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3D-Scanner-Erfindung zu den Top7 'CeBIT Consumer Highlights' gekürt

24.03.2009 - (idw) Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig

Sofa, Münze oder Dinosaurierknochen: "DAVID" bietet dreidimensionale
Computerbilder für den kleinen Geldbeutel. Dass ein kleines Forschungsprojekt auch schnell zu großem Erfolg auf dem
internationalen Markt führen kann, zeigt der 3D-Scanner
"DAVID-Laserscanner": Erst Anfang dieses Jahres wurde die DAVID Vision
Systems GmbH als Spin-off des Instituts für Robotik und Prozessinformatik
(iRP) der Technischen Universität Braunschweig gegründet und war bereits
zwei Monate später auf der weltweit größten Computermesse CeBIT. Dort wurde
das vorgestellte 3D-Scan-System von der Messeleitung prompt als eines von
sieben CeBIT Consumer Highlights ausgewählt. Der kleine Messestand konnte
sich dank der vielen interessierten Messebesucher mit Bravour behaupten. So
wurde auch der britische Nachrichtendienst BBC auf den Laserscanner
aufmerksam und strahlte mehrfach ein Interview im britischen Fernsehen aus.

Was ist das Erfolgsgeheimnis hinter DAVID?

Bisher waren 3D-Scanner mit Preisen im fünfstelligen Bereich für
Privatpersonen und kleine Firmen unerschwinglich. Um diese Lücke zu füllen,
wurde vom iRP ein System entwickelt, das mit erstaunlich einfachen
Standardkomponenten auskommt. Hierzu genügt eine handelsübliche Webcam und
ein Linienlaser, den man im einfachsten Fall per Hand über das Objekt
streicht. Die neu ausgegründete DAVID Vision Systems GmbH hat nun ein
Komplettpaket auf den Markt gebracht, welches bereits zu einem
Einführungspreis von unter 400 Euro zu haben ist. Trotz dieses sehr geringen
Preises entstehen präzise 3D-Scans mit einer Detailgenauigkeit kleiner als
0,2 Millimeter.

Der Grundstein dieser 3D-Scanner-Entwicklung wurde bereits vor über zwei
Jahren gelegt. Damals wurde am Institut für Robotik und Prozessinformatik
der TU Braunschweig ein wissenschaftlicher Artikel publiziert, der das
zugrundeliegende Messprinzip beschreibt. Dieser Artikel gewann Ende 2006 den
renommierten Hauptpreis der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für
Mustererkennung. Aufgrund der starken Nachfrage der Software entwickelten
die Wissenschaftler ihren Prototyp weiter und stellten die Anwendersoftware
zum Download ins Internet. Seitdem hat sich eine stetig wachsende
Online-Community gebildet, die das Projekt durch eigene Ideen und
Erweiterungen tatkräftig unterstützt. So sind in der Benutzergalerie und dem
Diskussionsforum inzwischen eine Vielzahl von 3D-Scans in beeindruckender
Qualität zu sehen. Insbesondere die Skalierbarkeit ist wohl einzigartig: Mit
entsprechend kleinen bzw. großen Scan-Aufbauten haben Mitglieder der
Online-Community einerseits die Gravur von Münzen und andererseits komplette
Sofas dreidimensional erfasst. Die fertigen 3D-Modelle können beispielsweise
mit einem 3D-Drucker ausgedruckt, in Glasblöcke graviert, analysiert oder
für die Ewigkeit archiviert werden.

Anwendungsbereiche für 3D-Daten gibt es zahlreiche, wie z. B. die
Archäologie, das Rapid-Prototyping, die Orthopädie, das Kunsthandwerk und
Design, oder die Entwicklung von Computeranimationen und Computerspielen.
Beispielsweise scannt das Staatliche Naturhistorische Museum Braunschweig

mit DAVID die Knochen einer neu entdeckten Dinosaurierart, um diese dann im
Computer zu entzerren und wieder in Originalgröße auszudrucken. Auf diese
Weise können gleich mehrere Museen mit gedruckten Dinosauriern ausgestattet
werden.

Kontakt:
Dr.-Ing. Simon Winkelbach
Institut für Robotik und Prozessinformatik
38106 Braunschweig
Tel: +49 531 391 7454
s.winkelbach@tu-braunschweig.de
Weitere Informationen: http://www.rob.cs.tu-bs.de/news/cebit
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