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E-Mails aus Seoul, Singapur und South Carolina

20.05.2003 - (idw) Fachhochschule Bochum

Studierende der FH Bochum gehen für ein Semester ins Ausland

Im wahrsten Sinne des Wortes "ausgeflogen" sind die Studierenden der Fachhochschule Bochum, die in diesem Sommer ein Praktikum im Ausland machen. Viele sind ganz schön weit weg, häufig auf der anderen Seite des Erdballs. Aber wo eine Postkarte mit Nachrichten Wochen brauchen würde, da hilft das World Wide Web: In ersten E-Mails, meist um Fotos ergänzt, informieren die Studierenden der FH ihre Professoren über die gute Ankunft im Ausland. Besonders die Studenten der Mechatronik nutzen die von der Hochschule angebotenen Möglichkeiten, ihre Praxis-Phase im 6. Semester bei einem Unternehmen im Ausland zu absolvieren. Diesmal arbeiten von 40 angehenden Mechatronik-Ingenieurinnen und -Ingenieuren 20 Studierende bei Firmen in Süd-Korea, Singapur, Japan, Neuseeland, USA, Spanien und Schweden.

Heute fordern Unternehmen von neuen Mitarbeitern, dass sie internationale Erfahrungen mitbringen und auch schon erste Erfahrungen aus der Arbeit als Ingenieur gewonnen haben. Das Praxis-Studiensemester in den Studiengängen Mechatronik und Maschinenbau bietet hierfür die beste Gelegenheit, auf beiden Gebieten Erfahrungen zu sammeln. Neben einer Vertiefung der Fremdsprachenkenntnisse können sie fremde (Unternehmens-) Kulturen kennen lernen und natürlich auch ihre Fachkompetenz erweitern.

Die Fachhochschule Bochum hat mit dem Kyonggi Institute of Technology einen neuen Partner in Süd-Korea. Über die Vermittlung des Instituts sind die ersten zwei Bochumer Studenten in zwei koreanischen Firmen untergebracht worden.
Peter Simon schreibt in seiner E-mail: "Erstens: das Essen. Ich war ja noch nie ein großer Fan von Fisch. Aber 4 verschiedene Arten von Tintenfisch auf 20 Arten zubereitet sind eine Herausforderung. Zweitens: niemand versteht einen. Von wegen, hier kann jeder Englisch. Außer den Professoren und dem direkten Vorgesetzten haben ich noch keinen getroffen, der Englisch kann. Also ist hier Kommunikation mittels "Händen und Füßen" angesagt. Gestern waren wir zum ersten Mal in Seoul. Erster Eindruck: groß, sehr groß."
Manuel Schenzer soll während seines Aufenthalts einen Roboter für die Produktion von Teilen in der Automobilzulieferindustrie programmieren. Und seine Arbeit bei "Mando Corporation" hat noch mehr zu bieten: "In naher Zukunft werde ich mit meinem Kollegen eine Montage-Maschine für Trommelbremsen, welche nach China geliefert wird, testen", berichtet er.

Im Rahmen des Austauschprogramms mit der Nanyang Technological University verbringen fünf Bochumer Studenten ihr Praxis-Studiensemester bei Firmen in Singapur. Seit 1998 wurden schon über 70 Studierende ausgetauscht. Tim Grönegräs bei der Firma Motorola schrieb vom Stadtstaat direkt am Äquator: "Nunmehr sind wir seit vier Tagen in Singapur und hatten zunächst mit so etwas wie einem Kultur-/Klima-Schock zu kämpfen. Man lebt sich aber offensichtlich recht schnell ein, denn wir schwitzen bereits weit weniger als nach der Ankunft. Zu SARS: hier merkt man unter den Studenten und in der Stadt nichts davon, keiner trägt Masken oder meidet andere Menschen. Allerdings in der Zeitung und im Fernsehen stellt man fest, dass nur über SARS berichtet wird. Wir hatten schon vier Unterweisungen zum Thema und müssen in den ersten zehn Tagen unsere Körpertemperatur messen."
Solchen Anfangsschwierigkeiten zum Trotz konnte Grönegräs bald berichten, "dass wir uns hier mittlerweile pudelwohl fühlen und die freundliche Art der Asiaten als sehr angenehm empfinden. Zur Arbeit: alle sind wirklich nett bei Motorola und hilfsbereit. Ich denke, dass ich hier unglaublich viel lernen werde auch in sozial/kultureller Hinsicht!"

Harald Sennekamp lernt das ingenieurmäßige Arbeiten beim TÜV in Kalifornien kennen. Weitere neun Studierende sind in den USA bei Firmen in South Carolina und in Wisconsin. Die Fachhochschule Bochum hält enge Kontakte zu einer Vielzahl von Industrieunternehmen in den USA, um ihre Studenten in diesem Netzwerk direkt unterbringen zu können. Volker Kempe hatte den weitesten Weg: er arbeitet bei einem Unternehmen in Auckland in Neuseeland.

"Für unsere Studierenden ist der Auslandsaufenthalt, wie er mit dem Praxis-Studiensemester angeboten wird, ein prägendes Erlebnis, sowohl fachlich wie persönlich. Denjenigen, die diese Chancen nutzen, öffnet sich die Tür zur ganzen Welt - und das nicht nur wegen der besseren beruflichen Aussichten nach dem Studium" stellt FH-Rektor Prof. Dr. Reiner Dudziak fest.

Dass die Fachhochschule Bochum ihre Studentinnen und Studenten dabei nicht einfach ins kalte Wasser wirft, versteht sich von selbst. Bei der Firmenwahl, bei der Bewerbung in Landessprachen, beim Visum, Krankenkasse, Beantragung eines Stipendiums unterstützt die Fachhochschule Bochum ihre Studierenden.

Die Professorinnen und Professoren sind schon gespannt, mit welchen Erfahrungen ihre Studierenden im September wieder nach Bochum zurückkehren werden. Selbstverständlich gehört dann ein Bericht vor den anderen Kommilitonen über die Ingenieurarbeit, das Leben im Gastland und die Erlebnisse bei den Ausflügen und Reisen zur Abrundung dazu.

"Sehr oft merkt man den großen Wachstumsschub, den die jungen Menschen während des halben Jahres im Ausland erfahren", urteilt Rektor Dudziak zufrieden.
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