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Herausforderung Islam: RUB-Genozidforschung koordiniert neuen Gerda-Henkel Förderschwerpunkt

03.03.2009 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Einen neuen Förderschwerpunkt der Gerda Henkel Stiftung zur Erforschung des Islam betreut das Institut für Diaspora- und Genozidforschung an der Ruhr-Universität (IDG). Unter dem Titel "Islam, moderner Nationalstaat und transnationale Bewegungen" unterstützt die Stiftung Forschungsprojekte, die sich mit der Entstehung politischer Bewegungen in der islamischen Welt beschäftigen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung von Konfliktpotenzialen, die aus den verschiedenen Vorstellungen politischer "Vergemeinschaftung" im islamischen Raum entstehen. Die wissenschaftliche Koordination des Förderschwerpunktes übernimmt Prof. Dr. Mihran Dabag, Institut für Diaspora- und Genozidforschung an der RUB.

Informationen im Internet

Informationen zu den thematischen Ausrichtungen des Förderschwerpunktes und den Formalia des Antragsverfahrens stehen im Internet unter: http://www.gerda-henkel-stiftung.de

Einen neuen Blickwinkel finden

Islamistische Bewegungen werden in der aktuellen Forschung nur sehr einseitig untersucht. Oftmals würden sie als Kräfte angesehen, die einen reaktiven Rückzug aus der Politik anstreben, so Dr. Angela Kühnen, Vorstandsmitglied der Gerda Henkel Stiftung. Innerhalb des neuen Schwerpunktbereiches wolle man nun untersuchen, inwiefern sich diese Bewegungen selbst als Teil der Politik begreifen, die die jeweilige Gesellschaft auf eine moderne Zukunft hin mitgestalten wollen. Besondere Aufmerksamkeit des IDG liegt dabei auf den Verbindungen, Überschneidungen oder der Beeinflussung des Islamismus mit und durch Nationalismus bzw. Transnationalismus. In diesem Zusammenhang interessiert die Wissenschaftler auch die Untersuchung von möglichen Konfliktfeldern und Gewaltpotenzialen zwischen den Kulturräumen in der globalisierten Welt.

Viele Einzelprojekte fließen in Bochum zusammen

Die Gerda Henkel Stiftung unterstützt neben Forschungsprojekten und wissenschaftlichen Konferenzen auch Veranstaltungen, die die Diskussion dieser Thematik in der Öffentlichkeit und Politik anregen. Die Koordination der einzelnen Projekte übernimmt das Bochumer Institut. Durch eine enge Vernetzung der Projekte untereinander versprechen sich die Koordinatoren einen intensiven Austausch. Anträge zur Förderung nimmt die Geschäftsstelle der Gerda Henkel Stiftung jederzeit entgegen. Die nächste Bewerbungsfrist endet am 15.08.2009.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Mihran Dabag, Institut für Dispora- und Genozidforschung an der Ruhr-Universität Bochum, Tel: 0234/32-29700, E-Mail: idg@rub.de

Redaktion: Katja Bischof

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