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ACHEMA 2003 aktuell - Integrierte und zukunftsweisende Lösungen im Umweltschutz

16.05.2003 - (idw) DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.

Hohe und einheitliche Standards der Gesetze und Vorschriften zum Schutz der Umwelt in Europa bestimmen maßgeblich die innovativen Trends und Binnenmärkte
auf dem Gebiet des Umweltschutzes. Sie führen zu einer allmählichen Angleichung des internationalen Standes der Technik auf hohem Niveau. Länder mit expandierenden Volkswirtschaften sind auch heute ein Wachstumsmarkt für Umwelttechnik und produktionsintegrierten Umweltschutz.

1200 Aussteller stellen auf der ACHEMA vom 19. Bis 24. Mai 2003 Verfahren, Komponenten und Produkte für alle Bereiche des integrierten und nachgeschalteten Umweltschutzes vor. Praxiserfahrungen und praxisnahe Entwicklungen stehen im Mittelpunkt des ACHEMA-Kongresses. Er bietet dem internationalen ACHEMA-Publikum die Möglichkeit des Erfahrungsaustausches und der Kontaktnahme.

Produktintegrierter Umweltschutz und innovative Verfahren

Die Bemühungen zur Vermeidung von Umweltbelastungen durch innovative Produktionsverfahren und Produkte im Umfeld der Chemie, aber auch in anderen Branchen der stoffumwandelnden Industrie, zeigen schon heute vielfältige Erfolge. Sie machen Umwelttechnik nicht überflüssig, sind aber eine wesentliche Komponente für ökologisch und ökonomisch optimierte Lösungen. Begriffe wie z.B. Best Available Technologies (BAT), Ecoefficiency und Green Chemistry sind dafür kennzeichnende Synonyme. Moderne Methoden des Stoffstrommanagements helfen dabei, Schwachstellen im Produktionsablauf zu erkennen, an denen Maßnahmen zur Erhöhung der ökologischen und ökonomischen Effizienz ansetzen können.

In dem Workshop "Material and Energy Flow Analysis" unter Leitung von Jochen Rudolph, Leiter des Konzernbereichs ESHQ der Degussa AG, stellen Industriefachleute und praxisorientierte Wissenschaftler das Instrumentarium vor und geben Einblick in ihre Erfahrungen. Andreas Rebhan, Leiter der ARÖW GmbH, Duisburg, wird in seinem Einführungsreferat die große internationale Resonanz dieses strategischen Ansatzes als Instrument für ein nachhaltiges Wirtschaften in allen Sparten der Prozeßindustrie herausstellen. Softwarentwickler und Serviceunternehmen der Ausstellungsgruppe Prozeßleittechnik haben das Thema in ihrem Programm.

Optimale Abstimmung von Produktionsprozeß und Umweltschutz eröffnet die Chance zu geringeren Investitions- und Betriebskosten. Zahlreiche Praxisbeiträge des Kongresses bestätigen diese Erfahrung. Unter dem Thema "Green and Sustainable Chemistry" nehmen Wissenschaftler und Experten der chemischen Industrie zur Entwicklung integrierter Bewertungsmethoden Stellung und berichten über neue Syntheseverfahren und Praxisbeispiele für nachhaltig umweltgerechte Produkte.


Luftreinhaltung

Im Bereich der Luftreinhaltung führen neue umweltmedizinische Erkenntnisse und international verschärfte Grenzwerte für die tolerierbare Belastung der Atmosphäre mit Partikeln (PM 10, PM 2,5) zu neuen Anforderungen an die Erfassung, Vermeidung und Abscheidung von Feinstäuben und Aerosolen. Ihr besonderes physikalisch-chemisches Verhalten ist bei der Konzeption von Schutzmaßnahmen zu beachten. Prozessen, bei denen gesundheitlich bedenkliche Aerosole entstehen können, z.B. bei Produktion und Handling von Wirkstoffen, gilt ein besonderes Augenmerk. Der Workshop "Airborne Particles" (22./23. Mai) greift dieses Thema auf und ergänzt das Ausstellungsprogramm in den Bereichen Partikelabscheidung und Partikelmeßtechnik. Auch in Hightech-Bereichen, wie z.B. der Reinstraumtechnik und der Nanotechnologie, spielt die Kontrolle ultrafeiner Partikel eine große Rolle. Klaus G. Schmidt, wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Energie- und Umwelttechnik, Duisburg, und Leiter der Kommission Reinhaltung der Luft im VDI und DIN, wird in seiner Keynote Lecture die wissenschaftlichen Grundlagen, technischen Erfordernisse und praktischen Erfahrungen bei der Kontrolle und Abtrennung ultrafeiner Partikel aufzeigen.


Wasser - eines der brennendsten Umweltschutzthemen

Eines der international brennendsten Umweltthemen im neuen Jahrhundert ist die Versorgung der Menschen mit hygienisch einwandfreiem Trinkwasser. Nach Aussage des Weltwasserentwicklungsberichts der Vereinten Nationen von 2003 fehlt 1,1 Milli-arden Menschen der Zugang zu sicherem Trinkwasser; 2,4 Milliarden Menschen bedürfen einer grundlegenden Abwasserentsorgung. Verbesserte Wasserbewirtschaftungspraktiken sind erforderlich. Dem steigenden Wasserbedarf infolge Bevölkerungswachstum, Konsumsteigerung und Industrialisierung stehen jedoch insbesondere in ariden und semiariden Regionen nur begrenzte und durch Übernutzung und Schadstoffeinträge gefährdete Ressourcen gegenüber.

Moderne Technik kann einen Beitrag leisten zum nachhaltigen Umgang mit dieser Ressource, z.B. durch verbesserten Schutz der Gewässer vor Schadstoffeinträgen, durch Verminderung des Wasserverbrauchs und die Schließung von Wasserkreisläu-fen. Bedeutende Neuerungen zeichnen sich u.a. ab in der Weiterentwicklung biologischer und physikalisch-chemischer Reinigungsverfahren für kommunale und indus-trielle Abwässer mit verbesserter Eliminationsleistung für Schadstoffe und bei den Aufbereitungsverfahren für die Gewinnung von Trink- und Brauchwasser.


Plenarvortrag zum Thema "Wasser"

Professor Alexander Zehnder, international angesehener Wasserexperte, wird die Herausforderungen und technologischen Perspektiven zur Schließung des Wasser-kreislaufs in seinem Plenarvortrag am 21. Mai ansprechen. Der ACHEMA-Kongreß greift das Thema im Workshop "Sustainable Water Management" auf und stellt tech-nische Entwicklungen und Praxiserfahrungen vor. Für Ballungsräume in den aufstrebenden Industrieländern ist der Aufbau der Wasserver- und -entsorgung eine große Aufgabe. Im Eröffnungsvortrag des Workshops berichtet Hans Zojer, Wasserressour-cenmanager der Universität Graz, über Erfahrungen mit der Erschließung und optimalen Nutzung von Wasserressourcen in bevölkerungsreichen Regionen Asiens und Südamerikas ("Water management concepts for megacities", 20. Mai). Weitere Beiträge widmen sich diesem Themenkreis.


Grundwasser und Abfallmanagement

Grundwasserressourcen in Regionen mit langjähriger industrieller und gewerblicher Nutzung sind häufig durch Schadstoffeinträge belastet. Von besonderer Bedeutung sind Grundwasserkontaminationen durch Chlorkohlenwasserstoffe. In den letzten Jahren wurden erhebliche Fortschritte erzielt, CKW-kontaminierte Grundwässer mit biologischen und physikalisch-chemischen Verfahren zu reinigen. Ausstellung und Kongreß der ACHEMA geben einen Einblick in den heutigen technischen Stand. Die katalytische Zerstörung von Chlorkohlenwasserstoffen im Grundwasser ist eine der Neuentwicklungen auf diesem Gebiet.

Moderne Sensormethoden helfen, Schadstoffe in Gewässern und Wasserleitungssystemen frühzeitig zu erkennen. Der Workshop "Sensors for Environmental and Industrial Water Systems" gibt einen Einblick in den Stand der Technik.

Von den Einschränkungen bei der Deponierung organischer Abfälle ab 2005, den erhöhten Anforderungen beim Bau und Betrieb von Deponien und dem sich abzeich-nenden Trend zur Abkehr von der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung erwar-ten die Marktforscher eine Ausweitung der thermischen Abfallbehandlung. Die Tech-nik der biologisch-mechanischen Abfallbehandlung ist durch die verschärften Anforderungen an die Restemissionen nach wie vor in Bewegung. Bei der Behandlung gewerblicher und kommunaler Abfälle zeichnet sich darüber hinaus ein Trend ab zur Umwandlung heizwertreicher Fraktionen in Sekundärbrennstoffe, die sich in indus-triellen Anlagen, z.B. Kohlekraftwerken oder Zementfabriken, unter Substitution von Primärbrennstoffen einsetzen lassen.

Die Ergebnisse intensiver Forschung zur Aufklärung der Dioxinbildung und -vermeidung bei thermischen Prozessen führten zu einer wesentlichen Verbesserung des Standes der Technik der industriellen und kommunalen Abfallverbrennung. Dazu gehören Primärmaßnahmen im Kesselbereich zur Minimierung der Dioxinbildung und eine effiziente Abgasreinigung. Die Anforderungen der EU-Verbrennungsrichtlinie und der deutschen Immissionsschutzverordnung (17. BImschV) von 0,1 ng I-TEQ/m3 (Internationale Toxizitäts-Äquivalente) an chlorierten Dioxinen und Furanen im Reingas werden bei den heutigen Anlagen deutlich unterschritten. Die insgesamt erreichten Verbesserungen bei der Vermeidung von Emissionen durch Abfallverbrennungsanlagen lassen erwarten, daß noch bestehende Ressentiments gegenüber dieser Technik weiter abgebaut werden.

Der Workshop "Ecoefficient Waste Management" präsentiert die Entwicklungsfort-schritte einer umweltgerechten und energieeffizienten thermischen Abfallbehandlung. Er stellt darüber hinaus neue Lösungen vor zur Abfallvermeidung und zur Verwertung von Abfällen und industriellen Rückständen. In seinem Eröffnungsvortrag beleuchtet Bernd Neukirchen, Experte der STEAG AG und Koordinator einschlägiger Aktivitäten von VDI und DECHEMA, die Strategien einer ökoeffizienten Abfallwirtschaft im Lichte heutiger Erfahrungen. Eine besondere Herausforderung stellt die Entwicklung von Managementstrukturen in den aufstrebenden Industrieländern dar. Es geht darum, Fehler der "alten" Industrieländer durch leichtfertigen Umgang mit Abfällen und in der Folge teuer zu sanierende Altlasten zu vermeiden. Ashok Panjwani, verantwortlicher Umweltmanager zahlreicher Unternehmen der United Phosphorus Ltd., berichtet im Rahmen des Workshops über die Erfolge eines zertifizierten Umweltmanagements in der Chemieregion von Bharuch im Nordwesten Indiens.

Diese wenigen Beispiele zeigen, daß die ACHEMA 2003 dem Besucherpublikum aus 100 Ländern auf dem Gebiet des Umweltschutzes ein reichhaltiges Programm zu bieten hat. Weitere Details und Planungshilfen liefert das Internet unter www.achema.de

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