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Hallesche Jura-Studierende sind Europameister im Welthandelsrecht

17.03.2009 - (idw) Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Vier Studierende des Juristischen Bereichs der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) konnten bei der west-, süd- und osteuropäischen Regionalrunde der "ELSA Moot Court Competition on WTO Law" in Barcelona mit einer Spitzenleistung aufwarten und haben mit ihren Plädoyers und ihren Schriftsätzen jeweils den ersten Platz belegt. Sie nehmen nun an der Weltmeisterschaft teil, die im Mai in Taiwan stattfindet. Bereits zum siebten Mal wird gegenwärtig der jährliche internationale studentische Wettbewerb der "European Law Student Association" (ELSA) zum Welthandelsrecht ausgetragen. An der west-, süd- und osteuropäischen Regionalrunde, einer von insgesamt fünf Regionalausscheidungen weltweit, die vom 11. bis 14. März 2009 in Barcelona stattfand, nahmen zehn Teams aus Deutschland, Griechenland, Großbritannien, Luxemburg, den Niederlanden, Rumänien, der Russischen Föderation, der Schweiz und Ungarn teil, darunter auch eine Mannschaft des Juristischen Bereichs der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Die vier Jura-Studierenden Stephanie Engel (3. Semester Jura), Diana Knote (5. Semester), Lars Raabe (3. Semester) und Anara Karagulova (Master-Studiengang Wirtschaftsrecht), welche vom wissenschaftlichen Mitarbeiter Kevin Koh unterstützt werden, verfassten seit Oktober 2008 zunächst die Schriftsätze auf Kläger- und Beklagtenseite in englischer Sprache und bereiteten sich ab Februar 2009 auf die mündlichen Plädoyers vor. "Ich weiß gar nicht mehr, wie oft wir uns in dieser Zeit unser Abendessen nach Mitternacht vom Pizzaservice in die Uni haben bringen lassen", sagt Diana Knote schmunzelnd.

Grundlage des Wettbewerbs ist ein Fall aus dem Recht der Welthandelsorganisation (WTO), sodass die Teilnehmer die Stellung von Rechtsanwälten als Vertreter fiktiver Staaten einnehmen müssen, die über ihre Rechte und Pflichten aus dem WTO-Recht streiten. Der diesjährige Fall beschäftigt sich dabei mit der spannenden und hochaktuellen umweltrechtlichen Thematik des Handels mit Bio-Treibstoffen.

Die intensive Vorbereitungsarbeit des Teams wurde nun bereits bei der Regionalrunde in Barcelona reich belohnt. Dort mussten sich die vier angehenden Juristen aus Halle bei ihren Plädoyers den zahlreichen und kritischen Fragen der mit bekannten Experten des Welthandelsrechts besetzten Richterbank stellen. "Die Richter haben uns mit ihren bohrenden Fragen ganz schön ins Schwitzen gebracht", erklärt "Rechtsanwalt" Lars Raabe. Trotz dieser Herausforderung haben die Hallenser ihre harte Konkurrenz, unter anderem von renommierten Universitäten aus London, Genf und Amsterdam, deutlich hinter sich gelassen.

Bereits aus den mündlichen Verhandlungen der Vorrunde gingen sie als Team mit der höchsten Gesamtpunktzahl insgesamt hervor. Nachdem sie sich dann auch im Halbfinale erfolgreich gegen die Mannschaft des bekannten King's College London durchsetzen konnten, gelang es ihnen schließlich, in einem äußerst spannenden und auf hohem Niveau ausgetragenen Finale das Team der Universität Bukarest zu besiegen. Sie gaben sich jedoch nicht mit dem Gewinn aller ihrer Plädoyers zufrieden, sondern erhielten darüber hinaus auch noch den Preis für die besten Schriftsätze insgesamt sowie den Preis für die besten Schriftsätze auf Klägerseite. "Wir haben so richtig abgeräumt", bemerkt Anara Karagulova sichtlich stolz und glücklich.

Aufgrund ihrer Spitzenleistungen konnten sich die Studierenden aus Halle als Europameister für die Weltmeisterschaft in Taipei/Taiwan qualifizieren, die vom 19. bis 24. Mai 2009 unter Beteiligung von fünfzehn Teams aus der ganzen Welt stattfinden wird.

Betreut wird das erfolgreiche hallesche Team vom Institut für Wirtschaftsrecht unter Leitung von Prof. Dr. Christian Tietje, der wie schon in den vergangenen Jahren auch weiterhin die Teilnahme von Studierenden des Juristischen Bereichs an internationalen Moot Courts tatkräftig fördern will. "Die diesjährige Mannschaft der Martin-Luther-Universität knüpft an die großartigen Leistungen an, die hallesche Studierende unter Betreuung des Instituts für Wirtschaftsrecht bereits in den vergangenen sechs Jahren des Bestehens der ELSA Moot Court Competition on WTO Law gezeigt haben", so Professor Tietje. "Die herausragenden Erfolge des halleschen Teams belegen erneut den exzellenten internationalen Leistungsstand des Instituts. Überdies konnte einmal mehr unter Beweis gestellt werden, dass am Juristischen Bereich der Martin-Luther-Universität in der Lehre und in der Forschung Spitzenleistungen erbracht werden, die eine große internationale Anerkennung finden."

Für die Studierenden selbst eröffnet die Teilnahme an einem englischsprachigen Moot Court die Gelegenheit, über wertvolle Erfahrungen im rhetorischen Bereich hinaus die für die spätere berufliche Tätigkeit unerlässlichen englischen Fremdsprachkenntnisse zu erwerben. "Die Teilnahme am Moot Court bietet in vielerlei Hinsicht eine tolle Möglichkeit, einen Blick über den Tellerrand des innerstaatlichen Rechts zu werfen", fasst Teammitglied Stephanie Engel ihre bisherigen Erfahrungen zusammen.


Ansprechpartner:
Diana Knote
Tel.: 0177 8525955
E-Mail: dicheer@gmx.de

Prof. Dr. Christian Tietje
Tel.: 0345 55 23180
E-Mail: tietje@jura.uni-halle.de

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