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Botschafter der Brüderlichkeit

26.02.2009 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Der münstersche Theologe Prof. Dr. Erich Zenger erhält am 1. März in Hamburg bei der Eröffnung der diesjährigen "Woche der Brüderlichkeit" die Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrats der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Prof. Dr. Erich Zenger, emeritierter Hochschullehrer für Alttestamentliche Exegese der Universität Münster, wird am 1. März in Hamburg mit der Buber-Rosenzweig-Medaille 2009 ausgezeichnet. Der Deutsche Koordinierungsrat (DKR) der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit würdigt mit der Verleihung seine "jahrzehntelangen Verdienste um die Förderung des christlich-jüdischen Dialogs".

Feierlich verliehen wird die Medaille im Rahmen der zentralen Eröffnungsfeier der diesjährigen "Woche der Brüderlichkeit" am Sonntag, 1. März 2009, im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Nach Ansprachen unter anderem von Bundespräsident Horst Köhler und Hamburgs Erstem Bürgermeister Ole von Beust hält der Mainzer Kardinal Karl Lehmann die Laudatio auf Prof. Zenger.

Der Koordinierungsrat begründete im Vorfeld der Verleihung die Wahl des münsterschen Theologen zum neuen Träger der Buber-Rosenzweig Medaille damit, dass dieser in seinem wissenschaftlichen Arbeiten zum hebräischen Teil der Bibel weit über den katholischen Raum hinaus "bleibende und zukunftsweisende Perspektiven eröffnet und kräftige Impulse gegeben" habe. Zenger stehe auch überkonfessionell "für den Weg der Erneuerung der Christen in ihrem Verhältnis zu den Juden".

Erich Zenger, geboren 1939 in Dollnstein, war von 1973 bis zu seiner Emeritierung im Sommersemester 2004 Direktor des Seminars für Zeit- und Religionsgeschichte des Alten Testaments an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität. Er gilt als einer der bedeutendsten alttestamentlichen Bibelwissenschaftler im deutschsprachigen Raum, der sich insbesondere um den christlich-jüdischen Dialog verdient gemacht hat. Hervorgetreten ist er unter anderem durch seine Arbeiten am Psalmenbuch. Seine "Einführung in das Alte Testament" gilt als Standardwerk der Bibelwissenschaften. Der Theologe war Mitglied im Gesprächskreis "Juden und Christen" beim Zentralkomitee der Deutschen Katholiken und in der Arbeitsgruppe "Fragen des Judentums" der Deutschen Bischofskonferenz.

Die nach den jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber und Franz Rosenzweig benannte Medaille wird seit 1968 vom Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit vergeben und jeweils zur Eröffnung der jährlichen "Woche der Brüderlichkeit" überreicht. Ausgezeichnet werden Personen, Institutionen oder Initiativen, die sich um die Verständigung zwischen Christen und Juden besonders verdient gemacht haben. Unter den bisherigen Preisträgern finden sich die ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker und Johannes Rau und der frühere Außenminister Joschka Fischer ebenso wie der Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt und der Musiker Daniel Barenboim. Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Münster ist in der Liste der Medaillen-Träger mit Prof. Zenger in diesem Jahr zum zweiten Mal vertreten: 2002 erhielt bereits Prof. Dr. Johann Baptist Metz die Buber-Rosenzweig-Medaille.
Weitere Informationen: http://www.deutscher-koordinierungsrat.de http://egora.uni-muenster.de/fb2/aktuelles.shtml
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