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Bewegungsstörungen: Neuartiges Kooperationsmodell zwischen Klinik und Praxen

03.04.2009 - (idw) Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Das "Düsseldorfer klinisch-ambulante Kooperationsprojekt" ist ein Zusammenschluss zwischen sieben neurologischen Praxen im Raum Düsseldorf und dem Zentrum für Bewegungsstörungen und Neuromodulation der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums. Das Modellprojekt sieht gemeinsame Visiten von 60 bis 100 Patienten pro Monat in den beteiligten Praxen vor. Hinzu kommen regelmäßige Fortbildungen sowie eine ausführliche Bewertung des Projektes durch die Ärzte und Patienten. Patienten mit neurologisch bedingten Bewegungsstörungen, von denen die Parkinson'sche Krankheit die bekannteste ist, sollen so frühzeitig wie möglich eine korrekte Diagnose und effektive Therapie erhalten. "Bis dahin", so Prof. Dr. Alfons Schnitzler, Leiter des universitären Zentrums, "vergeht in Deutschland zu viel Zeit. Zeit, die Patienten verlieren und Behandlungen, die unnötige Kosten verursachen."

Trotz eindeutiger klinischer Leitlinien in der Diagnose des M. Parkinson dauert es in Deutschland nachweislich circa 2.3 Jahre bis zur korrekten Diagnose und Therapiebeginn bei einer durchschnittlichen Konsultation von 4.2 Ärzten. Währenddessen werden die Patienten durch Fehldiagnosen wie zum Beispiel rheumatoide Beschwerden, essenzieller Tremor, Depression oder Alzheimer-Demenz, häufig einer unwirksamen und nicht angezeigten Therapie ausgesetzt.

Das von Dr. Martin Südmeyer, Funktionsoberarzt der Klinik, konzipierte Modellprojekt sieht gemeinsame Visiten von 60 bis 100 Patienten pro Monat in den beteiligten Praxen vor. Hinzu kommen regelmäßige Fortbildungen sowie eine ausführliche Bewertung des Projektes durch die Ärzte und Patienten. "Diese Kooperation stellt ein Novum dar", so Dr. Michael Lorrain, an der Kooperation beteiligter Neurologe, "von dem unsere Patienten unmittelbar profitieren. Wir wollen aber auch Behandlungsstandards definieren und langfristig ein Qualitätsforum zur Behandlung von Bewegungsstörungen für interessierte niedergelassene Neurologen etablieren." Nach der einjährigen Pilotphase wird das Projekt, sofern positiv bewertet, von dem Pharmakonzern Teva und Lundbeck auch für weitere drei Jahre gefördert.

Kontakt: Prof. Dr. Alfons Schnitzler, Dr. Martin Südmeyer, Neurologische Klinik, UKD,
Tel.: 0211 / 16756
Weitere Informationen: http://www.uniklinik-duesseldorf.de/neurologie
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