dass jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter seinen Beruf auf hohem Niveau ausüben kann."

"Wir als Personalrat verbinden mit der Betriebsvereinbarung zwei Botschaften für die Beschäftigten", erläuterte der Vorsitzende des Personalrates, Simon Brandmaier. "Wir unterstützen die Strategie des Präsidiums, die auf gezieltes Wachstum in Forschung und Krankenversorgung setzt. Dabei übersehen wir aber nicht, dass sich die ständigen Leistungssteigerungen negativ auswirken." Mit dieser Vereinbarung wollen laut Brandmaier Präsidium und Personalrat wirksame Strukturen schaffen, mit denen diese Probleme nun angegangenen werden können. "Die neue Vereinbarung löst nicht alle Probleme. Aber wir haben damit ein Fundament geschaffen für einen guten Weg ins Jahr 2013 - auch gegen den Trend", ist sich Brandmaier sicher.

Die Betriebsvereinbarung, die am Dienstag, 24. Februar 2009, von Präsidium und Personalrat unterzeichnet wurde, regelt eine Vielzahl von Einzelpunkten:

Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen
Das Gesundheitssystem steckt im Umbruch und wird auch in den kommenden Jahren von vielfältigen Veränderungen gekennzeichnet bleiben. Präsidium und Personalrat sehen darin keine Bedrohung, sondern eine Herausforderung, eine Chance zur Zukunftssicherung. Jeder Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter kann einen wertvollen Beitrag zur Zukunftssicherung leisten. Die MHH wird während der Gültigkeit der Vereinbarung keine betriebsbedingten Kündigungen aussprechen.

Leistungsgerechte Personalausstattung
Die hohe Arbeitsbelastung in vielen MHH-Bereichen soll durch entsprechende Personalausstattung bewältigt werden, zum Beispiel durch Umverteilung von Ressourcen. Sollten Beschäftigte der Meinung sein, sie könnten die ihnen zugewiesenen Aufgaben nicht mehr angemessen erledigen, steht ihnen ein strukturiertes Verfahren zur Verfügung.

Stärkung des Internen Arbeitsmarktes (IAM)
Der IAM wird zum zentralen Instrument des qualifikationsorientierten Personleinsatzes, in dem er Beschäftigte umfassend berät und freie Stellen nach folgenden Prioritäten vermittelt: Interne vor externer Besetzung, dauerhafte vor zeitlich befristeter sowie Besetzung mit Förderung vor Besetzung ohne Förderung.

Wettbewerb um die Talente und die Besten
Die MHH wird ihr ehrgeiziges Ziel nur dann erreichen, wenn sie den Wettbewerb um Talente und die Besten gewinnt. Präsidium und Personalrat werden sich gemeinsam dafür einsetzen, dass die MHH als Arbeitgeber und die Arbeitsplätze in der Hochschule noch attraktiver werden. Dazu soll eine Qualifizierungsoffensive gestartet werden.

Sicherung der Arbeitsplätze und Ausbau der Ausbildung
Die Gesamtzahl der vorhandenen Arbeitsplätze soll gesichert und sogar noch ausgebaut werden durch die Beibehaltung des hohen Leistungsniveaus in der Krankenversorgung, erfolgreiche Weiterentwicklung des Forschungsbereiches und die Erschließung neuer Geschäftsfelder und Ausgestaltung weiterer Kooperationen. Die Zahl der Ausbildungsplätze soll erhöht werden. Im gewerblichen Bereich werden 100 statt bislang 80 Plätze angestrebt. Zudem sollen Ausbildungsangebote in ganz neuen Berufsfeldern der Krankenversorgung geprüft werden. Damit will die MHH dem sich anbahnenden Fachkräftemangel entgegenwirken.

Gesicherte Arbeitsverhältnisse - Übernahme nach der Ausbildung
Die Beschäftigungspolitik der MHH begründet sich in einer auf Dauer angelegte Arbeitsperspektive für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter. Daher soll bei entsprechender Eignung nach einem befristeten Arbeitsverhältnis in der Regel ein unbefristeter Vertrag angeboten werden. Das gilt nicht für Stellen, die über Drittmittel finanziert werden. Eine Übernahme nach der Ausbildung soll bei entsprechendem Bedarf und Eignung obligatorisch erfolgen.

Demografische Entwicklung als Herausforderung
Eine der größten Herausforderungen für die MHH werden in den kommenden Jahren die Folgen der demografischen Entwicklung sein. Präsidium und Personalrat werden daher gemeinsam alle Anstrengungen unternehmen, um die Arbeitsbewältigungsfähigkeit der Beschäftigten weiter zu optimieren und möglichst vielen Beschäftigten alternsgerechte Arbeitsplätze, Organisationsstrukturen und Prozesse anzubieten.

Ganzheitliches Anreizsystem

Zur Transparenz der MHH in allen Bereichen gehört ein ganzheitliches Anreizsystem, das aus einem Zielvereinbarungssystem und der Verbesserung des Führungsverhaltens besteht. Auf Grundlage der Balanced Score Card werden zwischen dem Präsidium und den Abteilungen im Rahmen von Strategiegesprächen Zielvereinbarungen abgeschlossen, die dort, wo es möglich ist, bis auf den einzelnen Beschäftigten heruntergebrochen werden. Zudem will die MHH die Führungskräfte durch zielgruppenspezifische Angebote besser qualifizieren. Zur Verbesserung des Führungsverhaltens werden regelmäßig Mitarbeiterbefragungen durchgeführt.

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