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Kolloquium "Optik - Schlüsseltechnologie mit Zukunft": Vorsprung durch Technologie - Optimismus beim Branchent

27.03.2009 - (idw) Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Bereits zum vierten Mal trafen sich am 18. und 19. März 2009 in Aachen rund 120 Experten der optischen Industrie: Eingeladen zum Kongress "Optik - Schlüsseltechnologie mit Zukunft" hatten die Fraunhofer-Institute für Produktionstechnologie IPT und für Lasertechnik ILT sowie die Innolite GmbH, das jüngste Spin-off des Fraunhofer IPT. Ziel des Kolloquiums war es, den Teilnehmern Einblicke in aktuelle Trends und Innovationen zu gewähren: Die Vorträge gliederten sich dazu in die drei Themenfelder "Märkte und Strategie", "Produkte und Innovation" sowie "Technologie und Produktion". Das Rahmenprogramm mit Institutsbesichtigungen und einem gemeinsamen Dinner bot viel Raum für einen regen Meinungsaustausch zwischen den Akteuren der Branche.

Präzision und sicheres Beherrschen der Prozessketten weisen Wege durch die Krise

Ein zentrales Thema tauchte gerade im ersten Themenblock "Märkte und Strategien" immer wieder auf: Wie geht es angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise weiter mit den optischen Technologien? Dr. Dirk Rothweiler, Leiter der Sparte "Optische Systeme" der Jenoptik AG gab sich zuversichtlich: Die gegenwärtige Krise bedeute nicht das Ende, sondern lege ganz im Gegenteil den Grundstein für das zukünftige Wachstum. Ähnliches gab auch Dr. Bernd Schulte, Vizepräsident des Dachverbands der europäischen Photonik-Industrie, Photonics 21, zu bedenken: Ein wirksamer Schutz für den Photonik-Markt vor den Auswirkungen der Krise sei die Vielfalt der Produkte, in denen optische Elemente zum Einsatz kämen - von der Unterhaltungselektronik über Automobil-Sensorik bis hin zur Medizintechnik. Bereits heute deckt die europäische optische Industrie in vielen Sparten bis zu 45 Prozent des Weltmarkts für optische Komponenten ab. Diese Wettbewerbsposition dürfe nicht durch fehlende Forschungsgelder gefährdet werden, so Schulte. Sein nachdrücklicher Appell richtete sich hier nicht nur an die anwesenden Teilnehmer aus der Industrie, sondern ebenso an die Wirtschaftspolitiker der Europäischen Union.

Wie Forschung und Entwicklung in den optischen Technologien den Weg zum Erfolg für Spitzentechnologien ebnen können, zeigten auch zahlreiche weitere Vorträge: Professor Fritz Klocke, Institutsleiter des Fraunhofer IPT, fasste am Ende des ersten Veranstaltungstages die wichtigsten Schlussfolgerungen zusammen: Auf dem Weltmarkt könne am ehesten derjenige gegen die Konkurrenz aus Billiglohnländern bestehen, der es schaffe, Präzisionstechnologie für den Massenmarkt zu etablieren. Dazu gelte es aber, die Prozesse der gesamten Fertigungskette zu verstehen und diese vom Design über Werkzeugbau und Fertigung bis hin zur Qualitätssicherung mit höchster Präzision zu beherrschen.

Europas Optikindustrie: auf vielen Feldern stark

Die in den Vorträgen vorgestellten Beispiele für erfolgreiche Spitzentechnologie sind so vielfältig wie die Arbeitsgebiete der gesamten Photonik-Branche. Dr. Dirk Rossberg, Abteilungsleiter für die Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen bei BMW, zeigte auf, wie stark die Entwicklung robuster optischer Systeme für den Einsatz im Automobil vom exakten Zusammenspiel aller Fahrzeugkomponenten abhängt. So dienen Kameras, die in die Karosserie einer Limousine eingebaut werden, bereits heute zum Schutz des Fahrers oder schaffen Komfort. Jedoch müssen solche leistungsfähigen optischen Systeme zweistellige Minusgrade genauso schadlos überstehen, wie den Hochdruckreiniger der Autowaschanlage oder die trockene Hitze südlicher Länder.

Ganz anderen Anforderungen unterliegen Miniaturkameras in medizinischen Geräten: Für die Endoskopie müssen je nach Anwendungsfall sowohl preiswerte Optiken für Einwegprodukte als auch komplexe optische Systeme für mehrfach verwendbare Instrumente entwickelt werden, die den besonderen Anforderungen der medizinischen Desinfektion gerecht werden.

Gleich drei Vorträge beleuchteten das Thema "LED", eines der Zukunftsthemen der Veranstaltung. Mit einem Wachstumspotenzial von jährlich mehr als 25 Prozent könnte sich dieser Bereich zum Aufsteiger des kommenden Jahrzehnts entwickeln. Hier zeigen sich aber auch Herausforderungen, die über die reine Technologie hinausgehen: Überall dort, wo optische Technologie für den Konsumenten sichtbar wird, tritt neben die Erfordernisse der Technik auch das Bedürfnis nach Ästhetik und Design. Dr. Michael Kleinkes von Hella KGaA Hueck & Co zeigte hier konkrete Beispiele aus dem Automobilbau auf. Und Dr. Wilbert IJzerman, Leiter der Forschungsgruppe Optics von Philips Lighting entwarf Visionen völlig neuer Beleuchtungssysteme fern der heutigen, von Glüh- und Leuchtstofflampen geprägten Beleuchtungskonzepte. Die Integration von LEDs und Optiksystemen solle in Zukunft in Form großflächiger Freiformleuchten mit flexiblen Beleuchtungskonzepten unser Leben erhellen, so IJzerman.

Technologie als Schlüssel zum Erfolg

Welche besonderen Anforderungen optische Systeme an die Fertigungtechnologien stellen und wie sie sich bewältigen lassen, zeigten vor allem die Vorträge des zweiten Veranstaltungstages. Neue Lasertechnologien zur Oberflächenbearbeitung stellte Professor Reinhart Poprawe, Institutsleiter des Fraunhofer ILT vor. Vor allem das berührungslose Polieren von Oberflächen mit dem Laser eröffnet hier große Chancen. Bei Metallen sind schon heute Rauheitswerte von Ra=50 Nanometern möglich. Das Polieren von Glas und Kunststoffen wird zurzeit noch wissenschaftlich erprobt, aber bereits jetzt werden Rauheiten unterhalb von 10 nm erreicht. Dr. Steffen Gürtler, Geschäftsführer der OPTEG GmbH, ergänzte Poprawes Ausführungen durch Informationen über bereits industriell eingesetzte Verfahren zur ultrapräzisen Formkorrektur optischer Oberflächen mit Ionenstrahlen.

Wie die Fertigung von Feinoptiken oder auch von komplexen Optiken durch Replikationsprozesse in Glas und Kunststoff erfolgen kann, zeigten schließlich Bernd Bresseler von der Aixtooling GmbH und Dr. Christian Wenzel, Geschäftsführer der Innolite GmbH, zwei Spin-offs des Fraunhofer IPT. In ihren Beiträgen über replikative Techniken zur Optikfertigung stellten sie das Präzisionsblankpressen komplexer Glasoptiken und Fertigungsverfahren für ultrapräzise Metall- und Kunststoffoptiken vor.


Ansprechpartner

Dipl.-Ing.Karl Vielhaber
Fraunhofer-Institut für
Produktionstechnologie IPT
Steinbachstr. 17
52074 Aachen
Telefon +49 241 8904-476
Fax +49 241 8904-6476
optik@ipt.fraunhofer.de

Diese Pressemitteilung und druckfähiges Bildmaterial finden Sie auch im Internet unter www.ipt.fraunhofer.de/press/Optikkolloquium2009Rueckschau.jsp
Weitere Informationen: http://www.ipt.fraunhofer.de/press/Optikkolloquium2009Rueckschau.jsp
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